Esther und Georg saßen am Wassergraben im Park auf der Bank, und sie
hatte den ganzen Schoß voll großer Zentifolien in allen schönen Farben.
Da kam Jason al Manach, setzte sich, ließ sich fragen, woher er komme,
und erzählte:
»Gestern abend, als es schon dunkelte, trat ich irgendwo aus dem Walde.
Wiesen und Äcker waren voll Nebel, darin stand ein einsames, schlechtes
Haus mit einem Stockwerk, ich strich an einer fensterlosen Mauer
hinunter, und wie ich in eins der Fenster nahe über dem Erdboden an der,
auf die Felder hinaus gewandten Seite des Hauses hineinsehe, sitzt da
Maler Bogner in einem Liegestuhl und raucht eine Pfeife in Hemdärmeln,
denn der Abend war milde. Ich grüßte: Guten Abend! Ich störe gewiß. --
Ja, sagte er, wenn Sie stehen bleiben und mir die Aussicht zudecken.
Kommen Sie herein.
Ich wandte mich wieder, und sieh, da wars eine jener Stunden, wo einem
die Augen für das Wunderbare der Erde aufgehn. Als hätte der Maler
gewinkt, so sah ich nun in eine Landschaft von seltsam wilder
Feierlichkeit. Jenseits der braunen Äcker voll stehender weißer Nebel
blinkte ein Stück des abendklaren Flusses aus der unteren Dämmerung,
voll von gespiegeltem Licht und Baumsilhouetten; die wirklichen Wipfel
darüber hoben eine mächtige schwarze, von einigen scharfen Fabrikessen
überstiegene Mauer in das lohende Gelb und Rosa des Himmels. Darüber
flossen zerblasene, graue, schwärzliche und violette Wolken in trübes
Rot; zur Linken aber, hoch über dem graugrünen Dunkel der Wiesen
jenseits des Stromes stand im blaßblauen, leeren Äther ein einzelner
blitzender Stern; der war gleich einem silbergestählten Sankt Georg und
die schweigsame, blutende Landschaft wie ein verendendes wildes Untier
zu seinen Füßen.
O, aber als ich mich zur Rechten wandte, drohte da die Stadt, schwarz,
eine ungefüge Masse von Dächern, Kuppeln, Türmen; ein stummes Meer,
brandete hinter ihr der Himmel, überwölbte sie mit durchsichtiger Woge
von offener Scharlachglut, in der sich ein Getümmel von zerrissenen
Wolken umhertrieb und verzehrte, glorreich und ungestüm, in einem Wirbel
triumphierender Farben, blutig, traurig, drohend und lechzend von Gelb
und ungesättigtem Purpur. Von allen Richtungen liefen Schnüre und Reihen
von Lichtern, opalenen, grünlichen und goldenen, in den schwarzen Berg
der Stadt hinein.
Solche Dinge hatte dieser einfache Maler vor sich, wenn er abends in
Hemdärmeln seine Pfeife rauchte. Es war so viel, daß er manche gar nicht
beachten konnte, denn als ich nun um das Haus herumging, sah ich über
ein verdunkeltes, undeutliches Gelände von Feldern und Lichtern hinweg
den Mond, eine Scheibe von goldenem Kupfer, der sich mitten aus einer
stumpfen bleifarbenen Wand heraushob.
Das Zimmer, in das mich der Maler führte, war folgendermaßen: Es hatte
tapezierte, zerfetzte Wände, einen von herausquellendem Pferdehaar wie
von Geschwüren strotzenden Diwan und zwei hölzerne Stühle, außerdem den
Liegestuhl und am Boden eine trübe Pfütze von einem alten Gebetsteppich.
In einer Ecke aber stand ein Bananenast, rundum mit gelben und
schwärzlichen Früchten besetzt, einem Bienenkorb ähnlich. Ja, und in
einer andern Ecke stand ein Spucknapf, der war mittendurch gesprungen.
Eigentlich war es kein Zimmer, es war ein Durchgang von Abend zu Morgen,
weil es nachts regnen könnte.
Als aber nun der Maler aus einem Nebenzimmer zwei in Porzellanfüßen
stehende Paraffinkerzen holte, anzündete und auf den Gebetsteppich
stellte, so offenbarten sie dessen ganzes Elend. Mich ergriff wohl
Sympathie mit dem Spucknapf, denn in seine Nähe zog ich mir den
Liegestuhl. Mich rühren so die zersprungenen Dinge, die sich gar nicht
zu helfen wissen. Der Maler legte sich auf den Diwan und lag so still,
als ob er schlafe. Die Kerzen zuckten zuweilen und störten mich in der
Betrachtung meines Schattens ein wenig, der neben mir an der
zerlöcherten Mauer saß. Drüben, vom fast unsichtbaren Maler her, glimmte
zuweilen ein Manschettenknopf rot und golden.«
Jason schwieg so lange, daß Esther fragte: »Nun, sprachet ihr gar nichts
miteinander?«
»Doch,« erwiderte Jason, »aber wir schwiegen viel länger, als ich eben
geschwiegen habe. Dann fragte ich den Maler, ob wir uns nicht
unterhalten wollten, und er fragte wieder: Ja, wovon? -- Ich schlug vor,
wir wollten Aphorismen sagen, -- aber nun, er redete sich aus, er könnte
das nicht.«
»Ja,« sagte Esther erstaunt, »kann man denn das so?«
»Oh, gewiß. Falls du mich nicht mißverstanden und gemeint hast, ich
hätte gesagt, Aphorismen machen statt Aphorismen sagen. Ich bin
angefüllt mit Aphorismen.«
»Zum Beispiel?« fragte Georg.
»Dies«, erwiderte Jason, »ist eigentlich mehr ein Kalenderspruch: Nichts
ist so imaginär wie der beständig geküßte Hund einer jungen Dame.«
Esther dachte angestrengt nach und brachte schließlich heraus, sie
verstünde das nicht.
»Oh kleine Esther,« erklärte ihr Georg, »es befinden sich doch lauter
imaginäre Liebhaber in dem Hund.«
»Nun ein andres«, sagte Esther.
Jason, der schon längere Zeit mit einem von Esthers dänischen Handschuhn
spielte, die neben ihr auf der Bank lagen, hob ihn jetzt ans Gesicht,
roch daran und sagte, es wären gleich zwei auf einmal in dem Handschuh.
»Wißt ihr,« fragte er, »was die traurigste Freude ist? Das ist der
Parfümduft aus Frauenbriefen, die man spät in einer Schieblade findet.
-- Und nun, Esther, wenn ich dich liebte, würde ich zu dir sprechen:
Deine Hand im Handschuh ist nur ein Körper, aber der Duft aus dem leeren
ist Wesen.«
»Ach,« sagte Georg, während Esther rot wurde und lachte, »Sie können mir
gewiß einen Unterschied formulieren, über den ich neulich nachdenken
mußte, nämlich den eigentlichen zwischen einem Dichter und einem
Schriftsteller.«
Nein, Jason bedauerte. »Das würde auf etwas Moralisches hinauslaufen,
und moralisch kann ich nun einmal nicht sein.«
»Ja,« sagte Esther, »das ist auch langweilig, erzähle mir lieber,
worüber du dich mit dem Maler unterhalten hast.«
»Richtig,« sagte Jason, »du erinnerst mich an einige sehr gute Dinge,
über die der Maler mich belehrt hat. Ich sagte ihm nämlich, ich hätte
verschiedentlich von Menschen sagen hören, daß der Künstler oder
Dichter, um einer von Bedeutung zu werden, ganz außerordentlich viel
leiden müßte. Andre dagegen hätte ich wiederum sagen hören, daß es auf
der ganzen Welt nichts Grausameres gäbe als Künstler, und dies beides
schiene mir doch zu widersprechen. Da sagte der Maler, was die Menschen
anginge, so würden sie sich über derlei Dinge kaum aufklären lassen,
weil, so sagte er, sie diese Dinge nicht aus der richtigen Sehrichtung
betrachten könnten, nämlich aus der des Genius. Und das ist richtig,
denn mit dem Genius verhält es sich so wie mit dem, was der reiche Mann
zum armen Lazarus sagte, als der in Abrahams Schoße saß. Wenn Moses oder
einer der Propheten zu ihnen käme, so würden sie nicht hören, aber wenn
Lazarus von den Toten auferstünde, so würden sie. Denn immer unsichtbar
bleibt den Menschen der Genius, wahrnehmen können sie nur seine Kraft,
nämlich im Werk, -- und nun sagte der Maler, grausam sei allerdings der
Genius, mitleidlos, weil er vollkommen sachlich sei und alles
Menschliche und Natürliche einfach als Stoff ansehe. Hier mußte ich auch
wieder eine Wahrheit finden,« sagte Jason, »nämlich die, daß die
Menschen wohl imstande sind, einen Dichter grausam zu finden, der sich
einen Menschen mit all dessen Eigentum an Leiden und Lüsten zur
Darstellung nimmt, nicht aber, wenn er so mit einer Landschaft verfährt
oder einem Baum oder sonst einem Gegenstand, und dies bedenken sie
nicht, nur weil sie von solchen Dingen weniger wissen oder gar nichts,
wovon der Dichter vielleicht sehr viel weiß. -- Wenn der Genius nun«,
sagte der Maler weiter, »sich vollkommen sachlich verhält, so tut er das
doch auch gegen das Leiden des Menschen, in dem er wohnt, das heißt
also, daß ihn des Menschen Gefühl und Meinung von diesem Leiden gar
nichts angeht, sondern er würde lachen, wenn der Mensch sie ihm
vorhielte, und sagen: Da sorge du! Mach das mit dir allein ab! --
Gefällt es ihm aber wiederum, so sagt er vielleicht: Zeig her! das da
scheint mir brauchbar, ein Funken, nicht viel wert, aber ich wills
versuchen und ihn anblasen. -- Ja, da bläst nun dieser Gott,« sagte
Jason, auf seine Knie herunterblickend, »und was ist nun wohl der
Mensch, dieser Wurm, in einer solchen Lohe, die ihm Knochen und Mark
verzehrt, freilich, Lohe einfach, schmerzlos wie lustlos, nur bloß
verzehrend, was dann andern Augen gemeinhin erst an der Asche sichtbar
wird, und dann staunen sie nun über Beethovens Totenmaske. Er aber, am
ganzen Leibe brennend, schaffte in der Himmelsglut das Werk, blinden
Auges, tauben Ohrs, denn der Genius sieht, der Genius hört; mit
flatternden Händen, denn der Genius lenkt, und dieses, dies ist das
Leiden und dies die Grausamkeit, dies darf Leiden und Grausamkeit
genannt werden, weil aus ihnen Leben entsteht, ewiges, so Gott will,
dieweil das andre nur zum Sterben gut ist; doch reinigt der Tod.«
»Hat das der Maler gesagt?« fragte Esther nach einem Schweigen
leichthin.
Georg sah, daß Jason, wenn das bei ihm möglich war, verlegen schien.
»Es kommt ja nicht darauf an,« sagte er, »die Menschen sagen so vieles
nicht, das meiste sagen sie nicht, und du kennst ja mein Gedächtnis, es
muß sich an so vieles erinnern, und gedacht hat er es jedenfalls, davon
seid ihr doch wohl überzeugt. Übrigens«, fuhr er fort, »sind wir bald
auf das Meer und die Berge zu sprechen gekommen, und nachdem wir uns
darüber geeinigt hatten, daß das Meer groß sei, groß, sonst nichts,
indem nichts von seiner Größe sei, so fragte ich ihn, wie das wohl
zugehe, daß manche Menschen sagten, das Meer drücke sie nieder; es mache
sie melancholisch, sagen sie. Er vermutete, eben deshalb, weil es ihnen
zu groß erscheine, sie selber daher zu klein. Berge dagegen, ich
erinnere mich genau, daß er dieses sagte, weil darauf ich an zu sprechen
fing, Berge verhielten sich menschlich, und gewiß ist das so, was ihr
beurteilen könnt, wenn ihr euch solch ein einzelnes, weißes Schneehaupt
vorstellt. Denkt ihr euch nun daneben die Erhabenheit eines wunderbaren
Menschen, Dantes oder Bachs, Rembrandts oder Michelangelos oder Homers,
so habt ihr gleich eine Kette einsamer, strahlender Bergeshäupter.
Halbgötter sind die Berge, dem Himmel nah und doch furchtbar irdisch
verankert, und sie stimmen den Beschauer zur Andacht, unvermindert seine
eigene Person, eben wegen des göttlichen Eindrucks, der aus Kleinheit
hinaufziehend, nicht aber niederdrückend ist: Gott läßt immer viele
Möglichkeiten offen, um so strahlender, wenn er sich menschenhaft
offenbart. Blickt ihr aber von der Höhe über ganze Ketten und Felder
andrer Gipfel und Gebirgszüge hin, so habt ihr auch hier ein Meer von
Wellen, von erstarrten jedoch, von gebändigten, innerlich unfreien, ihre
Verdammung zur Schweigsamkeit mit Größe und Heldensinn ertragenden,
gleich einem Volk gefesselter Könige; ihr aber, ihnen gegenüber, von
Beweglichkeit, von eurer ganzen rühmlichen Freiheit ringsum strotzend,
ihr fühlt die Majestät solcher Versammlung mit Andacht und angenehmer
Demut. Dies alles«, sagte Jason lächelnd, »erklärte der Maler nicht wie
ich, sondern mit einem einzigen Worte, und danach fingen wir an, von den
Wolken zu reden. Von ihnen sagte Bogner gleich, daß er sie liebe,
nämlich die vereinzelten, geballten, weißen, mittäglichen, und er sagte,
daß sie wie Götter seien, schweigend und leuchtend, nur ihr Wesen
ausstrahlend unbeeinflußbar, -- und ich dachte wieder, wie richtig das
sei, da eben solche Wolken diejenigen Eigenschaften haben, die wir uns
wünschen, die uns fehlen: die Ruhe, die Unberührbarkeit, dies leuchtende
Dulden der Vereinsamung, das Schweigen, und so sind sie, wie alle
Gottheiten, vergottete Menschen, uns ähnlich, daher noch zu erfassen,
noch in uns, wie die übrige Natur, und indem ich dies bedachte, fiel mir
ein, ob der immer sonderbare und rätselhafte Eindruck des Ozeans wohl
darauf beruhe, daß er nicht in uns sei wie die übrige Natur, und dies
sagte ich dem Maler. Da erzählte er mir ein Erlebnis aus seiner
Kindheit.
Er beschrieb mir, wie er an einem Sommerabend als Knabe in einem Kahn
gelegen habe. Wie er da mit sich allein war in der unsichtbaren
Dämmerung und eine Hand ins Wasser hängen ließ, da sei nun aus dem
Abgrund des Meeres der Mond heraufgestiegen, ganz wie ein schweigender
Gott. Das Herz habe ihm da zum Zerspringen geklopft; er habe gemeint,
der Mond komme aus seiner Brust. --
Dies ist nun freilich ein schöner Irrtum gewesen, denn das Unsichtbare
war es, das seine Brust so weit zu machen wußte, daß sie auch die Nacht,
das Dunkel, alles in sich aufnahm, das Meer spielte eigentlich keine
Rolle in seinem Erlebnis, und ich sagte ihm dies, indem ich ihm
nachwies, daß damals, als das einfachste Tier, unser Vorfahr, die
Noctiluca, aus dem Meere das Land erstieg, das Meer von uns abzufallen
begann, durch die Jahrmillionen, durch unzählbare Geschlechter von
Verwandlungen, und das Leben auf dem Trocknen ward anders als im
Gewässer, fremd ward uns das Meer, aber es war unsre älteste Heimat, und
darum, wenn wir darüber hinsehn, so meinen wir, daß dort drüben, an
einem andern Ufer, unsere Heimat liegen müsse; wie Odysseus sich
vorstellte, daß gleich drüben der Rauch aus seinem Dache steigen müßte;
aber die Heimat eigentlich ist in dem Meer, ist es selbst, und deshalb
macht es uns wehmütig, heimschmerzlich, und das drückt uns wohl nieder,
um so geringer unser Glaube, um so tiefer unser Verlangen nach Heimat
ist. Da kamen wir nun auf die Sterne zu reden, und ich glaubte schon,
davon würden wir die ganze Nacht nicht wegkommen. Aber die größten Dinge
sind auch wieder die einfachsten, und so verhält es sich auch mit den
Sternen, daß von ihnen schon alles gesagt ist, wenn man nur an sie
denkt. Dann genügt ein zufälliges Wort, und so fiel es dem Maler ein, zu
sagen, daß die Sterne jenseits wären. Wie wahr ist das, denn sind sie
nicht außerhalb unsrer Erde? Was aber reicht über unsre Erde hinaus?
Wir? Unser Gefühl? Gegen das unzerreißliche, metallene Gewebe des
Firmaments prallt unsre Seele an wie ein Federball; nichts dringt dort
ein, es sei denn -- das Gefühl, nicht eindringen zu können, das uns so
wunderbar anmutet. -- Übermenschlich, seht ihr, das sind Wolken und
Berge; überirdisch, das sind die Sterne. Mit ihnen ist uns nichts
gemeinsam, nicht einmal das Gefühl der Fremde. Das Meer jedoch, es ist
unmenschlich, eine Natur außer uns, eine Leidenschaft außer uns, eine
donnernde Unbegreiflichkeit.
Ja, so sprachen wir miteinander,« sagte Jason nachdenklich, »und
inzwischen hatte der Maler seinen Bananenast aus der Ecke geholt,
stellte ihn auf den Teppich, setzte sich auf die Erde davor mit dem
Rücken gegen die Fenster und ermunterte mich zu essen, indem er eine
Frucht abriß, hurtig schälte und die Schale über seine rechte Achsel zum
Fenster hinauswarf. Wie das aber so geht mit mir, -- ich stand auf
einmal in der Tür, und da sehe ich ihn noch so sitzen in dem leeren Raum
bei seinen rötlichen Kerzen und seinem schattenwerfenden Bananenast, und
die Schalen zum Fenster hinauswerfen. Auf einmal stand ich dann und
blickte gegen den wunderbarsten Nachthimmel, und es war kühl und vieler
Atem im Finstern um mich her. Der Himmel aber, der vor mir niederhing,
war ein wundersamer Gobelin mit einem silbernen Wolkenmeer, in dem,
dicht aneinandergedrängt, andre, schwärzliche Wolken gleich riesenhaften
Delfinen und Seeungetümen sich bewegten, und dies alles durchglitt der
Mond, klar und sanft und sich schaukelnd, eine silberne Schale von einem
Götterboot.«
Jason schwieg, rückte ein wenig und schien ans Fortgehn zu denken.
»Sage, Jason,« fragte Esther, »hast du nun wirklich gar nicht daran
gedacht, dir von dem Maler Bilder zeigen zu lassen, da du einmal dawarst
und doch kein Mensch herausbekommt, wo er wohnt?«
Nein, Jason hatte nicht daran gedacht. Er schien geistesabwesend.
»Es waren so viele Bilder da,« sagte er, »ringsherum, der ganze Himmel
voll. Vielleicht«, sagte er aufstehend, »habe ich mir eingebildet, er
hätte sie alle selber gemalt.«
Sprachs, nickte ihnen leutselig zu und ging davon. Sie mußten ihm
nachsehn, wie er an den Gebüschen hinstreifte, ein wenig geduckt, die
Knie leicht eingedrückt, den Strohhut im Nacken, die Hände auf dem
Rücken, schmal in seinem feinen Rock von schwarzem Tuch, und so schwand
er den Weg hinunter um die Ecke, und es war nicht ersichtlich, ob er
nicht nur das äußere Verschwinden abgewartet hatte, um gänzlich fort zu
sein, weg, nicht mehr vorhanden oder vielleicht schon in Südamerika.
Esther und Georg aber taten ihre Augen zusammen, nickten sich zu und
sagten, daß es ab und an gut sei, Jason zu hören.