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Anmerkungen zur Transkription
Der vorliegende Text wurde anhand der 1911 erschienenen Buchausgabe
so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische
Fehler wurden stillschweigend korrigiert; Rechtschreibvarianten
wurden nicht vereinheitlicht, sofern die Verständlichkeit
des Textes dadurch nicht berührt wird. Fremdwörter und
Transliterationen (vorwiegend aus dem Griechischen) wurden weder
korrigiert noch vereinheitlicht.
Die gedruckte Fassung wurde in einer Frakturschrift gesetzt, in
der die Großbuchstaben I und J identisch sind; die Auswahl in
der vorliegenden Ausgabe erfolgte daher mitunter willkürlich.
Im Sachregister wird nunmehr zwischen den Begriffen mit den
Anfangsbuchstaben I und J unterschieden, was im Original nicht
möglich war.
Einige Bildtafeln enthalten mehrere Abbildungen. Das Verzeichnis
der Tafeln wurde der zweiten Hälfte dieses Bandes entnommen.
Besondere Schriftschnitte wurden in der vorliegenden Fassung mit
den folgenden Sonderzeichen gekennzeichnet:
fett: =Gleichheitszeichen=
gesperrt: +Pluszeichen+
Antiqua: ~Tilden~
Das Caret-Symbol (^) steht vor hochgestellten Zeichen.
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Kulturgeschichte der Nutzpflanzen
Die Erde und die Kultur
Die Eroberung und Nutzbarmachung
der Erde durch den Menschen
In Verbindung mit Fachgelehrten
gemeinverständlich dargestellt von
~Dr.~ Ludwig Reinhardt
Bd. IV~ in zwei Teilen
Kulturgeschichte der Nutzpflanzen
München 1911
+Verlag von Ernst Reinhardt+
Kulturgeschichte der Nutzpflanzen
von
~Dr.~ Ludwig Reinhardt
Band IV, 1. Hälfte
Mit 57 Abbildungen im Text und 90 Kunstdrucktafeln
München 1911
+Verlag von Ernst Reinhardt+
Alle Rechte vorbehalten
Roßberg’sche Buchdruckerei, Leipzig.
Vorwort.
Die emsige Forscherarbeit der letzten Jahrzehnte hat auf dem weiten
Gebiete der allgemeinen Kulturgeschichte eine Fülle von Material
zusammengetragen, das aber, dem Nichtfachmann unzugänglich, in
wissenschaftlichen Zeitschriften und Monographien verborgen war. Es
aus diesem Dornröschenschlaf zu erwecken und dem weiten Kreise der
Gebildeten zugänglich zu machen, war eine lockende Aufgabe, der ich
mich in Gemeinschaft mit dem Geographen und Nationalökonomen ~Dr.~ R.
+Hotz+ und anderen Fachgelehrten gern unterzogen habe. In gewissem
Sinne bildet es eine Ergänzung und Erweiterung des in gleichem Verlage
erschienenen Sammelwerkes „Vom Nebelfleck zum Menschen“; denn wenn dort
versucht wurde, die lange Geschichte der Menschwerdung zu schildern, so
soll in „+Die Erde und die Kultur+“ gezeigt werden, wie der Mensch im
Laufe der Jahrtausende die Erde erobert und seinen Zwecken dienstbar
gemacht hat.
Die Gliederung des Gesamtwerkes ist die folgende: Band I: Die Erde und
ihr Wirtschaftsleben (von ~Dr.~ R. +Hotz+). Band II: Kulturgeschichte
des Menschen. Band III: Kulturgeschichte der Nutztiere. Band IV:
Kulturgeschichte der Nutzpflanzen. Jeder Band ist in sich abgeschlossen
und einzeln käuflich. Band IV ist soeben erschienen, Band I und III
erscheinen im Laufe des Jahres 1911, Band II im Sommer 1912, so daß
spätestens im Herbst des Jahres 1912 das ganze Werk vollständig sein
wird.
In dem vorliegenden Doppelband „+Die Kulturgeschichte der
Nutzpflanzen+“ suchte ich das fortzusetzen, was einst der feinsinnige
Philologe Victor +Hehn+ für einen Teil der bekanntesten Kulturpflanzen
begonnen hatte: eine Geschichte ihrer Domestikation und ihrer Wanderung
über die Erde im Gefolge des Menschen zu geben. Ein Menschenalter
ist seit dem Erscheinen von Hehns Werk verflossen, manches hat sich
geändert, dazu habe ich den Gegenstand nach allen Seiten erweitert;
denn nicht nur die Kulturpflanzen sollen in dem Werke behandelt
werden, sondern die Nutzpflanzen im weitesten Sinne des Wortes.
Eine Fülle von Literatur war zu sichten und zu bearbeiten, fast zu
groß für die Arbeitskraft eines einzelnen Menschen. Ich habe mich
bemüht, allen wissenschaftlichen Ballast wegzulassen und durch
gründliches Quellenstudium das heute Sichergestellte in klaren Zügen
gemeinverständlich darzustellen.
Besondere Sorgfalt wurde auf die Bilder verwendet, die auf
Kunstdrucktafeln, größtenteils nach noch unveröffentlichten
Photographien, dem Texte beigegeben werden.
Allen Gelehrten, die mich in meiner Arbeit in zuvorkommender
Weise unterstützt haben, spreche ich auch an dieser Stelle meinen
verbindlichen Dank aus.
+Basel+, im Oktober 1910.
=~Dr.~ Ludwig Reinhardt.=
Inhalt des ersten Bandes.
1. Die Getreidearten. 1. Der Weizen und seine Abarten 1
2. Die Getreidearten. 2. Gerste, Roggen, Hafer, Hirse und
Buchweizen 26
3. Die Getreidearten. Reis und Mais 52
4. Die Fruchtbäume. 1. Teil 72
5. Die Fruchtbäume. 2. Teil 155
6. Die Agrumen 237
7. Die Gemüsearten 256
8. Eßbare Knollengewächse 349
9. Die Ölgewächse 399
10. Der Zucker 436
11. Der Kaffee 454
12. Der Tee 475
13. Der Kakao 500
14. Die Gewürze 516
15. Die berauschenben Getränke 596
16. Die betäubenden Pflanzenstoffe 647
17. Der Tabak 665
18. Die Gärungserreger 683
Tafelverzeichnis des ersten Bandes.
1. Getreidearten 16
2. Alter Pflug; Die Entwicklung des Pfluges 16
3. Dreschen in Galiläa 16
4. Dampfdreschmaschine 16
5. Dampfpflug 32
6. Dampfpflug 32
7. Mohrenhirse; Buchweizen 48
8. Reisfeld 48
9. Singhalesen beim Pflügen 56
10. Reisfelder; Pflanzen des Reises 56
11. Entkernen des Reises; Dreschen des Reises 56
12. Singhalesinnen b.Reisstampfen 56
13. Maisscheune der Zulu 64
14. Maismühle der Zulu 64
15. Längsspalier von Birnen 81
16. Kreuzspalier von Birnen 81
17. Blühende Mandelbäume; Traubenernte 81
18. Konservenfabrik in Lenzburg 81
19. Maulbeerbäume; uralter Feigenbaum 129
20. Alter Ölbaumhain in Arco 129
21. Ölbaum in Antibes 152
22. Olivenhain auf Capri; Dattelpalmen am Nil 152
23. Dattelpalmen in Algier; Dattelernte in Algerien 168
24. Kokospalme in Westafrika 168
25. Ölpalme; Zuckerpalme 176
26. Kokospalmen; verschiedene Palmen 176
27. Arekanüsse; Sagopalmen 176
28. Auf Arekapalmen kletternde Inder 176
29. Talipotpalme 185
30. Seychellenpalme; Victoria Regia 185
31. Fächerpalme 192
32. Bananenhain; Verladung von Bananen 192
33. Mangobaum 201
34. Brotfruchtbaum; Brotfrucht 201
35. Zweig der Brotfrucht 201
36. Baobab; Malaienwohnung 201
37. Kolabäume 208
38. Durian; Mangostane 208
39. Ananas; Tamarindenallee 208
40. Melonenbaum 208
41. Tropisches Gewächshaus 216
42. Fruchtladen auf Ceylon; Fruchtladen in Südindien 216
43. Kastanienbäume; Alter Feigenbaum 232
44. Johannisbrotbaum; Zitronenhain in Salo 232
45. Japanische Küche 289
46. Japanischer Gemüsehändler 289
47. Artischockenpflanzung; Wassermelonen 337
48. Kürbisbaum 337
49. Japanische Bäuerin; Japanischer Bauer 352
50. Papyrusdickicht; Maniokpflanzung 352
51. Fufustampfen auf d. Goldküste; Yamsknollen auf Jamaika 368
52. Yamsknollen; Frauen in Bonaberi 368
53. Champignonkultur bei Paris; Champignonernte 392
54. Verarbeitung von Champignons 392
55. Schibutterbäume; Szenerie aus dem Urwald 416
56. Rizinuspflanzung; Karnaubapalme 416
57. Wildes Zuckerrohr 441
58. Zuckerrohrernte; Zuckerrohrernte 441
59. Liberiakaffee 465
60. Liberiakaffee 465
61. Pflücken der Teeblätter 480
62. Pflücken der Teeblätter 480
63. Singhalesinnen Tee verlesend 480
64. Trocknen der Teeblätter 480
65. Teestrauch 489
66. Mateernte 489
67. Kakaosaatbeete 512
68. Junge Kakaopflanzung 512
69. Kakaoernte 512
70. Kakaobaum; Vanillestrauch 512
71. Vanillepflanzung 520
72. Pfefferrebe 520
73. Wilder Hopfen; Hopfengarten 545
74. Hopfenpflücker; gedörrter Hopfen 545
75. Zimtbaum; Schälen des Zimtrohrs 577
76. Muskatnüsse; Gewürznelkenbäume 577
77. Hydraulische Kelter; Moderne Weinfässer 625
78. Faune nach Rubens; Champagnerkellerei 625
79. Kokapflanze; Pulquegewinnung 640
80. Opiumraucher; Opuntie 640
81. Blühender Tabak 672
82. Anlage einer Tabakpflanzung 672
83. Trockenscheune in einer Pflanzung 672
84. Reifer Tabak; Trockenscheune (Inneres) 672
85. Sortieren der Tabakblätter 680
86. Fermentieren der Tabakblätter; Zigarettenfabrik 680
87. Knetmaschinen 697
88. Moderner Backraum 697
89. Malztenne der Löwenbrauerei; Sudhaus der Löwenbrauerei 705
90. Gärkeller der Löwenbrauerei, Lagerkeller der Löwenbrauerei 705
91. Hofbräuhaus (außen) 705
92. Hofbräuhaus (innen) 705
I.
Die Getreidearten
Der Weizen und seine Abarten.
Die ältesten vom Menschen in Kultur genommenen Nutzpflanzen sind,
soweit wir dies heute zu beurteilen vermögen, +Weizen+ und +Gerste+,
die irgendwo in Vorder- oder Mittelasien, von fürsorgenden Frauen
gesammelt und gehegt, später auch angepflanzt, mit der Zeit durch
fortgesetzte Auslese zu Spendern besonders großer, mehlreicher
Körnerfrüchte gediehen. Diese wurden nicht nur ihnen und ihren Kindern,
sondern auch den zunächst ausschließlich von der Jagd und später, nach
der Zähmung und Aufzucht von Haustieren, von Viehzucht lebenden Männern
zu einer immer unentbehrlicheren Zukost zu der von diesen gelieferten
Fleischnahrung.
Während der Mann der Urzeit mit seinen Sippengenossen der Jagd oblag,
suchte die Frau für sich und ihre Kinder, soweit sie nicht mehr von ihr
gestillt wurden, was damals in Analogie mit heute noch auf derselben
Kulturstufe lebenden Völkern zwei bis drei Jahre gedauert haben mag,
die für sie erreichbare, hauptsächlich aus Vegetabilien und kleinen
Tieren wie Würmern, Schnecken, Heuschrecken, Käfern, Raupen, Fröschen,
Eidechsen, Schlangen und dergleichen bestehende Nahrung. Mit dem
ziemlich langen Grabstock versehen, den sie als Universalwerkzeug und
Waffe stets bei sich führte, zog sie, von ihren Kindern begleitet, in
die Speise irgend welcher Art zur Stillung des stets regen Hungers
versprechende Nachbarschaft des jeweiligen Lagerplatzes, um hier alle
möglichen, ihr als nahrhaft bekannten Wurzeln, Früchte und Sämereien
zu sammeln und zugleich alle ihr dabei entgegentretenden kleineren
Tiere zu erbeuten. Was nicht sofort verzehrt wurde, wanderte als Vorrat
in die mitgeführte Felltasche und später in den aus Binsen oder Bast
geflochtenen Korb, um dann, roh oder schwach am Feuer geröstet, als
Speise zu dienen. Unbeweglich, wie sie durch die Mutterschaft geworden
war, zog sie notgedrungen das für sie erreichbare minderwertige
Kleinere dem begehrenswerteren Größeren vor.
Der viel beweglichere Mann dagegen bevorzugte als Nahrung die
vorzugsweise in Schlingen und Fallgruben oder durch Anschleichen
und Hetzen von ihm erbeuteten größeren Tiere. Aber in dem Maße als
die Bevölkerung des Landes zunahm und der Wildreichtum durch die
unausgesetzten Jagden sich verminderte, nahm diese Nährpflanzen zur
Stillung des Hungers suchende Tätigkeit der Frau an Bedeutung stetsfort
zu. So kam sie in der Fürsorge für sich und ihre Kinder nach und nach
dazu, nicht bloß gewisse Reviere mit ihr allein bekannten Standorten
nahrhafter Pflanzen, deren Zahl für jene sehr wenig wählerischen
Menschen der Urzeit selbstverständlich unvergleichlich größer war, als
wir es uns heute vorstellen können, für sich zu reservieren, sondern
auch später in fürsorgender Arbeit selbst Samen dieser Nahrungspflanzen
auszustreuen, in der berechtigten Erwartung, hier einst mühelos für die
Ihrigen ernten zu können.
[Illustration: Bild 1.
Mit Steinkugel beschwerter Grabstock eines Buschmannweibes in der
Stellung, wie er zum Ausgraben von nahrhaften Wurzeln von ihr in den
Boden getrieben zu werden pflegt.
(Stark verkleinert.)]
Wir Kulturmenschen, die das gewohnheitsmäßige Erleben selbst der
außergewöhnlichsten Erscheinungen vollständig abgestumpft hat, so daß
wir dieselben als ganz selbstverständlich hinnehmen und gar nicht mehr
darüber nachdenken, übersehen gewöhnlich, welche außergewöhnliche
Begabung und Verstandesschärfe dazu erforderlich waren, bis ein Mensch,
und zwar ein armseliges, schwaches +Weib+, von der fürsorgenden
Mutterliebe getrieben, voll Hoffnung, dereinst hier ernten zu können,
die ersten Samenkörner einer Nährpflanze in die vorher von ihr mit dem
Grabstock gelockerte Erde streute.
Den alten Griechen, welche den ersten Regungen menschlicher Gesittung
näher standen als wir, erschien ein planvolles Erdenken des Ackerbaues,
dem der primitivere Hackbau vorausging, als für menschliche
Verstandeskräfte vollkommen unerfaßlich und undenkbar. Deshalb
schrieben sie diese so überaus wertvolle, den Keim zu aller höheren
Gesittung überhaupt legende Erfindung einer Gottheit zu. Und so wie
sie dachten alle anderen Völker der Erde auf gleicher Erkenntnisstufe,
die alle diese so überaus folgenschwere Erfindung als Geschenk einer
Gottheit betrachteten und nicht als Produkt menschlichen Denkens
auffaßten.
Mit dem ersten Pflanzenbau, den solchermaßen die fürsorgende
Mutterliebe einer intelligenten Frau der Urzeit in den Sinn gab,
selbst wenn er nur von Wanderhorden am Sommerlagerplatz armselig
genug betrieben wurde, waren alle künftigen Fortschritte der
Menschheitsentwicklung im Keime gegeben. Nicht nur hörte damit der
Mensch auf als Almosenempfänger in den Wild- und Wurzelgärten der Natur
von der Laune des Augenblicks und vom Zufall des Tages abzuhängen,
seine Zukunft wurde eine mehr und mehr gesicherte, von der ungewissen
Jagd unabhängige.
Diese friedliche, ihr innerhalb des Familienverbandes eine zunehmende
Macht verleihende Tätigkeit der Frau führte sie früher schon auf eine
höhere Kulturstufe als den Mann, der lange nur als ein geduldetes
Anhängsel der +Mutterfamilie+ erschien; denn in der Haushaltung, die
das Weib der Urzeit mit ihren Kindern führte, war der Mann lange Zeit
nur eine Art Pensionär, der für die Gunst, von der Pflanzenspeise
mitessen zu dürfen, vom Ertrage seiner Jagd wenigstens etwas
beizusteuern hatte.
Erst auf einer späteren Entwicklungsstufe der Menschheit wurde das
Weib, weil es schwächer war und sich nicht gegen solche Vergewaltigung
von seiten des Mannes zu wehren vermochte, von diesem als Sklavin und
Arbeitstier betrachtet. Für sich selbst zog er das süße Nichtstun vor
und bürdete alle Arbeit dem Weibe auf. Aber mit dem Überhandnehmen der
Volkszahl genügten die Frauenarme bald nicht mehr, um den zunächst
ausschließlich von diesen geübten Hackbau zur Fütterung der sich
mehrenden Stammesgenossen zu bewältigen, zumal ihnen alle sonstigen
Hausgeschäfte: das Kochen, das Weben der Kleidung, das Gerben der
Häute, das Formen und Brennen des Tons zu Geschirr, der Hausbau und
was sonst noch in den Bereich ihrer Pflichten fiel, oblagen. Und die
Zahl dieser weiblichen Arbeiten wurde mit der besseren Lebenshaltung
in zunehmendem Maße gesteigert, so daß die Frauenkraft mit dem besten
Willen allen an sie gestellten Forderungen nicht mehr genügen konnte.
Da galt es männliche Kraft zur Gewinnung der für die wachsende
Bevölkerung immer wichtiger werdenden Nährfrüchte zu gewinnen. Diese
aber leistete zunächst nicht der freie Mann, dem die Arbeit von jeher
als größter Schimpf galt, wie wir bei allen auf dieser Kulturstufe
verharrenden Menschheitsstämmen zu beobachten vermögen, sondern dazu
wurden die Kriegsgefangenen verwendet, die man bis dahin getötet, d. h.
den gefürchteten Geistern mächtiger Verstorbener, die sich allmählich
zu Gottheiten entwickelten, geopfert hatte, weil man nichts mit ihnen
anzufangen wußte. So erkannten die Stämme der jüngeren Steinzeit bald,
daß diese Tötung eine unbegreifliche Verschwendung gewesen war. Deshalb
wurde sie als unzweckmäßig abgeschafft und man begnügte sich als Opfer
für die siegverleihenden Mächte die Anführer oder nur wenige, durch das
Los bestimmte Männer aus der Zahl der Gefangenen zu schlachten. Die
übrigen blieben am Leben und mußten als Knechte den Acker bestellen und
alle schwere Arbeit verrichten.
Noch intensiver vermochte man den Landbau zu betreiben, als zu diesen
unfreien Hörigen als ersten männlichen Arbeitern die Zugkraft des
zunächst bloß zur Milch- und Fleischgewinnung vom Manne gezüchteten
Rindes hinzukam, das den als Fortbildung der Hacke erfundenen einfachen
Hakenpflug zur Auflockerung des Bodens vor der Aussaat des Getreides
durch den zum Ackerfelde bestimmten Boden zu ziehen hatte. Besonders
ausgiebig konnte der durch Kastration dem menschlichen Willen
gefügiger gemachte Stier als Ochse den Pflug ziehen, und mit seiner
Mithilfe vermochte man immer größere Ländereien dem Anbaue der Nahrung
spendenden ältesten Nutzpflanzen dienstbar zu machen.
In dem Maße als sich der äußere Betrieb des Feldbaues vervollkommnete,
verbesserte sich auch die Beschaffenheit der in menschliche Pflege
und Kulturauslese verbrachten Körnerfrüchte, die neben den eßbaren
Baumfrüchten und Wurzelknollen, welche aber erst später in Anbau
genommen werden konnten, als die ältesten Nutzpflanzen des Menschen zu
gelten haben. Schon auf der Stufe des umherziehenden Sammlers müssen
dem Menschen die in dichten Beständen beieinander wachsenden Grasarten
in erster Linie als Nahrungspflanzen aufgefallen sein. Mochten ihre
mehlreichen Samen auch nur klein sein, so ersetzten sie den Mangel
an Größe durch ihre leicht anzuhäufende große Zahl. Und als er zum
Aussäen der Getreidekörner übergegangen war, griff er unwillkürlich,
um eine größere Menge davon zusammenzubringen, nach den großen, in
möglichst kräftig aufgeschossenen Halmen befindlichen Samen. Schon
damit war der erste Schritt zur unbewußten Zuchtwahl getan, welche von
selbst weiterschritt, wenn auf dem zur Aussaat gewählten Feld unter den
ziemlich dicht nebeneinander aufschießenden Halmen im Ringen nach Luft
und Licht die kräftigeren Pflanzen die Oberhand gewannen, während die
schwächlicheren unterdrückt wurden und damit aus der Zucht ausschieden.
Je nach den klimatischen Verhältnissen und der Beschaffenheit des
Bodens entwickelte sich die betreffende, in die Pflege des Menschen
genommene Pflanze nach verschiedenen Richtungen weiter. Dazu kam die
ihr innewohnende Variabilität oder Veränderungsfähigkeit, welche
plötzlich neue Eigenschaften in ihr zutage treten ließ. Diese
auffallenden abweichenden Formen suchte sich der Mensch, wenn sie
sich als für ihn nützlich erwiesen, besonders aus und vermehrte sie
durch getrennte Aussaat. So entwickelten sich unwillkürlich aus
einer und derselben Stammpflanze mit der Zeit die mannigfaltigsten
Kultursorten, die ihre Herkunft aus jener einen Art kaum glaublich
erscheinen ließ. Daher kommt es, daß alle seit längerer Zeit in der
Pflege und Kulturauslese des Menschen befindlichen Nutzgewächse eine
solch unübersehbare Mannigfaltigkeit von Formen aufweisen und in so
zahlreiche Unterarten mit allen Übergängen ineinander zerfallen, daß es
ganz unmöglich ist, sie alle zu scheiden.
Die älteste vom Menschen in Pflege und Kulturauslese genommene
Getreideart war zweifellos neben der Gerste, die besonders in Europa
die erste Verbreitung besaß, der +Weizen+ (~Triticum vulgare~). Er
wurde irgendwo im westasiatischen Steppengebiet von einem heute
nicht mehr festzustellenden, zu Ansässigkeit und höherer Kultur
fortgeschrittenen Volke aus einem Wildlinge mit kleinen Samen zur
wichtigen Nährfrucht mit großen, mehlreichen Körnern erhoben. Der
gemeinsame Besitz dieser sicher schon vor mehr als 10000 Jahren in
menschliche Obhut und Pflege genommenen Grasart bei den ältesten
Kulturvölkern Westasiens und Ägyptens, wie auch bei den aus dem
Innern Asiens, den Oasen am Südrande des Tarimbeckens etwa im
vierten vorchristlichen Jahrtausend nach Osten gewanderten und als
bereits reine Ackerbauer in den fruchtbarsten, aus Löß, dem besten
Getreideboden, bestehenden Gegenden Nordchinas ansässig gewordenen
Chinesen ließen eine zentralasiatische Herkunft des Weizens annehmen.
So hat vor allem der Straßburger Botaniker H. Graf zu Solms-Laubach
eingehend dazutun versucht, daß die Wiege der Weizenkultur in
Zentralasien gesucht werden müsse, zu einer Zeit als die Wüste Gobi
noch vom Meere bedeckt war und die Chinesen und die westasiatischen
Kulturvölker noch näher beieinander wohnten. Als dann mit dem
Verschwinden des Meeres die Existenzbedingungen des Menschen in jenen
niederschlagsarmen Gegenden sich verschlimmerten, seien erstere nach
Osten und letztere nach Westen ausgewandert und hätten diese ihre
wichtige älteste Kulturpflanze mitgenommen.
So schön nun diese Annahme klingt und so verlockend sie auch auf
den ersten Blick erscheint, so kann sie doch wohl kaum länger
aufrechterhalten werden, denn bisher ist noch nirgends in Zentralasien
wildwachsender Weizen angetroffen worden, wohl aber in Westasien.
Dort ist neuerdings mit großer Wahrscheinlichkeit in Persien und am
Antilibanon die wilde Stammform des Weizens mit kleinen Samenkörnern
und ziemlich brüchiger Spindel, alles Merkmalen, die auf ursprüngliche
Wildheit und nicht bloß Verwilderung schließen lassen, gefunden worden.
Zuletzt gelang es Aaronsohn im Jahre 1906, sie auch am Südostabhang
des Hermon im Westjordanlande, in Rosch Pinah und an den Ostabhängen
des Dschebel Safed und Kanaan in einigen voneinander abweichenden
Spielarten nachzuweisen, wobei allerdings die Möglichkeit nicht ganz
ausgeschlossen ist, daß wir es in diesem letzteren Falle mit seit
langer Zeit verwilderten einstigen Kulturformen des Menschen zu tun
haben.
Jedenfalls sprechen alle uns bekannten geschichtlichen Tatsachen
dafür, daß die Weizenkultur ihren ältesten nachweisbaren Herd in
der durch ein reichverzweigtes Kanalnetz bewässerten und dadurch zu
einem äußerst fruchtbaren Lande gemachten Ebene des Zweistromlandes
zwischen Iran im Osten und Kleinasien im Westen hatte. Hier in
Mesopotamien, wo das uralaltaische Volk von Sumer und Akkad, d. h.
Süd- und Nordbabylonien das älteste für uns nachweisbare Kulturzentrum
schuf, das dann allmählich von den eingewanderten Semiten eingenommen
wurde, die jene Kultur völlig in sich aufnahmen und in eigenartiger
Weise weiterbildeten, war die ganze Lebenshaltung des Volkes auf
den im reich bevölkerten Lande intensiv betriebenen Weizenbau neben
der Kultur von Gerste und Hirse, wie auch Sesam als Fettspender,
gegründet. Der älteste griechische Geschichtschreiber Herodot, der
ums Jahr 460 v. Chr. das Land bereiste, war von den Getreidekulturen
Babyloniens so entzückt, daß er später bei der Beschreibung jenes
Landes sagte: „Assyrien ist so übermäßig fruchtbar, daß das
Getreide einen zweihundertfachen, ja in den besten Jahren einen
dreihundertfachen Ertrag gibt und daß die Blätter des Weizens und der
Gerste reichlich vier Finger breit werden, Hirse und Sesam aber sehen
dort aus wie Bäume.“ Wenn wir auch von der offenkundigen Übertreibung
dieses Berichterstatters absehen, so ist doch so viel sicher, daß
der Weizen dort außerordentlich üppig gedieh. Der große Schüler des
Aristoteles und nach dessen Tod im Jahre 322 Haupt der peripatetischen
Schule, Theophrastos (390-286 v. Chr.) in Athen, schreibt in seiner
Pflanzengeschichte: „In Babylonien ist man genötigt, den Weizen
nicht nur einmal, wie in anderen fruchtbaren Gegenden, sondern sogar
zweimal abzusicheln, zum drittenmal aber mit Schafen abzuweiden; erst
dann kann man ihn in den Halm wachsen lassen, weil er sonst zu üppig
in die Blätter treibt. Er gibt dort 50- bis 100fältigen Ertrag. Die
große Fruchtbarkeit erlangt der Boden Babyloniens durch Bewässerung.“
Noch Berosos, ein Priester zu Babylon, der im dritten vorchristlichen
Jahrhundert drei Bücher über babylonische Geschichte in griechischer
Sprache schrieb, berichtet, daß der Weizen in der Gegend seines
Wohnortes wildwachsend angetroffen werde.
Auch im ältesten Ägypten, dessen Kulturvolk auf eingehende
astronomische Kenntnisse gestützt einen schon sehr genau ausgerechneten
Kalender im Jahre 4241 v. Chr. einführte, also damals schon eine
staunenswerte Höhe der Kultur errungen hatte, erhielt der Weizen
den Vorrang vor der Gerste und wurde seit den ältesten für uns
nachweisbaren Dynastien in solcher Menge angepflanzt, daß die
Schriftsteller des Altertums die ganze fruchtbare Niederung am Delta
des Niltales mit einem einzigen, großen Weizenfelde verglichen.
Der Weizen hieß im Altägyptischen ~su~ und wurde wie der Spelt
~bôti~ und die Gerste ~ati~ in zwei Sorten, einer weißen und einer
roten, kultiviert. Seine Fruchtkörner finden sich fast regelmäßig
unter den Totenspeisen. Wie sie als Nährfrucht für die Lebenden
von der größten Bedeutung waren, so sollten sie auch die Geister
der Verstorbenen nicht entbehren. Die altägyptischen Grabdenkmäler
zeigen uns schon ganz deutlich begrannten und unbegrannten Weizen,
wie auch sämtliche Vorgänge beim Pflügen, Säen, Ernten, Dreschen
und Magazinieren des Getreides. Der Pflug aus der Pyramidenzeit,
d. h. dem Beginne des dritten vorchristlichen Jahrtausends war ein
gekrümmtes, vorn zugespitztes Holz von einem Baumast, an welchem,
durch Baststricke oder Weidengeflecht befestigt, sich die Deichsel
befand. Er wurde meist von Rindern und nur ausnahmsweise von vier
Männern zu Paaren gezogen. Die Kornfrucht wurde mit kurzen Sicheln
in Kniehöhe abgeschnitten, in Garben zusammengeschnürt und diese
auf Eseln nach der im Freien auf etwas erhöhter, dem Winde leicht
Zutritt gewährender Stelle errichteten Tenne gebracht, wo man sie
auflöste und über die Ähren Rinder oder Esel im Kreise herum trieb,
damit sie die Körner austräten. Währenddem wendete ein Arbeiter mit
einer Holzgabel die niedergetretenen Haufen um. Vermittelst der Worfel
wurde dann die Frucht von der Spreu geschieden, d. h. Männer warfen
die ausgetretene Masse mit Schaufeln in die Höhe, so daß der Wind die
Spreu wegfegte, während die schweren Körner zur Erde fielen. Vielfach
wurde die Tätigkeit des Windes durch Hin- und Herschwingen eines Wedels
unterstützt. Dann wurde das Getreide, nachdem es durch ein Rohrsieb
vom anhaftenden Staub und Unkrautsamen befreit worden war, in Säcke
geschaufelt und auf den Rücken der Arbeiter in die oben geöffneten,
hohen, runden Speicher getragen. In den staatlichen Magazinen wurde
das Getreide in größerer Menge für Zeiten der Not auf viele Jahre
hinaus aufgespeichert. Da der Weizen die Hauptkulturpflanze des
Niltales bildete, gehörte auch Weizengebäck zu den Hauptnahrungsmitteln
der alten Ägypter. Nachdem das Korn von den Frauen auf einfachen
Handmühlen gemahlen worden war, wurde es mit Wasser zu einem Teig
angemacht, der vielfach mit den nackten Füßen geknetet und zu den
verschiedensten Fladen und Kuchen verarbeitet wurde. Diese wurden dann
teils in heißer Asche, teils auf erhitzten Steinplatten, meist jedoch
in bienenkorbähnlichen, etwa 1 m hohen Backöfen, die innen geheizt
wurden und auf welche die fladenförmigen Brote außen angeklebt wurden,
gargebacken und in der Regel, um sie schmackhafter zu machen, mit
Sesamkörnern bestreut. Solches Weizenbrot galt im alten Ägypten als
das vornehmste Opferbrot. Die Weizenkultur war noch zur Römerzeit in
Ägypten so ausgedehnt, daß teilweise die Proletarier in Rom mit deren
Erträgnis gefüttert wurden. So wurden unter Kaiser Augustus allein
20 Millionen römischer ~modii~ (= 175 Millionen Liter) Weizen aus
Alexandrien nach Rom verschifft, und wenn auch dieser von Plinius in
seinem Bericht über die Güte der nach Rom gesandten Tributleistungen
der von den Römern unterjochten Völker dem italienischen,
böotischen und sizilischen Weizen nachgestellt wird, so ist dies
nur damit zu erklären, daß die Ägypter zu diesen Zwangslieferungen
begreiflicherweise nicht die besten Sorten Getreide genommen haben
werden.
Auch in Syrien und Palästina war der Weizen als Getreidefrucht sehr
angesehen und wurde neben der Gerste viel kultiviert, wie schon
verschiedene diesbezügliche Stellen aus dem Alten Testamente dartun.
So wird in Jesaias, 25 gesagt, daß man Weizen und Gerste, wie auch
Spelt jegliches an seinen Ort säe und solches nach der Ernte durch
Darübertreiben von Rindern ausdresche. Dabei wurde als Tenne ein wenn
möglich erhöhter, dem Wind allseitig Zutritt gebender Ort gewählt. Nur
ausnahmsweise wurde eine in den anstehenden Fels gehauene Vertiefung,
in welcher man sonst die Trauben bei der Weinbereitung mit den Füßen
zertrat und die deshalb von Luther bei seiner Bibelübersetzung als
Kelter bezeichnet wurde, zum Dreschen benutzt, wie beispielsweise im
Buche der Richter 6, 11, wo der Engel des Herrn sich unter eine Eiche
zu Ophra setzte, „die war Joas, des Vaters der Efriter, und sein Sohn
Gideon (der Held und Heerführer -- Richter -- der Israeliten im 12.
Jahrhundert v. Chr., der sein Volk von der siebenjährigen Herrschaft
der Midianiter befreite) drosch Weizen in der Kelter, daß er flöhe vor
den Midianitern“. Und als der Engel seine Botschaft ausgerichtet hatte,
daß der Herr mit ihm sei und er die Midianiter schlagen werde wie einen
einzelnen Mann, hieß ihn Gideon warten, bis er ihm ein Speiseopfer
geleistet habe. „Und Gideon ging und schlachtete ein Ziegenböcklein und
nahm ein ~epha~ ungesäuertes Mehl (d. h. aus ungesäuertem Teig
gebackenes Fladenbrot) und legte (das gekochte) Fleisch in einen Korb
und tat die Brühe in einen Topf und brachte es zu ihm heraus unter die
Eiche und trat herzu. Da sprach der Engel Gottes: Nimm das Fleisch und
das Ungesäuerte und laß es auf dem Fels, der hier ist, und gieße die
Brühe aus. Und er tat also. Da reckte der Engel des Herrn den Stecken
aus, den er in der Hand hatte, und rührete mit der Spitze das Fleisch
und das ungesäuerte Mehl an. Und das Feuer fuhr aus dem Fels und
verzehrte das Fleisch und das ungesäuerte Mehl. Und der Engel des Herrn
verschwand aus seinen Augen.“ Da baute Gideon daselbst dem Herrn einen
Altar und hieß ihn: der Herr des Friedens.
Sehr frühe schon in vorgeschichtlicher Zeit kam auch der Weizen mit
der Gerste und der Hirse wie zu den neolithischen Hackbauern Europas,
so auch nach Osten zu dem alten Kulturvolke der Chinesen, als sie noch
im Innern Asiens saßen. Bei ihrer, wie bereits bemerkt, in das vierte
vorchristliche Jahrtausend zu setzenden Auswanderung in die fruchtbaren
Gegenden Nordchinas waren sie schon längst im Besitze dieser wertvollen
Nährfrucht. In den chinesischen Annalen wird von einem Kaiser namens
Schen-nung berichtet, der ums Jahr 2800 v. Chr. lebte und anordnete,
daß bei einem alljährlich wiederkehrenden großen Feste in symbolischer
Handlung die fünf wichtigsten Kulturpflanzen der damaligen Zeit
ausgesät werden sollten. Unter ihnen befand sich neben der Gerste, dem
Reis, den Sojabohnen und der Hirse auch der Weizen.
Die in den neolithischen Pfahlbauansiedlungen Mitteleuropas am
häufigsten neben der für Europa älteren Gerste angebaute Körnerfrucht
war nach den eingehenden Untersuchungen des verstorbenen Züricher
Botanikers Oswald Heer der kleinkörnige Pfahlbauweizen, eine heute
ausgestorbene Weizenart, welche durch ihre sehr kleinen Körner
anzeigt, daß diese Getreideart noch sehr wenig durch künstliche Zucht
und Auslese veredelt worden war. Daneben wurde der Emmer und das
Einkorn oder der Zwergweizen, zwei ebenfalls sehr wenig ausgiebige
Getreidearten, angepflanzt. Erst zu Beginn der Bronzezeit, etwa um
1800 v. Chr., wurde durch die regeren Handelsverbindungen mit den
östlichen Mittelmeerländern, die durch ihre großen, mehlreichen Samen
sich als hochgezüchtete Art ausweisende, ertragreiche ägyptische
Kulturvarietät, der sogenannte Mumienweizen -- so genannt, weil er
sich den altägyptischen Mumien mitgegeben findet -- zu den Hackbauern
Mitteleuropas gebracht.
Auch bei den Griechen der homerischen Zeit war neben Gerste und Spelt
der Weizen das Hauptgetreide, dessen Körner auch den Pferden und
dem Federvieh, soweit solches schon in menschlicher Pflege stand,
verfüttert wurden. So wurden nach der Ilias die schnellfüßigen Rosse
des Diomedes und nach der Odyssee die zwanzig Gänse, die Penelope
auf ihrem Gute in Ithaka besaß, mit „lieblich schmeckendem Weizen“
(~pyrós~) gefüttert. Und als Hektor zum Kampfe gegürtet aufbricht,
redet er, bevor er den zweiräderigen Schlachtwagen besteigt, seine
beiden Pferde an: „Wohlauf, ihr meine Rosse, zeigt euch dankbar für die
gute Pflege, die euch Andromache (seine Gattin) angedeihen ließ, indem
sie euch köstlichen Weizen und Wein vorsetzte, so oft ihr nach Futter
und Trank verlangtet.“
Von späteren griechischen Autoren schreibt Theophrast in seiner
Pflanzengeschichte zu Ende des vierten vorchristlichen Jahrhunderts:
„Es gibt viele Sorten von Weizen. Sie haben ihre Namen von ihrem
Vaterlande oder von anderen Dingen und unterscheiden sich in der
Farbe, Größe und Gestalt und anderen Eigenheiten der Körner, sind
auch an Wirkung und Nährkraft verschieden. Mancher Weizen wird im
Herbst, mancher dagegen im Frühjahr gesät. Es gibt auch eine Sorte,
die in drei, eine, die in zwei Monaten reif wird; auf Euböa soll er
von der Aussaat bis zur Reife nur 40 Tage brauchen. An Nährwert
sind manche Sorten so verschieden, daß Kämpfer, die in Böotien kaum
drei Pfund verzehren, deren fast fünf brauchen, wenn sie nach Athen
kommen. Der Grund solcher Verschiedenheit liegt im Boden und in der
Luft.“ Und Columella, ein aus Spanien nach Rom gekommener römischer
Ackerbauschriftsteller aus dem ersten Jahrhundert n. Chr., sagt in
seinem Buche über den Landbau: „Die wichtigsten und dem Menschen
nützlichsten Getreidearten sind Weizen (~triticum~) und Spelt (~semen
adoreum~, d. h. beim Opfer dargebrachter Samen; sein gewöhnlicher
Name war bei den Römern ~far~). Wir kennen mehrere Weizensorten; für
den Anbau eignet sich aber diejenige am besten, die ~robus~ genannt
wird, weil sie sich durch Gewicht und Glanz auszeichnet. Den zweiten
Rang nimmt der Siligoweizen ein; er gibt ein köstliches Brot, wiegt
aber leicht. Die dritte Sorte ist der Dreimonatsweizen; er ist bei den
Landleuten sehr beliebt, denn er hilft aus, wenn Regen, Überschwemmung
oder eine andere Ursache die zeitige Aussaat verhindert hat. Dieser
ist übrigens auch eine Siligosorte. Alle übrigen Weizenarten kann man
recht gut entbehren, es sei denn, daß man seine Freude daran hat, recht
vielerlei zu besitzen und zur Schau zu stellen.“
Columellas Zeitgenosse Plinius meint: „Der Weizen saugt das Land
am meisten aus. In verschiedenen Gegenden werden verschiedene
Getreidearten gebaut, und dieselbe Art führt auch nicht überall
denselben Namen. Die gemeinsten sind Spelt (~far~), früherhin auch
~adoreum~ genannt, ferner ~siligo~ -- wie der Spelt grannenlos -- und
Weizen. Siligo heißt eine zarte Weizensorte, sie ist weiß, kraftlos,
leicht und eignet sich für feuchten Boden. Jenseits der Alpen hält sie
sich nur im Lande der Allobroger und Meminer (keltischer Bergvölker
in der ~Gallia narbonensis~, d. h. Südostfrankreich), in den andern
geht sie nach zwei Jahren in Weizen über. Eine andere Weizenart,
~arinca~, wird in Gallien, jedoch auch in Italien angepflanzt; in
Ägypten, Syrien, Kilikien, Kleinasien und Griechenland dagegen
vorzugsweise ~zea~ (eine Art Spelt), ~olyra~ (eine Art Weizen) und
~tiphe~ (Einkorn). -- Ägypten liefert ein feines Weizenmehl, das
aber dem italienischen an Güte nachsteht.“ Später schreibt er, um
zu sagen, wie fruchtbar der Weizen sein könne: „In der byzakischen
Landschaft Afrikas (Algerien) gibt ein Maß ausgesäten Weizens bei der
Ernte 150 Maß zurück. Der dortige Prokurator hat dem Kaiser Augustus
eine Weizenstaude geschickt, welche aus +einem+ Korne gewachsen war,
sich aber in fast 400 Halme teilte. Das klingt kaum glaublich; aber
die darüber gewechselten Briefe sind noch vorhanden. Er hat auch dem
Nero eine Weizenstaude mit 360 Halmen aus +einem+ Korn geschickt.
Hundertfältigen Ertrag geben auch die Felder in Sizilien, Bätika
(die nach dem Flusse Baetis = Quadalquivir genannte südlichste, ganz
Andalusien umfassende Provinz Spaniens), Ägypten.“
Seit dem Altertum werden in Europa wie in allen Kulturländern die
verschiedensten Arten von begranntem oder unbegranntem Weizen angebaut,
auf deren Unterschiede wir hier nicht eintreten können. Es genüge
zu bemerken, daß heute jährlich etwa 90 Milliarden Kilogramm Weizen
geerntet werden. Dabei nimmt der Weizenbau immer noch gewaltig zu,
indem stetsfort neue Strecken Kulturlandes hierfür in Bearbeitung
genommen werden. Unter allen Zerealien bedarf der Weizen am meisten
Wärme; er verlangt nämlich eine mittlere Sommertemperatur von
+14° C. Gegenwärtig ist der Weizenbau über die ganze gemäßigte
und subtropische Zone der Alten und Neuen Welt verbreitet. In der
heißen Zone kann sein Anbau nur noch auf Bergen stattfinden, deren
Temperatur derjenigen unserer Gegenden entspricht. Am besten geeignet
zur Weizenkultur ist lehmhaltiger Kalkboden; doch ist auch lehmiger
Sandboden sehr gut dafür. Wenn zu viel Lehm vorhanden ist, ist der
Boden zu feucht und gibt einen nur geringen Ertrag an Samenkörnern.
Sonst nimmt es der Weizen nicht allzu genau mit der Bodenart. Er flieht
nur übermäßige Feuchtigkeit und verlangt kohlensauren Kalk, daneben
natürlich die unentbehrlichen Nährstoffe wie Stickstoff, phosphorsauren
Kalk und Alkalien. Um rationelle Getreidekultur zu betreiben, muß
also der Ackerbauer die natürliche und chemische Zusammensetzung des
Bodens, auf dem er Getreide pflanzen will, genau kennen und die Düngung
desselben dementsprechend regeln. Am besten ist dabei entschieden
der Stalldünger, der die Ackerkrume nicht nur chemisch, sondern auch
physikalisch verbessert.
Außerdem ist es nötig, daß der Acker, auf dem der Weizen gedeihen soll,
sorgfältig von Unkraut gereinigt sei, weil dieses Kulturgewächs sich
leicht durch allerlei Unkraut verdrängen läßt. Aus diesem Grunde läßt
man zwischenhinein auf dem zur Weizenkultur verwendeten Boden eine
Kultur wie Runkelrüben oder Tabak wachsen, die das Unkraut vertilgt.
Überhaupt soll möglichster Fruchtwechsel geübt werden, damit der Boden
trotz der Düngung nicht einseitig ausgesogen werde.
Die Entwicklung und das Reifen des Korns sind, was die Zeitdauer
betrifft, hauptsächlich vom Klima und von der Getreidesorte abhängig.
Das als Winterkorn bezeichnete Getreide wird in den nördlichen Gegenden
der gemäßigten Zone im Oktober, in den südlichen jedoch erst im
Dezember gesät. Das Sommerkorn dagegen kommt erst im März oder April
zur Aussaat. Für ein einigermaßen rauhes Klima kann als Grundregel
gelten, daß das Korn keine Spur von Wachstum zeigt, so lange die
Temperatur niedriger als + 6° C. ist, und daß es ungefähr drei Wochen
wachsen muß, bevor es der Winterkälte Widerstand zu leisten vermag.
Um eine reiche Ernte zu erzielen, muß das Saatkorn völlig reif und
schwer sein, sich trocken anfühlen, leicht durch die Finger gleiten
und durch die Unkraut-Auslesemaschinen vom Unkraut befreit sein.
Um allfällige, dem unbewaffneten Auge unsichtbar an ihm haftende
Krankheitskeime, besonders des Getreiderostes und Stinkbrandes zu
entfernen, wird es zudem vor der Aussaat gekalkt oder geschwefelt;
letzteres ist die am meisten geübte, gründlichste und zugleich
billigste Methode. Dazu wird das Saatkorn in einem Bottich mit einer
Lösung von 300 g schwefelsaurem Kupfer auf 100 Liter Wasser gewaschen,
wobei die obenauf schwimmenden leichten Körner als zur Saat ungeeignet
entfernt werden. Bei dem nur auf kleineren Bauernhöfen geübten Kalken
wird das Korn mit einer aus 1,5 Liter ungelöschtem Kalk auf 100 Liter
Wasser hergestellten Kalkmilch begossen und dabei fortgesetzt mit
der Schaufel umgewendet, damit jedes einzelne Korn gut mit der Masse
imprägniert werde.
Diese Vorsichtsmaßregel ist durchaus nötig, denn der Weizen wird wie
alle Kulturpflanzen von verschiedenen bösartigen Pilzkrankheiten
heimgesucht. Beim +Stinkbrand+ werden die Fruchtknoten mit einer stark
nach Heringslake riechenden, klebrig-schmierigen Sporenmasse erfüllt.
Kommen solche erkrankte Ähren unter das Getreide, und werden gemahlen,
so können große Mengen von Mehl vollständig unbrauchbar gemacht werden.
Noch verbreiteter und, wenn möglich, bösartiger ist der +Getreiderost+,
der alle Getreidearten heimsucht. Es bilden sich dabei an den Blättern
rötliche Flecken, die die Entwicklung der Pflanze hindern und nicht
bloß den Ertrag herabsetzen, sondern auch das Eingehen der erkrankten
Pflanze bewirken können. Rost kommt aus der germanischen Wurzel
~rud~, d. h. rot. Bei den Griechen hieß er ~erisýbē~ und bei den
Römern ~rubigo~ (von ~rubus~ rot). Aus Furcht vor dieser schlimmen
Getreidekrankheit opferten die letzteren sogar dem Gotte Rubigus und
feierten zur Abwendung der Krankheit am 25. April die Rubigalien.
Schon den Bauern des Mittelalters war es aufgefallen, daß die
Rostkrankheit des Getreides sich immer nur da zeigte, wo in der Nähe
der Felder Berberitzensträucher standen. Obgleich durchaus kein Beweis
für diesen Zusammenhang erbracht werden konnte, war der Glaube daran
schon so tief gefestigt, daß häufig die Gerichte die Entfernung von
Berberitzensträuchern aus der Nähe von Getreidefeldern beantragten.
Erst vor verhältnismäßig kurzer Zeit wurde von der wissenschaftlichen
Forschung der untrügliche Beweis erbracht, daß die Praxis ganz richtig
erkannt hatte. Ein und derselbe Pilz (~Puccinia graminis~) bedarf zu
seinem Fortkommen des Wirtswechsels, indem er in der einen Generation
auf den Getreidehalmen und in der folgenden auf den Blättern der
Berberitze, wo er hellgelbe Pusteln verursacht, sich ansiedelt, um
endlos diesen Kreislauf aufs neue zu vollführen. Deshalb dürfen auch
absolut keine Berberitzensträucher in der Nähe von Getreidefeldern
geduldet werden. Dies sei nur nebenbei bemerkt, um begreiflich zu
machen, wie sehr eine Desinfektion des Saatkornes nötig ist.
[Illustration: Bild 2. Weizenälchen (~Tylenchus scandens~), stark
vergrößert.]
Von tierischen Parasiten des Weizens ist vor allem das +Weizenälchen+
(~Tylenchus scandens~) zu nennen, welches das sogenannte Gichtigwerden
oder den +Faulbrand+ des Weizens verursacht und dadurch oft gewaltigen
Schaden anrichtet. Die jungen Älchen dringen in die Blütenähre ein
und bilden, ähnlich wie manche Insektenlarven Galläpfel, eine abnorme
Entwicklung des Korns, was man als Gicht oder Radenkorn bezeichnet.
Die Weibchen legen darein eine große Menge Eier und sterben, wie
auch die Männchen, ab. Aus den Eiern entwickeln sich geschlechtslose
Larven, die in Anabiose, eingetrocknet den staubigfaserigen Inhalt des
Gichtkorns bilden. Gelangt letzteres mit den gesunden Weizenkörnern
in den feuchten Ackerboden, so werden die winzigen Würmchen durch
Wasserzufuhr wieder lebendig, gelangen zu einer jungen Weizenpflanze,
kriechen an derselben hinauf, halten sich bei trockener Witterung in
den Blattscheiden ohne Bewegung und Lebenszeichen auf, suchen aber
bei einfallendem Regen mit dem Emporwachsen des Halmes immer weiter
nach oben zu kommen und gelangen so zu einer Zeit schon in die oberste
Blattscheide, da sich die Blüte zu bilden beginnt. In diese dringen sie
nun ein, wachsen zur Geschlechtsreife heran, paaren sich und pflanzen
sich fort, um den Kreislauf stets wieder aufs neue zu vollenden.
Bemerkenswert ist die außerordentliche Zählebigkeit der Weizenälchen,
die, wie mehrfache Versuche bewiesen, nach 20 und mehr Jahren völliger
Eintrockung bei Befeuchtung wieder aufleben. Naturgemäß tritt der
Faulbrand in nassen Jahren stärker auf als in trockenen. Der Landmann
muß sich gegen den Schädling dadurch schützen, daß er alle gichtigen
Körner des Weizens -- am besten durch Verbrennen -- vernichtet und
zum Säen nur gesundes, in einer halbprozentigen Kupfervitriollösung
gebeiztes Saatgut verwendet.
So vorbereitet wird das Korn mit voller Hand, breitwürfig, wie man zu
sagen pflegt, auf den durch Pflügen und Eggen vorbereiteten Boden gesät
und durch nochmaliges Eggen möglichst in ihn hineingebracht; denn alle
an der Oberfläche liegen bleibenden Körner erliegen der Kälte oder der
Sonnenwärme, oder werden von den danach lüsternen Vögeln, besonders
Tauben, weggepickt. Viel besser als die Menschenhand besorgen dies
Geschäft die modernen Sämaschinen, die ausgezeichnet rasch und gut
arbeiten und über die Hälfte des Saatkorns ersparen, indem sie den
Samen gleich in die Erde versenken.
Vierzehn Tage nach der Aussaat erscheinen die ersten Keime, so daß
der Ackerboden einen grünen Anflug erhält. Im Laufe des Frühjahrs und
Sommers wächst nun das Korn im Wechsel von Regen und Sonnenschein
heran, treibt seine Blüten, die durch den Wind mit dem reichlich
ausstäubenden Pollen befruchtet werden, und läßt den Samen reifen.
Sobald die Samenkörner so fest geworden sind, daß sie ohne große
Anstrengung durch den Nagel gerade noch einen Eindruck bekommen,
beginnt die Ernte, die in kleineren Betrieben noch von Hand, sonst
aber in zunehmendem Maße ebenfalls durch Maschinen besorgt wird. Durch
Maschinen wird es auch gedroschen, geworfelt, gesiebt und dabei die
Getreidekörner nach der Größe sortiert, während das Stroh automatisch
zu Bündeln vereinigt wird. Die Getreidesäcke werden in gut gelüfteten
Scheunen aufbewahrt -- in den Zentren des Getreidebaus benutzt man
dazu besondere Silos mit automatisch arbeitenden Elevatoren. Für den
menschlichen Gebrauch wird dann das Korn in den Mühlen gemahlen und
kommt als Mehl verschiedenster Sorte teils zum Bäcker, teils an die
Makkaroni- oder Schiffszwiebackfabrikanten oder wird sonstwie in den
einzelnen Haushaltungen zur Herstellung von allerlei Eßwaren verwendet.
Jahrtausende hindurch haben unsere Ahnen der vorgeschichtlichen und
frühgeschichtlichen Zeit das zur Herstellung des Breies, der Grütze und
später auch des Fladenbrotes nötige, damals noch äußerst grobkörnige
und vielfach mit feinen Gesteinssplittern vermengte Mehl selbst
herstellen müssen. Zu diesem Zwecke wurde das meist kurz geschnittene
Korn durch die Hufe der darüber getriebenen Rinder, Ziegen oder Schafe
ausgetreten -- woher überhaupt die lateinische Bezeichnung des Weizens
~triticum~ (von ~tritare~ = austreten), d. h. das „Ausgetretene“
herrührt -- und in Vorratsbehältern verschiedenster Gestalt aufbewahrt.
Daraus holten sich die Frauen jeweilen ihren täglichen Bedarf an Korn.
Wie heute noch im Orient, konnte man einst früh morgens noch vor dem
Morgengrauen das Reibegeräusch der primitiven steinernen Handmühlen in
den Siedlungen der Stein- und Bronzezeit hören, in denen die Frauen
das Mehl zur Herstellung des Breies oder der flachen, ungetriebenen
Brotfladen für das Frühstück herstellten. Es war dies die erste Arbeit
des Tages, soviel Korn als für die erste Mahlzeit der Hausgenossen
nötig war, zu Mehl zu mahlen. Deshalb heißt es in den Lobsprüchen eines
tugendsamen Weibes aus den Sprüchen Salomos (Kap. 31, Vers 15) von
„der Frau, die morgens früh aufsteht, wenn es noch Nacht ist, und die
Speise für ihren Mann, die Kinder und das Gesinde bereitet“, d. h. auf
der Handmühle das für den ersten Tagesbedarf erforderliche Korn zu Mehl
mahlt.
[Illustration: Bild 3. Auf einer Handmühle Korn zu Mehl verreibende
Ägypterin.
Statuette aus Kalkstein um 2600 v. Chr., jetzt im Alten Museum in
Berlin.]
[Illustration:
Tafel 1.
1. Roggen, 2. blühendes Roggenährchen, 3. Spelt oder Dinkel, 4.
vierzeilige Gerste, 5. Emmer, 6. unbegrannter Weizen, 7. begrannter
Weizen, 8. reifes Ährchen von unbegranntem Weizen, 9. zweizeilige
Gerste, 10. Hafer, 11. Haferährchen in der Blüte, 12. sechszeilige
Gerste, 13. Ährchen der zweizeiligen Gerste.]
[Illustration:
Tafel 2.
(Phot. von E. Reinhardt.)