[97] +Commons' Journals, April 24, 25, 26; Grey's Debates; Narcissus

Luttrell's Diary.+ Narcissus ist ungewöhnlich entrüstet. Er nennt die

Bill »einen arglistigen Streich der Fanatiker, die Bischöfe und die

meisten Geistlichen der englischen Kirche zu vertreiben.« In einem

whiggistischen Pasquill betitelt: +»A speech intended to have been

spoken on the Triennial Bill on Jan. 28. 1692/93«+, heißt es vom

Könige, er sei höchst ungehalten über die Abschwörungsbill gewesen.

[98] +Lords' Journals, May 1. 1690.+ Diese Bill befindet sich in den

Archiven des Hauses der Lords. Burnet verwechselt sie mit der Bill,

welche die Gemeinen in der vorhergehenden Woche verworfen hatten.

Ralph, der wohl sah, daß Burnet einen Fehler gemacht, aber nicht

merkte, wo der Fehler lag, machte bei dem Versuche, denselben zu

verbessern, noch mehrere andere dazu, und der Oxforder Herausgeber des

Burnet ist durch Ralph confus geworden.

[99] +Lords' Journals, May 2., 3. 1690;+ Van Citters vom 2. Mai;

+Narcissus Luttrell's Diary;+ Burnet II. 44 und Dartmouth's Note. Die

von dem Ausschusse vorgenommenen Abänderungen kann man an der Bill

selbst in den Archiven des Oberhauses sehen.

[100] Diese Unterschiede wurden seiner Zeit viel besprochen. Van

Citters, 20. (30.) Mai 1690.

[101] +Stat. W. & M. sess. I. c. 10.+

[102] Roger North war einer von den vielen Mißvergnügten, welche nicht

müde wurden, diese Saite anzuschlagen.

[103] +Stat. 2. W. & M. sess. 1. c. 6; Grey's Debates, April 29., May

1., 5., 6., 7., 1690.+

[104] +Story's Impartial History; Narcissus Luttrell's Diary.+

[105] Avaux, 15. (25.) Jan. 1690.

[106] +Macariae Excidium+. Dieses höchst interessante Werk ist unlängst

mit großer Sorgfalt und großem Fleiße von Mr. O'Callaghan herausgegeben

worden. Ich verdanke seiner Gelehrsamkeit und seinem Fleiße so viel,

daß ich sehr gern die nationale Parteilichkeit entschuldige, welche

zuweilen, wie mir scheint, seinem Urtheile eine falsche Richtung giebt.

Wenn ich das +Macariae Excidium+ anführe, so führe ich stets den

lateinischen Text an. Die englische Lesart ist meiner Ueberzeugung nach

nichts als eine Uebersetzung aus dem Lateinischen, und zwar eine sehr

nachlässige und unvollständige Uebersetzung.

[107] Avaux, 14. (24.) Nov. 1689.

[108] Louvois schreibt an Avaux unterm 26. Dec. (5. Jan.) 1689/90:

+»Comme le Roy a veu par vos lettres que le Roy d'Angleterre craignoit

de manquer de cuivre pour faire de la monnoye, Sa Majesté a donné ordre

qu'on mist sur le bastiment qui portera cette lettre une pièce de canon

du calibre de deux qui est éventée, de laquelle ceux qui travaillent

à la monnoye du Roy d'Angleterre pourront se servir pour continuer à

faire de la monnoye.+«

[109] Louvois an Avaux, 1. (11.) Nov. 1689. Aus den Listen

im französischen Kriegsministerium geht hervor, daß die Zahl

der Truppen, welche Ludwig nach Irland schickte, sich auf

siebentausendzweihunderteinundneunzig Mann aller Grade belief. Im

französischen Kriegsministerium befindet sich ein Brief vom Marschall

d'Estrées, der die vier irischen Regimenter bald nach ihrer Landung in

Brest sah. Er schildert sie als +»mal chaussés, mal vêtus, et n'ayant

point d'uniforme dans leurs habits, si ce n'est qu'ils sont tous

fort mauvais.«+ Ein sehr genauer Bericht über Macarthy's Wortbruch

findet sich in Mr. O'Callaghan's +History of the Irish Brigades+. Ich

muß bedauern, daß ein Schriftsteller, dem ich so viel verdanke, ein

Benehmen zu vertheidigen sucht, das nach seiner eigenen Darstellung

desselben im höchsten Grade ehrlos war.

[110] Lauzun an Louvois, 28. Mai (7. Juni) und 16. (26.) Juni 1690 im

französischen Kriegsministerium.

[111] Siehe die späteren Briefe von Avaux.

[112] Avaux an Louvois, 14. (24.) März 1690; Lauzun an Louvois,

23. März (3. April).

[113] +Story's Impartial History;+ Lauzun an Louvois, 20. (30.) Mai

1690.

[114] Lauzun an Louvois, 28. Mai (7. Juni) 1690.

[115] Lauzun an Louvois, 2. (12.) April, 10. (20.) Mai 1690. La

Hoguette, der den Rang eines Maréchal de Camp bekleidete, schrieb um

die nämliche Zeit in demselben Sinne an Louvois.

[116] +»La politique des Anglois a été de tenir ces peuples cy comme

des esclaves, et si bas qu'il ne leur estoit pas permis d'apprendre à

lire et à écrire. Cela les a rendu si bestes qu'ils n'ont presque point

d'humanité. Rien ne les esmeut. Ils sont peu sensibles à l'honneur; et

les menaces ne les estonnent point. L'interest même ne les peut engager

au travail. Ce sont pourtant les gens du monde les mieux faites.«+

Desgrigny an Louvois, 27. Mai (6. Juni) 1690.

[117] Siehe Melfort's Briefe an Jakob, geschrieben im October 1689.

Sie befinden sich unter den +Nairne Papers+ und wurden von Macpherson

gedruckt.

[118] +Life of James, II. 443. 450;+ Prozesse Ashton's und Preston's.

[119] Avaux schrieb unterm 5. Juni 1689 folgendermaßen an Ludwig:

+»Il nous est venu des nouvelles assez considérables d'Angleterre et

d'Escosse. Je me donne l'honneur d'en envoyer des mémoires à vostre

Majesté, tels que je les ay receus du Roy de la Grande Bretagne.

Le commencement des nouvelles dattées d'Angleterre est la copie

d'une lettre de M. Pen, que j'ay veue en original.«+ Das +Mémoire

des Nouvelles d'Angleterre et d'Escosse+, das mit dieser Depesche

eingesandt wurde, beginnt mit folgenden Sätzen, welche Penn's Briefen

entnommen sein müssen: +»Le Prince d'Orange commence d'estre fort

dégoutté de l'humeur des Anglois; et la face des choses change bien

viste, selon la nature des insulaires; et sa santé est fort mauvaise.

Il y a un nuage qui commence à se former au nord des deux royaumes,

où le Roy a beaucoup d'amis, ce qui donne beaucoup d'inquiétude au

principaux amis du Prince d'Orange, qui, estant riches, commencent

à estre persuadez que ce sera l'espée qui décidera de leur sort, ce

qu'ils ont tant taché d'éviter. Ils appréhendent une invasion d'Irlande

et de France; et en ce cas le Roy aura plus d'amis que jamais.«+

[120] +»Le bon effet, Sire, que ces lettres d'Escosse et d'Angleterre

ont produit, est qu'elles ont enfin persuadé le Roy d'Angleterre qu'il

ne recouvrera ses estats que les armes à la main; et ce n'est pas peu

de l'en avoir convaincu.«+

[121] Van Citters an die Generalstaaten 1. (11.) März 1689; Van Citters

nennt Penn +»den bekenden Archquaker.«+

[122] Siehe seinen Prozeß in der +Collection of State Trials+, und die

Protokolle der Lords vom 11. 12. und 27. Nov. 1689.

[123] Eine Sendung von zweitausend Pistolen ist in einem Schreiben

von Croissy an Avaux vom 16. (26.) Febr. 1689 erwähnt. Jakob befiehlt

Preston in einem vom 26. Jan. 1689 datirten Briefe, sich noch immer,

trotz Melfort's Ernennung, als Staatssekretär zu betrachten.

[124] +Narcissus Luttrell's Diary; Commons' Journals, May 14., 15., 20.

1690. Kingston's True History, 1697.+

[125] +»The Whole Life of Mr. William Fuller, being an Impartial

Account of his Birth, Education, Relations and Introduction into

the Service of the late King James and his Queen, together with a

True Discovery of the Intrigues for which he lies now confined; as

also of the Persons that employed and assisted him therein, with his

Hearty Repentance for the Misdemeanours he did in the late Reign, and

all others whom he hath injured; impartially writ by Himself during

his Confinement in the Queen's Bench, 1703.«+ Ich werde dieses Buch

natürlich mit Vorsicht benutzen.

[126] +Fuller's Life of himself.+

[127] +Clarendon's Diary, March 6, 1690; Narcissus Luttrell's Diary.+

[128] +Clarendon's Diary, May 10. 1690.+

[129] Er schrieb an Portland: +»Je plains la povre reine, qui est en

des terribles afflictions.«+

[130] Siehe die Briefe Shrewsbury's in Coxe's Correspondenz, Theil I.

Kap. 1.

[131] Daß Lady Shrewsbury eine Jakobitin war und ihr Möglichstes that,

um auch ihren Sohn zu einem solchen zu machen, geht mit Gewißheit

aus einer Schrift Lloyd's vom Mai 1694 hervor, die sich unter den

Nairne'schen Manuscripten befindet und von Macpherson abgedruckt wurde.

[132] Dies wird durch einige Worte in einer Schrift bewiesen, welche

Jakob im November 1692 der französischen Regierung vorlegte. +»Il y

a,«+ sagt er, +»le Comte de Shrusbery, qui, étant Secrétaire d'Etat du

Prince d'Orange, s'est défait de sa charge par mon ordre.«+ Eine Copie

dieser höchst werthvollen Schrift befindet sich in den Archiven des

französischen Kriegsministeriums, eine andre unter den Nairne'schen

Manuscripten in der Bodlejanischen Bibliothek. Eine englische

Uebersetzung findet man in Macpherson's Sammlung.

[133] Burnet II. 45.

[134] Shrewsbury an Somers, 22. Sept. 1697.

[135] Unter den +State Poems (vol. II. p. 211.)+ findet sich ein

Gedicht, dem ein unwissender Herausgeber den Titel gegeben hat: +»A

Satyr written when the K-- went to Flanders and left nine Lords

Justices.«+ Ich habe eine augenscheinlich gleichzeitige Abschrift von

dieser Satyre mit der Jahrzahl 1690. Es springt in der That auf den

ersten Blick in die Augen, daß die neun Personen, welche den Gegenstand

der Satyre bilden, die neun Mitglieder des inneren Raths sind, welche

Wilhelm ernannte, um Marien zu unterstützen, als er nach Irland ging.

Einige von ihnen waren niemals Lords Justices.

[136] Aus einer von Lowther geschriebenen Erzählung, die sich unter den

Mackintosh-Manuscripten befindet.

[137] Siehe Mariens Briefe an Wilhelm, veröffentlicht von Dalrymple.

[138] +Clarendon's Diary, May 30. 1690.+

[139] Gerhard Croese.

[140] Burnet II. 46.

[141] +The Duchess of Marlborough's Vindication.+

[142] London Gazette vom 5., 12., 16. Juni 1690; Hop an die

Generalstaaten aus Chester vom 9. (19.) Juni. Hop begleitete Wilhelm

als Gesandter der Generalstaaten nach Irland.

[143] +Clarendon's Diary, June 7., 12. 1690; Narcissus Luttrell's

Diary;+ Baden, der holländische Legationssekretär an Van Citters,

10. (20.) Juni, +Fuller's Life of himself; Welwood's Mercurius

Reformatus, June 11. 1690.+

[144] +Clarendon's Diary, June 8. 1690.+

[145] +Clarendon's Diary, June 10.+

[146] Baden an Van Citters, 20. (30.) Juni 1690; +Clarendon's Diary,

June 19.; Narcissus Luttrell's Diary.+

[147] +Clarendon's Diary, June 25.+

[148] +Narcissus Luttrell's Diary.+

[149] Memoiren Saint-Simons.

[150] London Gazette, 26. Juni 1690; Baden an Van Citters, 24. Juni

(4. Juli).

[151] Marie an Wilhelm, 26. Juni 1690; +Clarendon's Diary+ von

demselben Datum; +Narcissus Luttrell's Diary.+

[152] Marie an Wilhelm, 28. Juni und 2. Juli 1690.

[153] Bericht der Commission der Admiralität an die Königin, datirt

aus Sheerneß vom 18. Juli 1690; Aussagen der Kapitains Cornwall,

Jones, Martin und Hubbard, und des Viceadmirals Delaval; Burnet II.

52, und Sprecher Onslow's Note; +Mémoires du Maréchal de Tourville;

Memoirs of Transactions at Sea by Josiah Burchett Esq., Secretary

to the Admiralty, 1703; London Gazette, July 3.; Historical and

Political Mercury for July 1690;+ Marie an Wilhelm vom 2. Juli;

Torrington an Caermarthen, 1. Juli. Den Bericht über die Schlacht in

der Pariser Gazette vom 15. Juli 1690 kann man nicht ohne Beschämung

lesen: +»On a sceu que les Hollandois s'estoient très bien battus et

qu'ils s'estoient comportez en cette occasion en braves gens, mais

que les Anglois n'en avoient pas agi de même.«+ In der französischen

offiziellen Darstellung der Schlacht auf der Höhe von Cap Bevézier --

eine sonderbare Corruption von Pevensey -- lauten einige Stellen in dem

nämlichen Sinne: +»Les Hollandois combattirent avec beaucoup de courage

et de fermeté; mais ils ne furent pas bien secondez par les Anglois.«

-- »Les Anglois se distinguèrent des vaisseaux de Hollande par le peu

de valeur qu'ils montrèrent dans le combat.«+

[154] +Life of James, II. 409; Burnet, II. 5.+

[155] +London Gazette, June 30. 1690; Historical and Political Mercury

for July 1690.+

[156] Nottingham an Wilhelm vom 15. Juli 1690.

[157] +Burnet II. 53. 54.; Narcissus Luttrell's Diary, July 7., 11.,

1690; London Gazette, July 14. 1690.+

[158] Marie an Wilhelm, 3., 10. Juli 1690; Shrewsbury an Caermarthen,

15. Juli.

[159] Marie an die Generalstaaten, 12. Juli; +Burchett's Memoirs; An

important Account of some remarkable Passages in the Life of Arthur,

Earl of Torrington, 1691.+

Sechzehntes Kapitel.

Wilhelm und Marie.

Inhalt.

Seite

Wilhelm landet in Carrickfergus und begiebt sich nach Belfast 5

Zustand Dublin's 6

Wilhelm's militärische Maßregeln 6

Wilhelm marschirt südwärts 8

Die irländische Armee zieht sich zurück 8

Die Irländer halten am Boyne Stand 9

Die Armee Jakob's 10

Die Armee Wilhelm's 11

Walker, nunmehriger Bischof von Derry, begleitet die Armee 12

Wilhelm recognoscirt die Stellung der Irländer 13

Wilhelm wird verwundet 13

Schlacht am Boyne 14

Jakob's Flucht 18

Verlust der beiden Armeen 20

Fall von Drogheda 20

Zustand von Dublin 20

Jakob's Flucht nach Frankreich 22

Dublin wird von den französischen und irischen Truppen geräumt 22

Wilhelm's Einzug in Dublin 23

Eindruck der Nachrichten aus Irland in Frankreich 23

Eindruck der Nachrichten aus Irland in Rom 24

Eindruck der Nachrichten aus Irland in London 25

Jakob's Ankunft in Frankreich; sein Empfang daselbst 26

Tourville versucht eine Landung in England 27

Teignmouth wird zerstört 30

Erbitterung der englischen Nation gegen die Franzosen 31

Die jakobitische Presse 32

Die jakobitische Gebets- und Demüthigungsformel 33

Entrüstung gegen die eidverweigernden Bischöfe 34

Militärische Operationen in Irland; Waterford genommen 36

Die irische Armee bei Limerick zusammengezogen. Lauzun erklärt,

daß der Platz nicht zu halten sei 37

Die Irländer bestehen auf der Vertheidigung von Limerick 38

Tyrconnel ist gegen die Vertheidigung von Limerick 39

Limerick wird von den Irländern allein vertheidigt 40

Sarsfield überrumpelt die englische Artillerie 41

Ankunft Baldearg O'Donnel's in Limerick 42

Die Belagerer leiden vom Regen 44

Erfolgloser Sturm auf Limerick; die Belagerung aufgehoben 44

Tyrconnel und Lauzun gehen nach Frankreich 45

Wilhelm kehrt nach England zurück 46

Wilhelm's Empfang in England 46

Expedition nach dem Süden Irland's 47

Marlborough nimmt Cork 47

Marlborough nimmt Kinsale 48

Die schottischen Angelegenheiten 49

Intriguen Montgomery's mit den Jakobiten 49

Krieg in den Hochlanden 50

Fort William erbaut 51

Zusammentritt des schottischen Parlaments 52

Melville Lord Obercommissar 52

Die Regierung erlangt die Majorität 52

Kirchliche Gesetzgebung 54

Auflösung der Coalition zwischen dem Club und den Jakobiten 58

Die Häupter des Clubs verrathen einander 59

Allgemeine Ergebung in die neue Kirchenverfassung 62

Klagen der Episkopalen 62

Die presbyterianischen Eidverweigerer 63

Wilhelm unzufrieden mit den kirchlichen Einrichtungen in

Schottland 66

Zusammentritt der Generalversammlung der schottischen Kirche 67

Lage der Dinge auf dem Continent 68

Der Herzog von Savoyen schließt sich der Coalition an 68

Steuerbewilligungen 69

Mittel und Wege 70

Verfahren gegen Torrington 71

Torrington's Prozeß und Freisprechung 72

Erbitterung der Whigs gegen Caermarthen 73

Ein jakobitisches Complot 75

Zusammenkunft der Hauptverschwörer 76

Die Verschwörer beschließen, Preston nach Saint-Germains zu

schicken 77

Die Preston anvertrauten Papiere 77

Caermarthen von dem Complot unterrichtet 79

Verhaftung Preston's und seiner Begleiter 79

[_Wilhelm landet in Carrickfergus und begiebt sich nach Belfast._]

Wilhelm war das ganze Frühjahr mit Ungeduld in Ulster erwartet worden.

Falsche Gerüchte von seiner Ankunft hatten im Laufe des Monats Mai die

protestantischen Niederlassungen längs der Küste dieser Provinz zu

wiederholten Malen in Bewegung gesetzt. Erst am Nachmittag des 14. Juni

landete er in Carrickfergus. Die Bewohner der Stadt hatten sich in der

Hauptstraße versammelt und begrüßten ihn mit lautem Jubel, aber sie

sahen ihn nur auf einen Augenblick. Sobald er festen Boden unter seinen

Füßen hatte, stieg er in seinen Wagen und reiste nach Belfast. Unterwegs

begegnete er Schomberg. Das Zusammentreffen fand dicht bei einem weißen

Hause statt, der einzigen menschlichen Wohnung, welche damals auf einer

Strecke von vielen Meilen an dem öden Strande der Bucht des Laggan zu

sehen war. Gegenwärtig erheben sich auf der Stelle, wo damals das weiße

Haus stand, ein Dorf und eine Baumwollenfabrik und das ganze Ufer ist

mit Landhäusern, Parkanlagen und Gärten besäumt. Belfast ist einer der

größten und blühendsten Sitze des Gewerbfleißes auf den britischen

Inseln geworden und hat jetzt eine betriebsame Bevölkerung von

achtzigtausend Seelen. Die Zölle, welche jährlich im Zollhause bezahlt

werden, übersteigen die, welche in den günstigsten Jahren der Regierung

Karl's II. im Zollhause zu London entrichtet wurden. Andere irische

Städte mögen dem Auge einen malerischeren Anblick darbieten; aber

Belfast ist die einzige große Stadt Irland's, in der der Reisende nicht

durch den widerlichen Anblick und Geruch langer Reihen menschlicher

Höhlen abgeschreckt wird, welche an Comfort und Sauberkeit den in

glücklicheren Ländern für das Vieh bestimmten Wohnungen bei weitem

nachstehen. In keiner andren großen irischen Stadt herrscht eine solche

Reinlichkeit, keine andre ist so gut gepflastert und so glänzend

erleuchtet. Anstatt der Kuppeln und Thürme sieht man Gebäude, welche dem

Geschmack zwar weniger zusagen, aber nicht minder von Wohlstand zeugen,

gewaltige Fabriketablissements, die um mehrere Stockwerke über die

Schornsteine der Wohnhäuser emporragen und die Luft mit dem Getöse ihrer

Maschinen erfüllen. Das Belfast, in welches Wilhelm einzog, war eine

kleine englische Niederlassung von ungefähr dreihundert Häusern, von

einem längst verschwundenen stattlichen Schlosse beherrscht, dem

Stammsitze der edlen Familie Chichester. In diesem Schlosse, das einige

Aehnlichkeit mit dem Palaste von Whitehall gehabt haben soll und das

durch seine sich auf der Flußseite weit hinab erstreckenden Terrassen

und Gartenanlagen berühmt war, hatte man Vorbereitungen zum Empfange des

Königs getroffen. Am nördlichen Eingange wurde er von den Behörden und

Gemeinderäthen in ihrer Amtstracht bewillkommnet, und die Menge drängte

sich mit dem Rufe: »Gott segne den protestantischen König!« um seinen

Wagen. Denn die Stadt war eines der Bollwerke des reformirten Glaubens,

und als zwei Generationen später die Einwohner zum ersten Male gezählt

wurden, ergab es sich, daß die Katholiken nicht mehr als ein Funfzehntel

der Bevölkerung bildeten.[1]

Die Nacht brach herein, aber die protestantischen Grafschaften waren

wach und auf den Beinen. Eine Geschützsalve vom Schlosse zu Belfast

hatte die Ankunft des Königs verkündet. Sie wurde wiederholt durch

Kanonen, welche Schomberg in weiten Entfernungen von einander

aufgepflanzt hatte, um von einem Posten zum andren Signale geben zu

können. Ueberall wo die Schüsse gehört wurden, wußte man, daß König

Wilhelm angekommen war, und noch vor Mitternacht loderten auf allen

Höhen von Antrim und Down Freudenfeuer. Der Feuerschein wurde am andren

Ufer der Buchten von Carlingford und Dundalk gesehen und verkündete den

Vorposten des Feindes, daß die entscheidende Stunde herannahte. Am

zweiten Tage nach Wilhelm's Landung reiste Jakob von Dublin ins irische

Lager ab, das unweit der nördlichen Grenze von Leinster aufgeschlagen

war.[2]

[_Zustand Dublin's._] In Dublin war die Aufregung furchtbar. Niemand

konnte mehr daran zweifeln, daß die entscheidende Krisis bevorstand, und

die Qual der Ungewißheit steigerte die Leidenschaften der beiden

feindlichen Racen auf den Höhepunkt. Die Mehrheit konnte in den Blicken

und Reden der unterdrückten Minderheit unschwer Zeichen entdecken,

welche die Hoffnung auf eine baldige Befreiung und eine furchtbare Rache

verriethen. Simon Luttrell, unter dessen Obhut die Hauptstadt gestellt

war, beeilte sich die Vorsichtsmaßregeln zu ergreifen, welche Angst und

Haß ihm eingaben. Es erschien eine Proklamation, welche allen

Protestanten einschärfte, von Einbruch der Dunkelheit bis zum

Tagesanbruch zu Hause zu bleiben, und ihnen bei Todesstrafe verbot, sich

an irgend welchem Orte und zu irgend welchem Zwecke in Gruppen von mehr

als fünf Personen zu versammeln. Selbst gegen diejenigen Geistlichen der

Landeskirche, welche nie aufgehört hatten, die Lehre vom

Nichtwiderstande zu predigen, wurde keine Nachsicht geübt. Doctor

Wilhelm King, der, nachdem er lange standhaft geblieben, seit kurzem in

seinem politischen Glauben wankend zu werden begann, wurde gefänglich

eingezogen. Kein Gefängniß war groß genug, um nur die Hälfte von Denen

aufzunehmen, welche der Gouverneur in Verdacht schlimmer Absichten

hatte. Das Collegium und mehrere Pfarrkirchen wurden dazu benutzt, und

in diesen Gebäuden waren Leute, denen nichts zur Last gelegt werden

konnte als ihre Religion, in solchen Massen zusammengepfercht, daß sie

kaum athmen konnten.[3]

[_Wilhelm's militärische Maßregeln._] Inzwischen betrieben die beiden

rivalisirenden Fürsten eifrig die Zusammenziehung ihrer Truppen.

Loughbrickland war der Ort, den Wilhelm zum Sammelplatz für die

zerstreuten Divisionen seiner Armee bestimmt hatte. Während seine

Truppen sich sammelten, arbeitete er unermüdlich darauf hin, ihre

Disciplin zu verbessern und für ihren Unterhalt zu sorgen. Er hatte aus

England zweihunderttausend Pfund Sterling baares Geld und eine große

Menge Kriegsbedarf und Lebensmittel mitgebracht. Alles Plündern wurde

bei strenger Strafe verboten. Zu gleicher Zeit wurden reichlich

Lebensmittel vertheilt und alle Regimentszahlmeister waren angewiesen,

ihre Rechnungen immer sofort einzureichen, damit keine Rückstände

blieben.[4] Thomas Coningsby, Parlamentsmitglied für Leominster, ein

thätiger und nicht skrupulöser Whig, begleitete den König und fungirte

als Generalzahlmeister. Es verdient besonders erwähnt zu werden, daß

Wilhelm zu dieser Zeit den Zolleinnehmer von Belfast ermächtigte, jedes

Jahr zwölfhundert Pfund an einige der angesehensten dissentirenden

Geistlichen von Down und Antrim zu zahlen, als Unterstützung für sie und

ihre Amtsbrüder. Der König erklärte, daß er diese Summe den

nonconformistischen Geistlichen theils als Belohnung für ihre ihm

bewiesene ausgezeichnete Loyalität, theils als eine Entschädigung für

ihre neuerlichen Verluste aussetze. Dies ist der Ursprung der Schenkung,

welche die Regierung noch jetzt alljährlich den presbyterianischen

Geistlichen von Ulster zukommen läßt.[5]

Geschichte von England seit der Thronbesteigung Jakob's des Zweiten. Achter Band: enthaltend Kapitel 15 und 16. · 第 11 / 22 段