Erkerzimmer. Albrecht tritt mit Agnes ein. Der Kastellan folgt.
Albrecht (zu Agnes, die einzutreten zaudert). Nun? (Zum Kastellan.)
Also dies ist das Zimmer?
Kastellan. Dies ist das Zimmer!
Albrecht. Ein wahrer Lug ins Land!
Kastellan. Ja, von hier aus sieht man die Feinde zuerst, aber auch
die Freunde. Das sagte die Hochselige, als sie's zum ersten Mal
betrat und geradeso, wie Ew. Gnaden jetzt, aufs Fenster zuging!
Albrecht. Wir hätten früher kommen sollen, nicht wahr, Alter, gleich
nach der Ankunft? Denn ich merk's wohl, daß meine Mutter dich ins
Vertrauen gezogen hat!
Kastellan. Ei, ich brauch's nicht zu erfahren, warum das fünf Tage
später geschieht, als sie erwartete! Ich weiß ohne das, was ich dem
Burgwart und dem Kellermeister zu antworten hab, wenn sie die Köpfe
noch einmal zusammenstecken sollten, denn Ew. Gnaden stehen jetzt
darin, und also auch meine erlauchte Gebieterin Elisabeth von
Württemberg, nunmehr von Bayern!
Albrecht. Deine Gebieterin gewiß, wenn auch nicht Elisabeth von
Württemberg!
Kastellan. Nicht? Ich meinte doch! Anders freilich hätt' ich's mir
vorgestellt! Wenn Fürstinnen im Heiligen Römischen Reich sonst ihren
Brautzug hielten, meldete es ein Glockenturm dem andern durch
fröhlich Geläut, die Fahnen flogen, die Trompeten schmetterten und
bunte Herolde sprengten hin und her! Davon hat man diesmal nichts
gemerkt: nun, Gott segne die Herzogin dieser Lande und die
rechtmäßige Gemahlin meines Herrn! (Ab.)