»Was war mir Bucher!« so rief der Fürst einmal. »Solche Männer
wachsen nicht aus dem Holz der Geheimräte; er war wie eine Orgel,
man brauchte bloß die Register zu ziehen, und sie spielte von
selbst alle Akkorde und Stücke, die man wünschen mochte. Ihm
hätte noch eine ganz andere Stellung gebührt, doch war er nicht
entbehrlich, und so beschied er sich als ein getreuer Knecht vor
dem Herrn.«
Noch anders geartet war das Verhältnis, das zwischen dem Fürsten
Bismarck und seinem getreuen Hausarzte Professor Schweninger bestand.
Der Schloßherr von Friedrichsruh hatte diesen frischen, natürlichen und
klugen Mann wirklich lieb, und stets erhellten sich seine Züge, wenn
der schwarzbärtige Doktor in das Zimmer trat. Dafür brachte der Arzt
seinem erlauchten Patienten eine Verehrung entgegen, eine Hingebung und
Liebe wie kaum ein anderer. Er dachte nichts anderes, er fühlte nichts
als nur die Sorge um seinen alten Fürsten. Es war ihm nicht leicht
geworden, alle Widerstände zu überwinden, die im Bismarckschen Hause
seine derbe, nicht immer auf höfische Formen bedachte, aber aufrechte
und ehrliche Natur hervorrief. Aber bald genug trug er einen glänzenden
Sieg davon.
Überaus charakteristisch für diese Entwicklung ist ein Gespräch, das im
Jahre 1893 der ebenfalls recht derbe bayerische Redakteur Memminger mit
der Fürstin Bismarck hatte:
[Illustration: ~Auf den Haufen~
Die »Menschlichkeit« wirft Bismarcks Totenschädel auf einen Haufen, in
dem sich die Schädel von Loyola, Alexander, Napoleon, Ludwig =XIV.=,
Cesare Borgia, Cartouche, Karl =IX.=, Cäsar und anderer »Blutmenschen«
befinden. (»Le Grelot«, August 1898)]
[Illustration: ~Schmücken wir uns!~
Er beleidigte unsere Toten durch sein Siegerlächeln ... Franzosen, über
seinen Tod können wir uns nur freuen. (»La Silhouette«, August 1898)]