Der »Faust« ist meine Bibel

»Für Goethes Gedichte«, sagte Fürst Bismarck, »habe ich von Jugend

an viel Schwärmerei gehabt; noch jetzt lese ich abends im Bette,

wenn ich nicht einschlafen kann, Gedichte von ihm, auch Schiller,

Uhland, Chamisso ist mein Geschmack treu geblieben. Der ›Faust‹ ist

jedoch von der ganzen profanen Literatur meine Bibel. ›Clavigo‹,

›Stella‹, die ›Wahlverwandtschaften‹ sind mir ihres schlaffen

Helden wegen unsympathisch, aber sonst ist Goethe ganz mein

Geschmack.«

[Illustration: ~Der Kanzler in dreierlei Format~

Nicht länger läßt es sich verbergen,

Was durch den Tatbestand erwiesen:

Erst war’s ein Riese unter Zwergen,

Heut ist’s ein Zwerg nur unter Riesen!

(»Lustige Blätter«)]

Bismarck in Geschichte, Karikatur und Anekdote · 第 320 / 334 题