Otto: »Es kommt mich da mit eenmal zu viel Weiblichkeit in die Firma.«

Es handelt sich um die Zeit der Battenbergschen Hochzeit. Prinzeß

Viktoria sollte Herrin von Bulgarien werden. Bismarck widerstrebte

energisch dem Plane in hartem Kampfe gegen die herbeigeeilte Königin

Viktoria von England und die Kaiserin Viktoria, ihre Tochter.

(»Figaro«, April 1888)]

Sie haben sich geirrt. Kaiser Friedrich hat festgehalten an dem

treuen Diener seines Vaters, so eifrige Einflüsse auch sich auf ihn

geltend machten, und so zweifelhafte Elemente ihn umdrängten. Schon

aus San Remo hat der neue Herrscher an den ersten Beamten des Reiches

telegraphiert: »Ich rechne auf Ihren Beistand bei der schweren Aufgabe,

die mir wird.« Fürst Bismarck fuhr dem Kaiser in Begleitung seines

Sohnes bis nach Leipzig entgegen. Dort begrüßte er ihn, wurde vom

Kaiser umarmt und wiederholt geküßt, und in seinem Salonwagen fuhr er

mit ihm nach Berlin. In einem Erlaß vom nächsten Tage an den Kanzler

stellte dann der Kaiser die Gesichtspunkte auf, nach denen er seine

Regierung zu führen gedachte. Dieser Erlaß begann mit den Worten:

»Mein lieber Fürst! Bei dem Antritt Meiner Regierung ist es Mir ein

Bedürfnis, Mich an Sie, den langjährigen vielbewährten ersten Diener

Meines in Gott ruhenden Vaters, zu wenden. Sie sind der treue und

mutvolle Ratgeber gewesen, der den Zielen seiner Politik die Form

gegeben und deren erfolgreiche Durchführung gesichert hat. Ihnen bin

Ich und bleibt Mein Haus zu warmem Danke verpflichtet. Sie haben daher

ein Recht, vor allem zu wissen, welches die Gesichtspunkte sind, die

für die Haltung Meiner Regierung maßgebend sein sollen.« Wort für Wort

konnte Fürst Bismarck das Programm des neuen Herrschers unterschreiben.

So blieb er zur bitteren Enttäuschung seiner Gegner im Amte, noch weit

hinaus über den Tag, der dem zweiten Kaiser des neuen Reiches das Auge

brach. Und noch bitterer war die Enttäuschung, als auch der künftige

Erbe der Krone, Kronprinz Wilhelm, in seiner berühmten Rede zum 73.

Geburtstage des Kanzlers sich begeistert zu ihm als dem Fahnenträger

der Nation bekannte:

Bismarck in Geschichte, Karikatur und Anekdote · 第 285 / 334 题