Als Kaiser Wilhelm geschieden war, hat die ganze Schar der Gegner
des Kanzlers, haben vor allem die Vertreter des Liberalismus, die
in dem neuen Herrn einen Freund ihrer Weltanschauung und in der
Kaiserin Friedrich eine erbitterte Feindin seiner Politik zu erkennen
vermeinten, mit Sicherheit auf seinen Sturz gerechnet. Und obwohl der
todestraurige Anblick des sterbenden Mannes, der jetzt die Kaiserkrone
trug, den Gottesfrieden gebieten sollte, ist doch gerade die Zeit
der neunundneunzig Tage überaus reich an Intrigen aller Art, an
Feindseligkeiten gegen den großen Staatsmann gewesen.
[Illustration:
Friedrich: »Na, sagen Sie mal, Otto, warum wollen Sie denn eigentlich
das Geschäft verlassen?«