Wirkung des Namens Bismarck

In dieser Zeit machte ein Gelehrter, der, Mecklenburger von Geburt,

eine Professur an einer englischen Universität bekleidete, eine

Reise nach Griechenland, und auf dem klassischen Boden war es,

wo Preußens König und Fürst Bismarck ihm das Leben retteten. Der

Professor kam nach Mykenä auf Morea, wo er die alten zyklopischen

Mauern besuchte. Ganz versunken in die Betrachtung dieses

gewaltigen Denkmals grauer Vorzeit, merkte der Gelehrte nicht,

daß die Sonne sich dem Untergange näherte. Plötzlich war sie

hinter den Bergen verschwunden. Die Heimkehr in Dunkelheit ist auf

griechischem Boden etwas mißlich, ein räuberischer Überfall nicht

ausgeschlossen. Im Sturmschritt eilte unser Professor Mykenä zu,

als ihm auf einmal zwei robuste Ziegenhirten den Weg versperrten.

Diese Begegnung erzählt unser Professor nun folgendermaßen: »Wer

bist du?« fragt der eine, indem er drohend seinen Stock erhebt.

— »Ich bin ein Deutscher«, gab ich ihm zur Antwort. — »Unter

welchem Könige?« fragte der Hirte weiter. — »Unter Preußens König«,

erwiderte ich in der Voraussetzung, daß dieser dem Griechen besser

bekannt sein werde als mein eigentlicher Landesherr, der Großherzog

von Mecklenburg. »Vater Bismarck!« rufen darauf beide Hirten wie

aus einem Munde, staunend ziehen sie ihre Hüte und verschwinden. So

rettete mir Bismarck nicht nur meine Börse, sondern vielleicht auch

das Leben.

[Illustration: Bismarck als Äolus. Der Gott der Stürme bläst gen Osten,

und Rußland lenkt ein. (»Punch«, 5. April 1878)]

[Illustration: »Bange machen gilt nicht!«

Die orientalische Frage war akut geworden, die Verständigung der drei

Kaiser war jedoch nicht nach dem Wunsche des Panslawismus. Er rückt als

Wetterfrosch gegen Bismarck an. (»Figaro«, Juli 1876)]

Bismarck in Geschichte, Karikatur und Anekdote · 第 238 / 334 题