Tableau

Unter den damaligen Gasteiner Badegästen befand sich auch ein

Herr Christ, verheiratet mit einer Nichte der Gräfin Meran, Witwe

des Erzherzogs Johann. Dieser Herr Christ war ein wohlhabender

und wohllebender Frankfurter und hatte in der Zeit, als Bismarck

Bundestagsgesandter war, viel mit ihm verkehrt. Herr Christ gab

ihm nun in der Restauration von Hofgastein ein Diner, zu dem noch

einige andere Österreicher geladen waren. Gegen den Schluß des

Diners richtete der Gastfreund an Bismarck im besten Frankfurter

Dialekt die Frage: »Aber, sage Sie, warum sind Sie 1866 nicht nach

Wien neingange?« — Eine etwas mürrische Antwort hielt ihn nicht ab,

fortzufahren: »Ja, Sie hawwe es ja uns in Frankfurt immer gsagt,

es würd der schönste Tag Ihres Lebens, wenn Sie in Wien einreite

würde!« — Tableau ist leicht auszumalen.

[Illustration: ~Bismarck und Beust~

Beust hatte in einem Schreiben an Bismarck seine besten Wünsche zu dem

Werke in Versailles ausgesprochen und eine freundschaftliche Annäherung

beider Reiche in Aussicht gestellt. (»Kikeriki«, 6. Februar 1871)]

Bismarck in Geschichte, Karikatur und Anekdote · 第 220 / 334 题