Zwei Tage später war bei einem Festzuge in Osterburg der
Schuhmachermeister Otto Bismarck Schützenkönig geworden. Die
Übereinstimmung seines Namens mit dem des Reichskanzlers gab
Veranlassung zur Absendung folgenden Telegramms: »Sr. Durchl. Fürst
Bismarck, Berlin, sendet Schützenkönig Otto Bismarck, Osterburg,
am heutigen Schützenfest als Landsmann, Namensvetter, seinen
schützenköniglichen Gruß.« Der Fürst antwortete telegraphisch:
»Herrn Otto Bismarck, Osterburg, meinem hohen Namensvetter, danke
ich freundlichst für den landsmannschaftlichen Gruß.« Die kleine
Geschichte kam selbst in französische Blätter, und die Pariser
Zeitung »=Le Siècle=« machte aus den Schützen die »=Franc-tireurs=«
von Osterburg.
In jener Zeit haben auch die ersten Verhandlungen des deutschen
Kanzlers mit seinem Rivalen, dem Grafen Beust, stattgefunden,
dem Leiter der Politik Österreichs, die das künftige Verhältnis
Deutschlands zum Kaiserstaate und die Möglichkeit eines Bündnisses
betrafen. In Salzburg kamen die beiden Monarchen, einst die Gegner
von Königgrätz, zusammen. Hier wurde zuerst ernsthaft der Gedanke
verhandelt, auf neuem Boden die neue Freundschaft zu schaffen. In
Gastein wurde dann weiter beraten.