Die Wacht am Rhein

Noch einen anderen Dank hat Bismarck in jenen Zeiten ausgesprochen,

den Dank an den Komponisten der »Wacht am Rhein«, Karl Wilhelm

in Schmalkalden: »Sie haben durch die Komposition von Max

Schneckenburgers Gedicht ›Die Wacht am Rhein‹ dem deutschen Volk

ein Lied gegeben, welches mit der Geschichte des eben beendeten

Krieges untrennbar verwachsen ist. Entstanden zu einer Zeit, wo

die deutschen Rheinlande in ähnlicher Weise wie vor einem Jahre

von Frankreich bedroht erschienen, hat ›Die Wacht am Rhein‹ ein

Menschenalter später, als die Drohung sich verwirklichte, in

der begeisterten Entschlossenheit, mit der unser Volk den ihm

aufgedrungenen Kampf aufgenommen und bestanden hat, ihren vollen

Anklang gefunden. Ihr Verdienst, Herr Musikdirektor, ist es,

unserer letzten großen Erhebung die Volksweise geboten zu haben,

welche daheim wie im Felde dem nationalen Gemeingefühle zum

Ausdruck gedient hat. Ich folge mit Vergnügen einer mir von dem

geschäftsführenden Ausschuß des Deutschen Sängerbundes gewordenen

Anregung, indem ich der Anerkennung, welche Ihnen von allen Seiten

zuteil geworden ist, auch dadurch Ausdruck gebe, daß ich Sie bitte,

die Summe von eintausend Talern aus dem Dispositionsfonds des

Reichskanzleramts anzunehmen. Ich hoffe, daß es mir möglich sein

wird, Ihnen alljährlich den gleichen Betrag anbieten zu können. Die

Reichshauptkasse ist angewiesen, Ihnen die für das laufende Jahr

bestimmte Summe alsbald gegen Quittung auszuzahlen. v. Bismarck.«

Bismarck in Geschichte, Karikatur und Anekdote · 第 218 / 334 题