Der Sachsenwald

Kaiser Wilhelm hatte die Sorgen und Bedenken seines treuen Dieners

verstanden. Nur wenige Wochen vergingen, und der Kanzler empfing

folgenden Erlaß seines alten Herrn: »Ich habe Mich veranlaßt

gefunden, den zu dem Domänium des Herzogtums Lauenburg gehörigen

Grundbesitz im Amte Schwarzenbeck, welcher Mir zum freien und

unbeschränkten Eigentum durch den mit der Ritter- und Landschaft

des Herzogtums unterm 19. d. M., von Mir am 21. d. M. genehmigten

Rezeß überlassen worden ist, mit allen daraus sich ergebenden

Privatrechten und Verbindlichkeiten dem Kanzler des Deutschen

Reiches, Fürsten von Bismarck, in Anerkennung seiner Verdienste als

eine Dotation zum Eigentum zu übereignen.«

So hat Bismarck ein neues Heim gefunden, die Stätte, die jetzt schon

von tiefer Poesie umwoben ist, die durch alle Zeiten der Wallfahrtsort

treuer Männer bleiben wird, die Stätte, wo ihm die Abendsonne des

Lebens geleuchtet hat und wo sein Sterbliches im Schatten der Buchen

und Eichen seinen Ruheplatz fand.

[Illustration:

»Fest wie der Erde Grund

Gegen des Unglücks Macht

Steht mir des Hauses Pracht!«

(»Der Floh«, November 1888)]

Bismarck in Geschichte, Karikatur und Anekdote · 第 214 / 334 题