»Mein kleiner Freund Thiers ist sehr geistreich und liebenswürdig,
aber kein Geschäftsmann für mündliche Unterhandlungen. Der
Gedankenschaum quillt aus ihm unaufhaltsam wie aus einer geöffneten
Flasche und ermüdet die Geduld, weil er hindert, zu dem trinkbaren
Stoffe zu gelangen, auf den es ankommt. Dabei ist er ein braver
kleiner Kerl, weißhaarig, achtbar und liebenswürdig, gute
altfranzösische Formen, und es wurde mir sehr schwer, so hart
gegen ihn zu sein, wie ich mußte. Das wußten die Bösewichter, und
deshalb hatten sie ihn vorgeschoben. Gestern haben wir endlich
unterzeichnet, mehr erreicht, als ich für meine persönliche
politische Berechnung nützlich halte. Aber ich muß nach oben und
nach unten Stimmungen berücksichtigen, die eben nicht rechnen.
Wir nehmen Elsaß und Deutsch-Lothringen, dazu auch Metz mit sehr
unverdaulichen Elementen, und über 1300 Millionen Taler. Die letzte
Schwierigkeit wird nun sein, diese Bedingungen in Bordeaux durch
die 700 Köpfe starke Versammlung zu bringen. Aber Gott hat uns
mit seiner starken Hand soweit geführt; er wird uns ja auch den
Frieden fest machen, für den neben vielem Gesindel in Frankreich
so viele ehrliche Leute bei uns und auch bei den Gegnern gefallen,
verkrüppelt und in Trauer sind. Mein Herz ist voll demütigen
Dankes, und ich hoffe, mit Deinen beiden blauen Jungen bald bei
Dir zu sein, in etwa vierzehn Tagen. Gott behüte Dich und gebe uns
schnelles Wiedersehen. Wegen Einzug nicht mehr Gefahr als überall
im Leben unter Gottes Obhut. Herzliche Grüße vor allem an Marie und
an Deine treue Trösterin Frau von Eisendecher. Dein v. B.«
Aus Jollys Bericht noch einzelne Züge: