In diesen Tagen kam die Unterhaltung einmal auf eine Erörterung
über die Titulaturen »Deutscher Kaiser« und »Kaiser von
Deutschland«, und auch die Möglichkeit eines »Kaisers der
Deutschen« wurde erwähnt. Als ein Weilchen darüber verhandelt
worden war, fragte der Minister, der bisher zu der Debatte
geschwiegen: »Weiß einer von den Herren, was auf Lateinisch Wurscht
heißt?« — »=Farcimentum=,« erwiderte Abeken. — »=Farcimen=,« sagte
ein Anwesender, worauf Bismarck lächelnd bemerkte: »=Farcimentum=
oder =farcimen=, einerlei. =Nescio quid mihi magis farcimentum
esset.=«
Am 26. Januar gelangten die Verhandlungen zu dem vorläufigen Ergebnis,
daß die Beschießung von Paris auf sechs Stunden eingestellt wurde. Zwei
Tage darauf wurden die Bedingungen des Waffenstillstandes festgestellt
und unterschrieben. Die Proteste Gambettas blieben ohne Wirkung:
Thiers, der in sechsundzwanzig Departements gewählt worden war,
wurde zum Haupte der vollziehenden Gewalt der französischen Republik
ernannt. Am 21. Februar kam er nach Versailles, wo er als endgültige
Friedensbedingungen die Abtretung des Elsaß, der Stadt und Festung Metz
und eines beträchtlichen Teils von Lothringen und die Bezahlung von
fünf Milliarden erfuhr. Einer der Teilnehmer an diesen Verhandlungen,
der badische Staatsminister Jolly, hat darüber berichtet. Kürzer aber
und doch mit packenden Farben schildert der Kanzler selbst das große
Ereignis in einigen nach Hause gerichteten Zeilen:
[Illustration: ~Selbsterhaltung~
»Man muß der Bestie die Krallen abschneiden, damit man künftig Ruhe vor
ihr hat.« (»Kladderadatsch«, September 1870)]