Einmal erzählte der Fürst auch von einer früher in Berlin sehr
bekannten Persönlichkeit, dem alten Theaterdirektor Cerf; derselbe
sei ein höchst merkwürdiger Herr gewesen, Geschriebenes habe
er überhaupt nicht lesen können. Einmal sei ihm bei Tisch ein
eiliger Brief übergeben worden, der sofort Antwort erheischt
habe. Cerf habe sich die Aufschrift eine Weile besehen, daran
wohl den Absender erkannt und dann den Brief seinem Nachbar mit
der Bemerkung übergeben: »Aha, der ist ja von dem komischen Kerl,
dem X.; ich kann seine Handschrift nicht lesen, sehen Sie doch
mal nach, was er eigentlich von mir will.« Im Anschlusse hieran
erzählte der Fürst folgende Anekdote von Cerf: Ein Tischgast habe
im Hause von Cerf folgendes Rätsel aufgegeben: »Das erste ist unser
Wirt, das zweite ist der Name unserer Wirtin und das Ganze steht
auf dem Tisch.« Da sei Cerf doch indigniert gewesen, daß man an
seiner eigenen Tafel derartige Rätsel aufgebe. Die Lösung sei ja
ganz klar: »Assiette«. Seine Frau hieß nämlich Jette, und was da
für ihn übrig bleibe (Aas), dafür müsse er sich doch bedanken.
Infolge seiner mangelhaften orthographischen Kenntnisse war ihm
das Fehlen des einen A ganz entgangen, worauf der Rätselaufgeber,
der ungefähr ebenso stark in der Orthographie war, ganz entrüstet
erklärte, er habe nicht Assiette, sondern ~Cerfiette~ (Serviette)
gemeint.