Von seiner zweiten Zusammenkunft mit Thiers erzählte der Kanzler:
»Als ich eine vielleicht ihm hart erscheinende Forderung an ihn
stellte, fuhr er, der sich sonst sehr wohl zu beherrschen weiß,
in die Höhe und sagte: ›=Mais, c’est une indignité!=‹ Ich ließ
mich dadurch nicht irremachen, sprach aber von jetzt an deutsch
zu ihm. Er hörte eine Weile zu und wußte augenscheinlich nicht,
was er davon halten sollte. Dann fing er an in kläglichem Tone:
›=Mais, Monsieur le comte, vous savez bien, que je ne sais point
l’allemand.=‹ Ich erwiderte ihm — jetzt wieder französisch: ›Als
Sie vorhin von =indignité= redeten, fand ich, daß ich nicht genug
Französisch verstehe, und so zog ich vor, deutsch zu sprechen, wo
ich weiß, was ich sage und höre.‹ Sogleich begriff er, was ich
wollte, und schrieb als Zugeständnis hin, was ich gefordert hatte,
und was er vorher als eine Unwürdigkeit hingestellt hatte.«