Von ähnlicher Stimmung berichtet Busch: Eines Abends klagte der
Fürst, daß er von seiner politischen Tätigkeit wenig Freude und
Befriedigung gehabt. Er habe damit niemand glücklich gemacht,
sich selbst nicht, seine Familie nicht, auch andere nicht, wohl
aber viele unglücklich. »Ohne mich hätte es drei große Kriege
nicht gegeben, wären achtzigtausend Menschen nicht umgekommen, und
Eltern, Brüder, Schwestern, Witwen trauerten nicht. Das habe ich
indes mit Gott abgemacht. Aber Freude habe ich wenig oder gar keine
gehabt von allem, was ich getan habe, dagegen viel Verdruß, Sorge
und Mühe.« — Man konnte an Achill denken, wenn er im Zelte des
Lagers vor Ilion zu König Priamus sagt:
»Wir schaffen ja nichts mit unserer starrenden Schwermut;
Also bestimmten der Sterblichen Los, der armen, die Götter,
Trübe in Gram zu leben, allein sie selber sind sorglos.«
Aber trotz aller Bitternis trieb gerade in jenen Zeiten der Humor
Bismarcks die köstlichsten Blüten. In den Tischgesprächen, deren wir
dem fleißigen Moritz Busch eine Fülle verdanken, offenbarte er zuweilen
sogar eine übermütige Stimmung, stets aber erscheinen vor unseren
Augen wie in einem Panorama, oft nur in kurzen Strichen gezeichnet,
lebensvolle Gestalten, packende Bilder, Episoden von Reiz und Stimmung.
Die Vergangenheit steigt wieder empor, helle Lichter fallen auf die
Gegenwart, und mit prophetischem Geiste wird die Zukunft erfaßt. Am
tiefsten aber scheint ein Wort, das er einmal ganz flüchtig prägte, als
er über seine Schlaflosigkeit klagte: