»Schon als Kind,« so erzählte er da, »und seitdem immer bin ich
spät zu Bett gegangen, niemals vor Mitternacht. Ich schlafe dann
gewöhnlich schnell ein, wache aber bald wieder auf und finde,
daß es höchstens um eins oder halb zwei ist, und dann fällt mir
allerhand ein, besonders wo mir unrecht geschehen ist, was dann
überlegt werden muß. Darauf schreibe ich Briefe, auch Depeschen,
natürlich ohne aufzustehen, bloß im Kopfe. Früher, als ich noch
nicht lange Minister war, stand ich auf und schrieb es wirklich
nieder. Wenn ich’s aber am Morgen überlas, war es nichts wert,
lauter Platitüden, konfuses, triviales Zeug, wie es etwa in der
›Vossischen‹ gestanden haben könnte.« — — »Ich will nicht, ich
möchte lieber schlafen. Aber es denkt, ~es spekuliert in mir~.
Kommt dann der erste Morgenschimmer auf meine Bettdecke, so
schlummere ich wieder ein, und dann wird bis zehn Uhr oder noch
länger fortgeschlafen.«
»Es spekuliert in mir« — es ist das Daimonion, das Dämonische in ihm,
das hier seine eigene Sprache führt, das über ihn kommt und ihn zwingt,
das ihn heraushebt über die Enge des Menschentums und seinen Blick
hinüberlenkt in die unendlichen Weiten, die nur des Künstlers Seele
ergreift.
Aus der überaus reichen Fülle von Anekdoten, von Erlebtem und
Erzähltem, die jene Tage von Versailles umfassen, mögen hier in bunter
Wahl einige Proben ihren Platz finden.