Am 14. Mai 1891 veröffentlichte Roons Sohn eine Erklärung aus den
Aktenstücken des Vaters, in der er feststellt, daß der König selbst
Bismarck ermächtigt habe, den Text nach Ermessen ganz oder teilweise
zu veröffentlichen. Nicht Bismarck, sondern Grammont hatte, wie sich
der preußische Staatsmann einmal ausdrückte, »die Laus zum Skorpion
aufgeblasen«.
Aber auch diese Erklärung mindert nicht die gewaltige Größe jener
Stunde, in der Otto von Bismarck die Last der Verantwortung für
Deutschlands Zukunft entschlossen auf seine Schultern nahm, erfüllt
von derselben rücksichtslosen Kraft der Aufopferung, wie sie einst
York in der Mühle von Tauroggen bewährte. Hier ist nach Babelsberg der
zweite hohe Gipfel auf Bismarcks Tatenwege gegeben. Was König Wilhelm
versäumte, holte Bismarck im rechten Augenblick nach. Dort die Hoheit
und die Würde, schwerbeleidigt und herausgefordert, hier der treue
deutsche Diener, der die Last der Verantwortung auf sich lädt, der
Träger deutscher Notwehr gegen einen in das Tiefste unseres Lebens
frevelhaft hineingreifenden Feind. Eines der erschütterndsten Dramen
unserer deutschen Geschichte.
[Illustration: ~Wettrennen von 1870, Großer Preis von Berlin~
Bismarck als Oberst und König Wilhelm als Korporal jagen in wilder Hast
vor den Franzosen her.
»Sie können nur im Rennen siegen.« (»Actualités«, Juli 1870)]
[Illustration: ~Bismarck beim Essen~
Auf der Platte neben dem Glase Sodawasser steht zu seinem Entsetzen ein
voll ausgerüsteter Piou-Piou. »Diesmal, mein Lieber, find’st du aber
eine Gräte im Essen.« (»Charivari«, Juli 1870)]