Bismarcks »letzte Faser«. (»Figaro«, September 1881)]

Am 14. Mai 1891 veröffentlichte Roons Sohn eine Erklärung aus den

Aktenstücken des Vaters, in der er feststellt, daß der König selbst

Bismarck ermächtigt habe, den Text nach Ermessen ganz oder teilweise

zu veröffentlichen. Nicht Bismarck, sondern Grammont hatte, wie sich

der preußische Staatsmann einmal ausdrückte, »die Laus zum Skorpion

aufgeblasen«.

Aber auch diese Erklärung mindert nicht die gewaltige Größe jener

Stunde, in der Otto von Bismarck die Last der Verantwortung für

Deutschlands Zukunft entschlossen auf seine Schultern nahm, erfüllt

von derselben rücksichtslosen Kraft der Aufopferung, wie sie einst

York in der Mühle von Tauroggen bewährte. Hier ist nach Babelsberg der

zweite hohe Gipfel auf Bismarcks Tatenwege gegeben. Was König Wilhelm

versäumte, holte Bismarck im rechten Augenblick nach. Dort die Hoheit

und die Würde, schwerbeleidigt und herausgefordert, hier der treue

deutsche Diener, der die Last der Verantwortung auf sich lädt, der

Träger deutscher Notwehr gegen einen in das Tiefste unseres Lebens

frevelhaft hineingreifenden Feind. Eines der erschütterndsten Dramen

unserer deutschen Geschichte.

[Illustration: ~Wettrennen von 1870, Großer Preis von Berlin~

Bismarck als Oberst und König Wilhelm als Korporal jagen in wilder Hast

vor den Franzosen her.

»Sie können nur im Rennen siegen.« (»Actualités«, Juli 1870)]

[Illustration: ~Bismarck beim Essen~

Auf der Platte neben dem Glase Sodawasser steht zu seinem Entsetzen ein

voll ausgerüsteter Piou-Piou. »Diesmal, mein Lieber, find’st du aber

eine Gräte im Essen.« (»Charivari«, Juli 1870)]

Bismarck in Geschichte, Karikatur und Anekdote · 第 172 / 334 题