Der Krieg gegen Dänemark begann. Auch Österreich ging vor, nachdem
Bismarck der eigentlich leitende Minister seiner Politik geworden
war. Die kleineren deutschen Staaten freilich zogen sich in den
Schmollwinkel zurück; dem Starken allein blieb der Weg frei.
Hier aber waren zum erstenmal die drei Männer vereint, die für die
Zukunft Deutschlands so ungeheuere Bedeutung erlangen sollten,
Bismarck, Roon und Moltke. Mit Roon hat den großen Staatsmann durch
alle Zeiten ein inniges Verhältnis verknüpft, Moltke dagegen war
eine kühle Natur, die sich auch ihm gegenüber niemals unbefangen
erschloß. Er hat vor allem es nie ertragen, daß Bismarck auch in
militärischen Fragen den Blick des Genies besaß. Welcher Gegensatz auch
der Charaktere! Kalt, stahlhart und stets ein Mann der Berechnung,
hatte Moltke frühe gelernt, jedes warme Gefühl zu unterdrücken und
sich ganz in den Dienst seines Berufes zu stellen; Bismarck aber war
leidenschaftlich, temperamentvoll; er hatte ein glühend empfindendes
Herz; sein Gemütsleben war reich und tief.
Im Dänischen Kriege hat Bismarck, wie auch später immer, den Schauplatz
der Entscheidungen betreten. In den Kugelregen allerdings ist er nicht
mehr gekommen; er ist erst mit dem Könige zusammen nach Schleswig
geeilt, um an dem Vorbeimarsch der Düppelstürmer vor dem obersten
Kriegsherrn teilzunehmen. Schon damals durfte er sagen: »Sie werden
sehen, in ganz kurzer Zeit bin ich der populärste Mann in ganz
Deutschland.« Die Streitigkeiten, die unter den im Felde stehenden
Generalen ausbrachen, führten auch einmal zu einem Eingreifen Bismarcks: