Über den Verlauf der Mittagessen bei dem preußischen
Bundestagsgesandten schreibt ein der Gesandtschaft als Attaché
beigegebener Kavallerie-Offizier: »Hier gab es besondere
Gemütlichkeit, namentlich wenn etwa die Rüljer Geschwister kamen
oder gar die Kröchelndorfer Arnims. Wer, der die Frau Malwine von
Arnim in ihren jüngeren Jahren gekannt, hat sich je dem Zauber
dieser vornehmen und geistvoll anmutigen Weiblichkeit zu entziehen
vermocht? Noch steht mir ein Vorgang vor Augen, der sie eben in
jenen Eigenschaften unendlich reizvoll hervortreten ließ. Die
Mittagstafel war beendet. Während derselben hatten die Geschwister
förmlich und für die übrigen Anwesenden sehr ergötzlich sich
geneckt und fuhren damit fort, bis sie, der Bruder die Schwester
am Arm führend, einen schmalen langen Gang erreicht hatten, der
das Speisezimmer mit den übrigen Wohnräumen verband. Hier faßte
Bismarck plötzlich das schlanke Frauenbild, und nun flogen die
beiden in einer Walzergaloppade vor uns übrigen her den Korridor
hinab. Frau von Arnim stieß sich beim Halt ziemlich empfindlich die
Hand am Türrahmen, und nun mußte man die ritterliche Art des um
seine Schwester bemühten Bruders sehen und die Grazie, mit welcher
diese jenem zulieb ihr schmerzhaftes Unbehagen hinwegleugnete. Ein
allerliebster Augenblick.«