Die Kniephofer Reichsexekutionsarmee

»Am Freitag«, schreibt er in einem Schülerbriefe, »sind drei

hoffnungsvolle junge Leute, ein Brandstifter, ein Straßenräuber

und ein Dieb, kurze Zeit vorher zwei gleichen Gelichters aus der

Anstalt echappiert. Die ganze Gegend wimmelte von Patrouillen,

Gendarmen und Landsturm; man war seines Lebens nicht sicher.

Am Abend rückte gegen die drei Ungeheuer die Kniephofer

Reichsexekutionsarmee aus, bestehend aus fünfundzwanzig Mann

Landsturm, soviel es anging mit Schießgewehren, Flinten, Büchsen,

Musketen, Pistolen, übrigens aber mit Forken und Sensen bewaffnet.

Alle Übergangspunkte über die Zampel wurden besetzt. Unser Militär

war aber erschrecklich in Furcht. Wenn zwei Abteilungen sich

begegneten, riefen sie einander an; aber vor Angst wagte niemand

zu antworten, die einen liefen was sie konnten, die anderen

verkrochen sich hinter die Büsche.« — Es ist zu hoffen, daß die

drei »hoffnungsvollen jungen Leute« doch noch von ihrem Schicksal

ereilt worden sind.

Als ein befähigter und wohlvorbereiteter Jüngling, geleitet von den

besten Segenswünschen seiner Lehrer und der Hoffnung, »daß er mit

erneutem Eifer an seiner ferneren wissenschaftlichen Ausbildung

arbeiten werde«, zog der junge Fuchs zur Universität.

Bismarck in Geschichte, Karikatur und Anekdote · 第 47 / 334 题