(das, Opfer des Weltkrieges, am 20. 12. 1916, jäh brach)
Vater, bleibe über deinem Sohne
und erlöse mich in deinem Schlaf,
eh ich alt an deiner Arbeit frohne,
fruchtlos bin wie du, vom gleichen Hohne
durch die Welt getrieben, der dich traf.
Vater, segne meinen Weg ins Weite,
daß er deine Knechtschaft segnen kann!
Gib mir durch die Lande das Geleite,
daß ich Sanftmut säend dir zur Seite
sühne, was in deinem Gram begann.
Vater, fahre fort mit mir zu reden
von der Rache, die du dir verschwiegst,
daß du endlich jauchzend über jeden
Gegner deiner schamverschwiegnen Fehden
in dem offnen Feld der Güte siegst.
Vater, laß mein Werk sich furchtlos breiten
über jeden Bruder unsrer Brust:
Vater, wenn wir sanften Sinnes schreiten
in dem großen Reigen der Befreiten,
hat dein Sterben seinen Stern gewußt!
Vater, sieh: dann schlichtet sich in schöne
Friedlichkeit dein mühevoller Pfad . . .
Frühlingswind im Wald verklärter Töne,
Vater, wache über deine Söhne
und erlöse dich in unsrer Tat!
»Wir gehen im Rosengarten, da
sind Lilien und Blumen genug; wir
wollen unserer Schwester einen
Kranz machen, so wird sie sich vor
uns freuen.«
_Jakob Böhme_,
^De triplici vita hominis.^