Ich muß mich wieder in dies Glashaus bannen,
an das kein Echo und kein Lockruf pocht,
wo Träume, trostlos wie erfrorne Tannen,
sich ducken um ein bald verdämmernd Docht.
Ein Abend ist vertan . . . ein Tag zerschlagen . . .
vernichtet Liebe viel und wie erstickt
in Gittern, wo der Nachtigallen Schlagen
verstummt und unstet die Gazelle blickt.
Und draußen ist vielleicht der Witwer Wald,
der neben meinem Lied am Morgen lief,
den weiten Weg zu seinem Grab gegangen.
Und draußen kniet vielleicht in Knechtsgestalt
der Strahlende, den meine Sehnsucht rief,
sich hin, den Todesstreich jetzt zu empfangen.
Wenn ich wieder durch die Fremde irre . . .
(Einem sehr geliebten Dichter)
Und gewiß, wenn Kleinmut mich zersplittert,
nur ein Wort von dir mir Wimpel wird,
wenn der Trambahnzug auf Brücken zittert,
daß ich mich an Fremde wie verirrt
schmiege und erwarte hilflos Zeichen
einer Freundschaft, die nicht kommen kann,
blüht aus Gesten, die den deinen gleichen,
alle Labsal unsrer Liebe dann.
Häuserschatten schweben schonungsvoller,
wenn in Dämmerung mich mein Schicksal fängt,
allerwegen in des Irrwahns toller
Glücksjagd meine Not zu deiner drängt.
Wenn ich, aus mir selbst geworfen, stürme,
überholt mich deines Himmels Chor,
und aus diesen fremden hohen Türmen
reißt mich eine Flut zu dir empor.
Werd' ich noch einmal Bruder entgürteter Geister?
(Der unerschütterlichen Geradheit und aufrechten Bereitschaft Franz
Pfemferts dankbarst zugedacht)
Werd' ich mich noch einmal durch alles Bittre durchbeißen,
nahe den Alpen der Tat fliegen durch Gluten von Glück,
gütig durch Gärten gehn und Blutenden Heiland heißen,
Neid aus den Augen nehmen und vom zitternden Nacken Gebück?
Werd' ich noch einmal mein Ringen ins Reine reißen,
Rad eurer Rede sein und vom Starren der Steine ein Stück,
stummen Dunkels ein Busch und eine Welle vom Weißen,
und die Tücke der Not zwingen in Tränen zurück?
Werd' ich noch einmal über das Morden Meister
von Mund zu Mund in aller Gedächtnisse Bund,
wird mein Belastetes lächelnd wieder sich lehnen
an ein Geländer von goldener Güte, die rund
göttlich Umarmung ufert um wunder-wahrmachende Geister? --
Oder bleib ich auf fremder Spur kreisend ein sinnloses Sehnen
. . .