57ᵃ 1f. ἐκ πλειόνων φωνῶν πεφυκυῖα[ν συν]τίθεσθαι καὶ. Auf Grund der

Fassung der irrtümlich wiederholten Worte 57ᵃ 9 mit ~Winstanley~ und

anderen.

57ᵃ 3. Den Satz ἣν μὴ ἁρμόττει -- ἤτοι δέ (besser: ἤ τοί δέ) versetzt

nach μίαν σημαντικὴν φωνήν 5f.

57ᵃ 22 τὸ γὰρ ἐβάδισεν; ἢ P.

57ᵃ 26 ἐνδέχεται 〈καὶ〉 ἄνευ --.

57ᵃ 27f. οἷον „ἐν τῷ βαδίζειν“ (P.), „Κλέων ὁ Κλέων〈ος〉 (Ar.) ~M.

Schmidt~.

=Cap. 21.=

57ᵃ 33 [καὶ ἀσήμου] ~Ussing~ und Ar.

57ᵃ 35 τὰ πολλὰ τῶν Μασσαλιωτῶν· Ἑρμοκαικόξανθος ἐπευξάμενος Διὶ πατρί

~Diels~ auf Grund von Ar.

57ᵇ 29 πρὸς τὸν 〈ἀφιέντα τὸν〉 καρπόν ~Castelvetro~.

57ᵇ 33 * nach ἄοινον ~Maggi~.

58ᵃ 8-16 mit ~Ritter~ und Anderen als Zusatz eines Peripatetikers

ausgeschieden.

58ᵃ 11 [ἐκ] ~Überweg~.

=Cap. 22.=

58ᵃ 28 τῶν 〈ἄλλων〉 ὀνομάτων Ar.

58ᵃ 30f. Lücke vor oder nach ἐκ -- βαρβαρισμός V.

58ᵇ 8 εἴ τις 〈συστέλλειν〉 δώσει 〈ἢ〉 ἐκτείνειν auf Grund von Ar.

58ᵇ 9 Ἐπιχάρην (?) ἰδὼν (ἰδον P.).

58ᵇ 10 οὐκ ἂν πριάμενος τὸν κείνου (~Bekker~) ἐλλέβορον.

58ᵇ 14 [ἐπὶ τὰ γελοῖα].

58ᵇ 16 τὼν 〈κυρίων〉 ὀνομάτων V.

58ᵇ 20 Αἰσχύλῳ Εὐριπίδου ~Essen~ und ~Nauck~.

58ᵇ 21 [εἰωθότος] ~Spengel~.

58ᵇ 23 φαγέδαιν’ ἀεί μου ~Nauck~.

58ᵇ 25 καὶ ἀεικής mit ~Castelvetro~ u. Ar., auch auf Grund der Scholien

zur Odyssee IX 515.

59ᵃ 13 ὅσοις κἂν ἐν +τοῖς+ λόγοις.

=Cap. 23.=

59ᵃ 17 καὶ ἐμμέτρου μιμητικῆς.

59ᵃ 21f. καὶ μὴ ὁμοίας ἱστορίαις τὰς συνθέσεις εἶναι ~Dacier~.

59ᵇ 5 ὅπλων κρίσις 〈Αἴας〉 Φιλοκτήτης.

=Cap. 24.=

59ᵇ 35 γλώττας [καὶ μεταφορὰς] δέχεται ~M. Schmidt~.

60ᵃ 1 κινητικά, 〈ε〉ἰ τὸ μὲν --.

60ᵃ 4f. τὸ ἁρμόττον [αὐτῇ] αἱρεῖσθαι.

60ᵃ 10f. ἄνδρα ἢ γυναῖκα ἢ ἄλλο τι [ἦθος] ~Reitz~.

60ᵃ 11 δεῖ μὲν οὖν κἀν (statt ἐν) ταῖς κτἑ. Nicht unähnlich ~Christ~.

60ᵃ 22ff. διὸ δεῖ (statt δὴ ~Bonitz~), ἂν τὸ πρῶτον ψεῦδος, ἄλλο δὲ

(statt ἄλλου δὲ ~Bonitz~ mit einem Ap.) τούτου ὄντος κτἑ.

60ᵃ 25f. παράδειγμα δὲ τούτου mit einem Ap. ~Robortelli~.

=Cap. 25.=

60ᵇ 11 λέξει ἢ 〈κυρία ἢ〉 καὶ γλώτταις κτἑ. Ähnlich V.

60ᵇ 12 καὶ +ὅσ’ ἄλλα+ πάθη nach einem Vorschlag V.’s.

60ᵇ 16ff. εἰ μὲν γὰρ προείλετο μιμήσασθα 〈ὀρθῶς, ἀπέτυχε δὲ δι’〉

ἀδυναμίαν, αὐτῆς ἡ ἁμαρτία· εἰ δὲ τὸ προελέσθαι μὴ ὁρθῶς ἀλλὰ τὸν

ἵππον ἄμφω τὰ δεξιὰ προβεβληκότα [ἢ], καθ’ ἑκάστην τέχνην τὸ ἀμάρτημα,

οἷον [τὸ] κατ’ ἰατρικὴν κτἑ.

60ᵇ 23 τέχνην· ἀδύνατα πεποίηται P.

60ᵇ 33 ἀλλ’ ἴσως 〈ὡς〉 δεῖ nach V.’s Vorschlag.

60ᵇ 34 Εὐριπίδης δὲ P.

61ᵃ 5 εἰ εἴρηταί τινι ~Spengel~.

61ᵃ 16f. πάντες (V.) μέν ῥα θεοί τε καὶ ἀνέρες 〈ἱπποκορυσταί〉 Ar.

61ᵃ 25 Ζωρά τε 〈ἃ〉 πρὶν κέκρητο (ähnlich früher ~Th. Bergk~).

61ᵃ 27 etwa 〈οἷον (Ald.) ὅτι καὶ ἄλλο τι〉 τῶν κεκραμένων κτἑ.

61ᵃ 28f. ὅθεν -- κασσιτέροιο als interpolirt (~M. Schmidt~) oder

unheilbar verstümmelt ausgeschlossen.

61ᵃ 33f. οἷον τὸ 〈ἐν τῷ〉· -- τὸ ταύτῃ κωλυθῆναι [ποσαχῶς] ἐνδέχεται

διπλῶς, ἢ πῶς μάλιστ’ ἄν τις κτἑ. ~M. Schmidt~.

61ᵇ 8 δι’ ἁμάρτημα δὴ τὸ πρόβλημα εἰκός ἐστι 〈γενέσθαι〉, zum Teil nach

einem verwandten Vorschlage ~P. Vettori~’s und ~G. Hermann~’s.

61ᵇ 12 〈καὶ ἴσως ἀδύνατον〉 τοιούτους εἶναι auf Grund von Ar.; ähnlich

schon V.

61ᵇ 15f. τὰ δ’ ὡς ὑπεναντία εἰρημένα ~Heinsius~ und ~Spengel~.

61ᵇ 17f. ὥστε καὶ λυτέον ~M. Schmidt~.

61ᵇ 19f. ὅταν μὴ ἀνάγκης οὔσης [μηθὲν] χρήσηται κτἑ., vielleicht aber

〈πρὸς〉 μηθὲν zu lesen.

=Cap. 26.=

62ᵃ 1 πρὸς αὑτούς --.

62ᵃ 13-14 αὐτῇ ὑπάρχει. ἔστι δ’ ἐπεὶ τὰ πάντ’ ἔχει

(zum Teil nicht unähnlich ~Usener~).

62ᵃ 16-17 καὶ τὰς ὄψεις nach ἐναργέστατα gestellt.

62ᵃ 18 ἔτι τὸ (mit ~Susemihl~).

62ᵇ 2 u. 5 [τῷ χρόνῳ] und [μιμήσεως].

62ᵇ 6 μείουρον (mit ~Tyrwhitt~).

62ᵇ 7 ὑδαρῆ· 〈ἄλλως δὲ ποικίλον〉. λέγω δὲ κτἑ.

62ᵇ 10 καίτοι ταῦτα τὰ ποιήματα (mit fast allen Herausgebern).

Register.

Dieses Register ist ein Erklärungs-Behelf, der sich vorzugsweise an

Namen von Personen und Schriften anlehnt. Auf die sonstigen Artikel

wird in Anmerkungen unter dem Texte der Übersetzung verwiesen.

=Abfahrt= (der Griechen von Troia). a) S. 32. Ilias 2, 155ff.

verhindert es nur Athenas Erscheinen und ihre Einwirkung auf

Odysseus, daß das von Agamemnon in Versuchung geführte Griechenheer

diese Probe schlecht besteht und an der Eroberung Troias verzweifelnd

die Heimfahrt antritt.

b) (S. 54). Gemeint ist die angebliche Heimfahrt des

Griechenheeres, das sich in Wahrheit nach Tenedos begab, um im

gelegenen Augenblicke wieder nach Troia zurückzukehren und den in

Sorglosigkeit gewiegten Feind zu überrumpeln. Wer ein solches Drama

gedichtet hat, ist uns unbekannt.

=Ägeus= S. 64 s. Medea.

=Ägisthos= (S. 28). In welchem Lustspiele Klytämestra’s Buhle statt

von Orestes getötet zu werden, schließlich dessen guter Freund ward,

ist unbekannt, vielleicht in des Alexis, eines Dichters der mittleren

Komödie, „Orestes“.

=Agathon= 448/7 geboren, geistvoller athenischer Tragödiendichter;

auch Gesprächsperson des platonischen „Gastmahls“. Kaum 30 Verse von

ihm sind uns erhalten. Der S. 40 und S. 64 angedeutete Ausspruch des

Ag. lautet wie folgt: „Daß viel des Unwahrscheinlichen geschieht,

Das eben möchte man wahrscheinlich nennen.“ Die nur hier erwähnte

„Blume“ des Agathon kann kaum etwas anderes gewesen sein, als ein

bürgerliches Trauerspiel (S. 20). Von einem Drama Agathon’s, in

dem Achill’s Charakter geschildert war (S. 33), ist uns anderweitig

nichts bekannt.

=Aias-=Tragödien (S. 39). Außer in dem erhaltenen sophokleischen

Drama dieses Namens ward das Schicksal des Helden, der ob der im

Streit um Achill’s Waffen erlittenen Kränkung dem Schwermut und

schließlich dem Tode verfallen ist, noch mehrfach behandelt, so

von Äschylos (in einer Trilogie), von dem jüngeren Astydamas, von

Karkinos und Theodektes.

=Alkmeon= (S. 27 u. 30) lieferte den Stoff zahlreicher Tragödien.

Er ward zum Muttermörder, indem er den Tod seines Vaters Amphiaraos

rächen wollte, den die durch ein kostbares Geschmeide (das Halsband

der Harmonia) bestochene Eriphyle zur Teilnahme am thebanischen

Kriegszuge bewogen hatte, in welchem er sein Ende fand.

=Amphiaraos= (S. 36) Drama des Karkinos (s. d.). Wenn Amphiaraos (der

im Kampfe gegen Theben von einem Erdspalte verschlungene und dann

als Orakeldämon verehrte Held) in dem uns sonst unbekannten Drama

das Heiligtum verlassen hatte, während die Bühnenvorgänge noch seine

Anwesenheit darin voraussetzten, so kann dies nur dann dem Dichter

entgangen und von den Zuschauern bemerkt worden sein, wenn der ihn

darstellende Schauspieler mittlerweile in einer anderen Rolle die

Bühne wieder betreten hatte.

=Antigone=, das bekannte Trauerspiel des Sophokles. Gemeint sind

S. 30 hier V. 1231ff., wo ein Wächter berichtet, wie der über die

Verurteilung seiner Braut ergrimmte Haemon gegen seinen Vater, den

Fürsten Kreon, das Schwert gezückt hat, dem dieser jedoch auswich.

=Ariphrades= wird nur hier S. 51 genannt.

=Astydamas= (S. 30), der ältere der zwei Dichter dieses Namens,

ein Urgroßneffe des Äschylos, von dessen „Alkmeon“ wir nur einen Vers

besitzen. Der Bau des Dramas ist völlig unbekannt.

=Badescene= (der Odyssee) S. 34. Die alte Amme erkennt Odysseus,

dem sie das Bad bereitet (Od. 19, 386ff.) an der Narbe jener Wunde,

die ihm einst auf dem Parnaß (vgl. S. 18) der Zahn eines Ebers

beigebracht hatte. Den Hirten zeigt Odysseus selbst jene Narbe, um

sie von seiner Identität mit ihrem Herren zu überzeugen.

S. 58. In derselben Partie des Epos (Od. 19, 164ff.) stellt sich

Odysseus der Penelope als ein kretischer Gastfreund ihres Gemahles

vor und schildert dessen Gestalt und Tracht so getreu, daß der

Bericht bei ihr vollen Glauben findet. Das ist nun, wie Aristoteles

andeutet, ein Fall jenes fehlerhaften oder vielmehr übereilten

Schließens aus der Wirkung auf die Ursache. Wäre der Fremdling --

so etwa schließt Penelope -- dem Odysseus, wie er vorgiebt, auf

dessen Fahrt begegnet, so wüßte er ihn getreu zu schildern. Darum

nimmt sie die Erzählung von jener Begegnung gläubig auf.

=Bettlergang= (S. 54). Gemeint ist ohne Zweifel das Abenteuer des

Odysseus, der mit verunstaltetem Gesicht und in Lumpen gehüllt als

Kundschafter Troia besuchte, wo Helena ihn erkannt hat. Wer dieses

Thema dramatisch behandelte, ist unbekannt.

=Chaeremon= (S. 3 u. 56), tragischer Dichter, von dessen zum Teil nur

zur Lectüre bestimmten Dramen, zu denen auch der „Kentauros“ gehörte,

wir eine Anzahl Bruchstücke besitzen.

=Chionides= (S. 5), der älteste uns bekannte attische

Lustspieldichter, soll nicht lange nach 500 seine Tätigkeit begonnen

haben. Von ihm und seinem Nachfolger Magnes sind uns kaum ein Dutzend

Verse erhalten.

=Choëphoren= (S. 35). In dieser äschyleischen Tragödie, dem

Mittelstücke der „Orestie“ genannten Trilogie, erfolgt die Erkennung

des Orestes dadurch, daß Elektra die Farbe der Haarlocke, die Jener

am Grabe des Vaters niedergelegt hatte, mit der eigenen Haarfarbe und

die Größe seiner Fußtapfen gleichfalls mit den eigenen vergleicht

(168ff.), worüber schon Euripides in seiner Elektra (V. 530ff.)

spottet.

=Danaos= s. Lynkeus.

=Definition= (die) =des Menschen= (S. 45): „Der Mensch ist ein

vernunftbegabtes zweifüßiges Lebewesen“ -- auch anderwärts von

Aristoteles als Typus eines einfachen Aussagesatzes verwendet.

=Dikäogenes= (S. 35), ein Dithyramben- und Tragödiendichter, dessen

Stärke weniger im eigentlich Dramatischen als im lyrischen Beiwerke

des Trauerspieles bestand. Vgl. Kyprier (die).

=Dionysios= aus Kolophon (S. 4), Zeitgenosse Polygnot’s, von dem

er sich durch den Mangel an Idealität unterschied, was ihm den

bezeichnenden Beinamen „der Menschenmaler“ eintrug.

=Dithyrambos= (S. 3 usw.), ein Lied, das von einem Chor unter

Flötenbegleitung gesungen ward und ursprünglich die Schicksale

des Dionysos, später auch jene anderer mythischer Gestalten zu

ihrem Inhalte hatte. Aus ihm hat sich die Tragödie, gleichwie, da

der den Weingott Dionysos umgebende Chor aus Satyren bestand, das

Satyrspiel entwickelt. Doch erfuhr der Dithyrambos auch nachher noch

selbständige Pflege (s. Kyklope, Philoxenos, Skylla, Timotheos).

=Elektra= (S. 58). Gemeint ist die in des Sophokles so benanntem

Drama erfolgende fictive Meldung von dem Ende des Orestes durch einen

Unfall, den er bei den pythischen Spielen erlitten habe. „Damals

gab es noch keine pythischen Spiele“ (eingeführt Olymp. 48,3 = 586

v. Chr. Geb.), bemerkt schon ein antiker Ausleger des Dramas.

=Empedokles= aus Akragas in Sicilien (S. 2 usw.), Philosoph, geb.

kurz vor 480 v. Chr. Geb. Von seinen Lehrdichtungen besitzen wir

mehrere hundert Verse, teils aus den 3 Büchern „Über die Natur“,

teils aus dem „Sühnungen“ genannten Gedichte.

=Epicharm= (S. 5) auf der Insel Kos geboren, in früher Jugend nach

dem sicilischen (hybläischen) Megara gekommen, 486 in Syrakus.

Fruchtbarer und gedankenreicher Komödiendichter, von dem wir eine

große Zahl von Bruchstücken besitzen.

=Erdgebornen= (die) (S. 34). Woher dieser Vers (oder richtiger

Versteil) stammt, ist unbekannt. Die böotischen „Sparten“, das aus

der (von Kadmos ausgestreuten) Saat von Drachenzähnen entsprossene

Geschlecht, sollen durch ein lanzenförmiges Muttermal ausgezeichnet

gewesen sein.

=Eriphyle= s. Alkmeon.

=Eukleides= der alte (S. 50), eine nur aus dieser Stelle bekannte

Persönlichkeit. Daß die Worte, in denen Eukleides die Licenz der

poetischen Dehnungen und Kürzungen verspottet, diese dichterische

Freiheit selbst parodieren, sagt zwar Aristoteles deutlich genug, ist

aber bisher seltsamer Weise nicht bemerkt worden.

=Eurypylos= (S. 54), ein Bundesgenosse der Troer, den Neoptolemos im

Kampfe tötet. Wer ihn zum Helden einer tragischen Dichtung gemacht

hat, ist unbekannt.

=Glaukon= (S. 63). Ein auch aus Platon’s Gespräch Ion bekannter

Homer-Erklärer, vielleicht identisch mit dem Verfasser eines Buches

über Vortragskunst.

=Hadesdramen= (S. 39). Dergleichen waren der „Steinewälzer Sisyphos“

von Äschylos, der „Peirithus“ des Sophokles und andere mehr.

=Haemon= s. Antigone.

=Hegemon von Thasos= (S. 4). Von seinen parodistischen Dichtungen

sind uns 21 Hexameter erhalten.

=Hektor.= Die Art seiner Verfolgung (S. 57 u. 60) durch Achill,

der ihn dreimal um die trojanische Ringmauer jagt, während sein

abwehrendes Kopfnicken genügen soll, um all die Tausende der Griechen

von der Teilnahme an der Verfolgung zurückzuhalten (Il. 22, 205),

ward von anderen antiken Homer-Erklärern als naturwidrige „Erfindung“

bezeichnet.

=Helle= (S. 31). Die überwiegende Sagentradition läßt Helle in

jugendlichem Alter sterben. Daß sie dem Poseidon einen Sohn geboren

hat, wird nur vereinzelt gemeldet. Von dem, was unser Text enthält,

fehlt in der sonstigen Sagenüberlieferung jede Andeutung.

=Herakleis= (S. 18). Herakles-Dichtungen waren von Kinäthon (Mitte

d. 8. Jahrh.), Peisandros (Mitte d. 7. Jahrh.), Panyassis (dem

Oheim Herodot’s) und anderen bekannt. Von des Panyassis 14 Bücher

umfassender Dichtung sind nicht ganz unerhebliche Überreste erhalten.

=Hermokaikoxanthos= (S. 46), ein aus drei Flußnamen: Hermos, Kaikos

und Xanthos zusammengesetzter Personenname. Woher der neuerlich aus

der arabischen Übersetzung mit Wahrscheinlichkeit wiedergewonnene

Vers entnommen ist, wissen wir nicht.

=Herodot= (S. 19) aus Halikarnaß, dessen uns erhaltenes großes

Geschichtswerk von Aristoteles, wie auch sein neuentdecktes Buch

„Vom Staatswesen der Athener“ lehrt, trotz mancher dagegen erhobenen

Ausstellungen in hohem Maße geschätzt ward und darum hier typische

Verwendung finden konnte.

=Hippias von Thasos= (S. 62). Ein nur aus dieser Stelle und einem

darauf Bezug nehmenden antiken Commentar bekannter Ausleger der

homerischen Gedichte.

=Ilias= (die =kleine=) S. 54. Umfangreiche epische Dichtung des

Lesches (7. Jahrh.), von der uns fast nichts erhalten ist. Von „mehr

als acht“ Dramen spricht Aristoteles wahrscheinlich darum, weil der

Stoff der letzten drei -- mit „und“ angefügten -- in diesem Epos nur

mehr summarisch behandelt war, während erst die Iliupersis (das im

sogen. epischen Cyklus zunächst folgende Heldengedicht) ihn breiter

ausgeführt hat. So will er sagen, daß die Kl. Ilias streng genommen

den Stoff zu acht, wolle man aber minder genau rechnen, zu mehr,

nämlich eilf Dramen enthält.

=Ilion=’s Zerstörung S. 40 (Iliupersis), ein dem Milesier Arktinos

zugeschriebenes Epos in zwei Büchern, das den Schluß des trojanischen

Krieges schilderte. Uns ist eine Inhaltsangabe und wenige Verse

davon erhalten. Ein also betiteltes Drama hat Iophon, der Sohn des

Sophokles, gedichtet; es ist nichts davon erhalten. Die partienweise

Behandlung der „Zerstörung Troias“ durch +Euripides+ bezieht sich

auf dessen verlorenes Drama Epeios und unter den erhaltenen auf die

Hekabe und die Troerinnen.

=Iphigenie= (in Aulis) S. 32. Vgl. V. 1213ff. mit 1368ff. des

euripideischen Dramas.

-- -- (in Tauri) S. 24 und 36. Die von Aristoteles gebilligte

Erkennung der Iphigenie erfolgt in dieser Weise. Sie beschließt,

den einen der beiden Ankömmlinge mit einem Brief an die Ihrigen in

die Heimat zu entlassen und wiederholt für den Fall, daß der Brief

unterwegs verloren ginge, seinen Inhalt mündlich (760ff.). Orestes

hingegen beruft sich, um seine Identität zu erhärten, auf allerlei

Gegenstände und Vorfälle im Elternhause (898ff.).

=Ixion-=Dramen (S. 39). Das Schicksal des gewaltigen Frevlers, der

sogar nach der Himmelskönigin Hera die Hand auszustrecken wagte und

ob dieser und anderer Missethaten schweren Unterweltstrafen verfiel,

haben die drei großen Tragiker und überdies noch einige geringere

Dramatiker behandelt. Von alle dem sind uns kaum 10 Verse erhalten.

=Kallippides= (S. 65), berühmter Schauspieler einer jüngeren

Generation als Mynniskos, da er im xenophonteischen Gastmahl als

Zeitgenosse des Sokrates erscheint.

=Karkinos= (S. 34), der jüngere dieses Namens, Tragödiendichter des

4. Jahrh. S. Thyestes.

=Kentauros= s. Chaeremon.

=Kleophon= (S. 4 u. 49) dem Zusammenhange nach, in dem er an erster

Stelle erscheint, Verfasser epischer Dichtungen. Unklar, ob er mit

dem Tragiker gleichen Namens identisch ist.

=Krates= (S. 10), attischer Lustspieldichter; sein erster Sieg 449.

Obgleich der Zeit nach der sogenannten alten Komödie angehörig,

erscheint er (von dem wir noch ein halbes Hundert meist kleinerer

Bruchstücke besitzen) wie ein Vorläufer der mittleren und neueren

Komödie.

=Kreon= s. Antigone.

=Kresphontes= (S. 30). Die ergreifende Scene des gleichnamigen

euripideischen Trauerspieles, von dem uns ungefähr 30 Verse erhalten

sind, hat noch zu Plutarch’s Zeit die stärkste Bühnenwirkung

geübt. Polyphontes hatte den Gemahl der Merope getötet, den Thron

und die Hand der verwitweten Königin gewonnen. Der im kindlichen

Alter stehende Sohn Kresphontes wird von der Mutter heimlich ins

Ausland geschickt. Herangewachsen kehrt er heim und giebt vor, den

Kresphontes, auf dessen Kopf der Usurpator einen Preis gesetzt hatte,

getötet zu haben. Es ward eine Scene herbeigeführt, in der die Mutter

dem vermeintlichen Mörder ihres Sohnes gegenüber stand und schon das

Schwert gezückt hatte, als der greise Begleiter des Jünglings ihr in

den Arm fällt und die Erkennung vermittelt. Der Sturz des Polyphontes

bildete den Schluß des Dramas.

=Kyklope= (der) S. 4. Solch ein Unhold hat im Gegensatze zu den

übermenschlichen Göttern als ein gleichsam untermenschliches Sujet

gelten können.

=Kyprien= (die) S. 54. Eine epische Dichtung des Stasinos (7. oder 8.

Jahrh.), welche die Vorgeschichte des trojanischen Krieges behandelt

hat. Ihren Inhalt kennen wir aus einigen umfangreicheren Bruchstücken

und vielfachen Notizen der Alten. Darin fand sich auch jene Scene,

auf die der Verfasser der Poetik S. 18 anspielt, daß nämlich

Odysseus Wahnsinn heuchelte, um sich dem Heeresaufgebote gegen Troia

zu entziehen, -- eine Verstellung, der die auf des Palamedes Rat

erfolgte Ergreifung und Bedrohung seines Söhnchens Telemach ein

rasches Ende bereitete.

=Kyprier= (die) S. 35. Eine uns anderweitig völlig unbekannte

Tragödie des Dikäogenes (s. das.). Wahrscheinlich war Teukros der

Held des Stückes. Diesen hatte sein Vater Telamon verstoßen, weil

er ohne seinen Bruder Aias von Troia zurückgekehrt war. In Kypros

fand er eine neue Heimat und ist nach Telamon’s Tod nach Salamis

zurückgekehrt. Beim Anblicke des Bildes seines Vaters mag er in

Thränen ausgebrochen und also erkannt worden sein.

=Laios= s. Oedipus.

=Lakonerinnen= (die) S. 54. Diese bildeten den Chor eines

sophokleischen Dramas, aus dem uns 5 Verse erhalten sind. Die Frauen

scheinen zur Umgebung der Helena gehört zu haben. Den Gegenstand des

Dramas bildete wahrscheinlich der Raub des heiligen Schutzbildes (des

Palladions) von Troia durch Odysseus und Diomedes.

=Lynkeus= (S. 23 u. 39), eine verlorene Tragödie des Theodektes (s.

das.), als deren Inhalt das folgende mit Wahrscheinlichkeit ermittelt

worden ist. Hypermestra, eine der Töchter des Danaos, denen der

Vater befohlen hatte, ihre Männer in der Hochzeitsnacht zu töten,

hat ihren Gemahl L. verschont und ihrer heimlichen Ehe ist ein Knabe

(Abas) entsprossen. Die Ergreifung dieses Kindes führt zur Entdeckung

des Geheimnisses. Nun soll Lynkeus hingerichtet werden; allein im

letzten Augenblicke findet (vielleicht infolge einer Volksempörung)

ein Umschwung statt, der die Rettung des Lynkeus und die Tötung des

Danaos herbeiführt.

=Magnes= s. Chionides.

=Margites= (S. 7f.). Ein altes parodistisches Gedicht, von dessen

burleskem Inhalte wenige Verse und einige Nachrichten dürftige Kunde

geben. Der Held war ein täppischer Gesell, der in jeder Lebenslage

das mindest angemessene that. Als Verfasser dieses und mehrerer

anderer Scherzpoeme hat dem Altertume Homer gegolten.

=Medea= S. 32. Der hier gegen die Lösung der also betitelten

euripideischen Tragödie erhobene Tadel gilt dem Umstande, daß Medea,

nachdem sie ihre Kinder und Kreusa, Jasons Braut, getötet hat, auf

einem von ihrem Ahnen, dem Sonnengott gesandten Schlangenwagen

entflieht. Unter dem Ungereimten S. 64 versteht Aristoteles das

unvermittelte Erscheinen des Ägeus, der auf dem Wege von Delphi

nach Trozen Korinth in dem Augenblicke betritt, wo Medea seines

Schutzes bedarf. Die Episode, in der die beiden sich begrüßen und

mit einander so vertraut verkehren, als ob sie sich nicht zum ersten

Male erblickten, ward vom Dichter im Hinblick auf die Sage von ihrer

späteren Vermählung eingeschaltet.

=Megarische Komödie= (S. 5). Authentische Überreste fehlen. Neuerlich

ist die Vermutung aufgetaucht, daß die Gewohnheit attischer

Lustspieldichter, plumpe und tölpelhafte Späße megarische zu nennen,

den Glauben an die Pflege des Lustspieles daselbst erzeugt habe.

Dem widerspricht jedoch eben die Art, in der hier Aristoteles von

dem Anspruche handelt, den die Megarer selbst auf die Urheberschaft

dieser Kunstgattung erhoben haben.

=Melanippe= (S. 32). Gemeint ist des Euripides Tragödie „Die weise

Melanippe“, von der uns nur wenige Verse erhalten sind, darunter der

Anfang der hier erwähnten langen Rede. Die Heldin des Stückes hat

unvermählt dem Poseidon Zwillinge geboren, die sie im Rinderstall

versteckt und von einer Kuh säugen läßt. Der Vater hält die Kleinen

für eine Wundergeburt der Kuh und will sie um dieses ihres monströsen

Ursprunges willen verbrennen. Da hält Melanippe, um ihre Sprößlinge

zu retten, jene große Rede, die darthun sollte, daß kein in der Natur

möglicher Vorgang als widernatürlich zu gelten habe.

=Meleager= (S. 27). Ein gleich Achill, an den er lebhaft erinnert, zu

frühem Tode bestimmter, von gewaltiger Leidenschaft erfüllter Heros.

Der Geliebte der kühnen Jägerin Atalante, der Sohn des Oeneus und

der Althaea, der im Zornmute die Brüder seiner Mutter erschlägt und

darob von ihrem Fluche getroffen wird, war der Held von Tragödien

des Phrynichos („die Pleuronierinnen“), des Sophokles, Euripides und

Anderer.

=Menelaos= s. Orestes.

=Merope= s. Kresphontes.

=Mitys= (S. 22), war nicht gar lange nach 400 zu Argos im

Parteikampfe gefallen. Daß der Urheber seines Todes auf dem

Marktplatze von Argos während einer +Festfeier+ von der Statue

seines Opfers erschlagen ward, lehrt Plutarch, Vom späten göttlichen

Strafgericht, Cap. 8.

=Mnasitheos= (S. 65), anderweitig unbekannt.

=Mynniskos= (S. 65), berühmter Schauspieler, der in der Darstellung

äschyleischer Rollen glänzte. Komiker haben ihn als Gourmand

verspottet.

=Myser= (die) S. 58. Gemeint ist des Äschylos so betiteltes Drama,

dessen Held Telephos zu Tegea in Arkadien seine Oheime erschlagen

hatte und (wahrscheinlich vom Orakel dazu veranlaßt) nach Mysien

wanderte, um sich dort von der Blutschuld reinigen zu lassen. In der

Zwischenzeit mußte der Totschläger strenges Stillschweigen bewahren.

=Neoptolemos= (S. 54), Achill’s Sohn. Welches Tragikers Werk

Aristoteles im Auge hat, ist uns völlig unbekannt.

=Nikochares= (S. 4) und seine „Deliade“ sind anderweitig unbekannt.

=Niobe= (S. 40). Da das bekannte Schicksal der Niobe keineswegs durch

seinen Stoffreichtum der Behandlung in +einer+ Tragödie widerstrebt,

auch von einer epischen Darstellung des Themas nichts bekannt ist,

so hat dieses Beispiel mit Recht Befremden erregt und den Verdacht

einer Textverderbnis wachgerufen. Von Äschylos gab es übrigens

eine Tragödie dieses Namens; daß zwei andere seiner Dramen diese

Darstellung vervollständigt haben, ist ohne triftigen Grund vermutet

worden.

=Nomos= (S. 3 usw.). Eine dem Dithyrambos verwandte Dichtungsart, in

deren musikalischer Begleitung die Kithara allmälig das Übergewicht

über die Flöte gewann.

=Odysseus=, der verwundete s. Telegonos.

-- -- in der Skylla s. Timotheos.

-- --, der Trugbote (S. 36). Der Autor und Inhalt des Dramas gleich

unbekannt. Mit Wahrscheinlichkeit läßt sich vermuten, daß in den im

Texte geschilderten Vorgängen der schlaue Odysseus die Rolle des

Täuschenden gespielt hat, während der Inhaber des Bogens ein Troer

gewesen ist.

Aristoteles' Poetik · 第 7 / 8 段