»Anno 370, etlich setzen anno 400, leuchtet der vilkindig

fürbündig gelerte man Hieronymus u.s.w.«

unten steht:

»Gedruckt zu Nürnberg durch Hans Glaser Brieffmahler hinter Sanct

Lorenzen auff dem Platz.«

Die früheren oftmals sehr schönen scharfen Abdrücke der zweiten Gattung,

welche zuweilen auf Pergament vorkommen, haben im Papier das

Wasserzeichen der Wage im Kreise mit einem Stern darüber, Nr. 22^a.

Man findet diesen Holzschnitt sowohl ohne als mit der Jahrszahl und bei

einzelnen der letzteren trifft man den von Heller, pag. 670, angegebenen

Büchertitel auf der Rückseite gedruckt.

Ich glaube übrigens, daß Heller sich irrt, wenn er die Abdrücke mit der

Jahrszahl für die ältern hält. Die schönsten Drucke, auch auf den besten

Papieren, mit 13¼ Linien Zwischenraum der Drathstriche, habe ich ohne

die Jahrszahl gesehen, zwar auch recht reine und scharfe mit derselben,

doch hatten die stumpfesten, welche mir auf den späteren Papieren

vorgekommen sind, die Jahrszahl.

B. 114. Der heilige Hieronymus in der Zelle. 1511.

Ein schöner und sehr beliebter Holzschnitt, von dem die ersten Abdrücke

im Papier das Wasserzeichen des Ochsenkopfes mit Kreuz und Blume, Nr.

20, haben. Andere vortreffliche Abdrücke trifft man auf einem sehr

festen Papier mit 12 Linien Abstand der Drathstriche.

B. 115. Der heilige Hieronymus knieend in einer Landschaft.

Dieses, auch der kleine Hieronymus genannte Blättchen, ist einer der

seltensten Holzschnitte des Dürer’schen Werkes, es ist rund und sehr

klar von Schnitt. -- Das Original -- es existirt davon eine neue sehr

täuschende Copie von Kappes -- hat ein festes Papier mit 12 Linien

Entfernung der Drathstriche.

B. 116. Die acht Schutzheiligen von Oesterreich.

Anfangs hatte Dürer nur sechs Heilige dargestellt und die Abdrücke

dieses Holzstocks auf Papier mit der hohen Krone sind eben so

ausgezeichnet durch ihre Schärfe als selten. Im Jahre 1517 waren indeß

die beiden letzten Heiligen zur rechten Seite, S^t. Poppo und S^t. Otto,

bereits hinzugefügt und man findet die alten reinen Abdrücke dieser acht

Heiligen mit einem lateinischen Gedichte des Johann Stabius, welches die

Ueberschrift hat:

Ad sanctos Austriae Patronos Joann Stabii AVPrecatio.

Das Gedicht ist in drei Columnen gedruckt, zu zweimal 16 und einmal 14

Reihen, unter den letztern steht die Jahrszahl MDXVII.[41]

Die späteren Abdrücke sind fast immer schon mehr oder minder stumpf. Der

Holzstock ist noch vorhanden und Abdrücke davon befinden sich in der von

Derschau’schen Sammlung.

B. 117. Die Marter der 10,000 Heiligen.

Die ältesten Drucke haben das Wasserzeichen des großen Reichsapfels mit

Strich und Stern, Nr. 24, die späteren sind auf Papier mit dem

Wasserzeichen der Schlange, Nr. 47, oder des Wappens von Augsburg und

einem A darunter, Nr. 50.

B. 118. Drei stehende Bischöfe.

Das Papier der alten Drucke hat als Wasserzeichen den Ochsenkopf mit dem

Caducaeus. Die neueren häufigen Abdrücke sind stumpf und daran

kenntlich, daß der Einfassungsrand oben in der Mitte eine ausgesprungene

Stelle hat.

B. 119. Ein sich kasteiender Heiliger. 1510.

Man hat schöne Abdrücke davon auf Papier mit dem Wasserzeichen Nr. 44

und 13 Linien Entfernung der Drathstriche.

B. 120. Die Marter der heiligen Catharina.

Die alten klaren und scharfen Abdrücke, dieses im Allgemeinen nicht

seltenen Blattes, findet man sehr sparsam; sie haben das Papier von

feiner Masse mit dem Wasserzeichen des großen Reichsapfels mit Stern,

Nr. 24, und einen Abstand der Drathstriche von 14 Linien.

In den späteren Abdrücken bemerkt man unten rechts die Spuren eines

Sprunges, oben links kleine vom Wurmfraß herrührende Fehlstellen. Ihr

Papier von geringer Güte hat das auch bei späteren Abdrücken der großen

Passion vorkommende Wasserzeichen einer Schlange, Nr. 47.

B. 121. Die Himmelfahrt der heiligen Magdalene.

Es ist auch in den besten Abdrücken ein etwas roher Holzschnitt. Die

alten Abdrücke haben als Wasserzeichen die große hohe Krone oder die

Wage im Kreise, Nr. 22^a.

B. 122. Die Dreifaltigkeit. 1511.

Wie auch Heller bemerkt, findet man diesen sehr beliebten großen

Holzschnitt nicht häufig in vollkommen reinen Abdrücken. Die ersten

haben das Wasserzeichen der hohen Krone, auch wohl das der Hand mit

Blume, Nr. 26. Der Holzstock scheint späterhin gleichzeitig mit denen

der großen Passion abgezogen zu sein, wenigstens trifft man gute

Abdrücke auf demselben Papier mit dem Wasserzeichen eines verzierten K,

Nr. 40, welches bei den bessern Abdrücken des dritten Etats der großen

Passion bemerkt ist. Bei späteren Abzügen kommt auch das Wappen von

Augsburg vor, diese haben einen Sprung in der Mitte, welcher bis auf das

Monogramm-Täfelchen hinunter geht.

B. 123. Das Messopfer des heiligen Gregorius. 1511.

Dieses, auch von Vasari gerühmte schöne Blatt hat in alten Abdrücken das

Wasserzeichen der großen hohen Krone oder des Reichsapfels mit Stern.

Gute Abdrücke findet man auch auf einem festen Papier mit einem nicht

wohl kenntlichen Wasserzeichen, dessen Drathstriche 13¼ Linien

Entfernung haben.

B. 124. Das jüngste Gericht.

Dieser von Bartsch unter die Arbeiten Dürer’s aufgenommene Holzschnitt

ist von Heller wohl mit Recht als Nr. 77 unter die zweifelhaften Blätter

versetzt.

Das Zeichen Dürer’s, von ungewöhnlicher Form, welches die zweiten Drucke

haben, ist sichtlich mit einem Stempel aufgedruckt.

Das Papier solcher Abdrücke hat das Wasserzeichen des Reichsadlers.

B. 125. Die Enthauptung des Johannes. 1510.

Die ersten scharfen und reinen Drucke auf Papier mit dem Wasserzeichen

der hohen Krone sind selten, sonst ist das Blatt sehr verbreitet. Bei

den späteren Abdrücken kommen Fehlstellen vom Wurmfraß oft bis zur

Entstellung vor.

B. 126. Herodias empfängt das Haupt des Johannes. 1511.

Auch von diesem Blatte sind die alten reinen Abdrücke nicht häufig, sie

haben ebenfalls Papier mit dem Wasserzeichen der hohen Krone, auch wohl

ein besonders festes Papier mit 14¼ Linien Abstand der Drathstriche.

Beide Holzschnitte werden von Vasari besonders hervorgehoben.

B. 127. Ercules.

Dieser große Holzschnitt hat in den ersten Drucken das Papier mit dem

großen Reichsapfel, Strich und Stern darüber, Nr. 24.

Bei späteren jedoch noch guten Abzügen findet man das Wappen von

Augsburg mit einem A, Nr. 50.

B. 128. Das Bad.

Auch von diesem Holzschnitt haben die seltenen scharfen frühesten

Abdrücke das Wasserzeichen des großen Reichsapfels, mit Strich und Stern

im Papier, ein Wasserzeichen, welches man bei den großen Dürer’schen

Holzschnitten, deren Datum nicht über das Jahr 1511 hinausgeht, in

ersten Drucken allgemein antrifft.

Ich bin aus diesem Grunde, wie aus anderen in der Behandlung des

Holzschnitts liegenden Ursachen, der Ansicht: daß derselbe zu den

früheren Arbeiten Dürer’s gehört, welches auch Heller annimmt und worin

ich durch eine in der Sammlung der Kunsthalle in Bremen befindliche

Dürer’sche Zeichnung bestärkt werde, welche ein Frauenbad mit Kindern

darstellt, in Styl und Behandlung große Uebereinstimmung mit diesem

Holzschnitt hat und die Jahrszahl 1496 trägt. Spätere gute Abdrücke

findet man auf Papier mit dem Wasserzeichen des K, Nr. 40, die neueren

mit dem Zeichen des Wappens von Augsburg, Nr. 49.

Von diesem Blatte giebt es eine alte bisher ganz unbekannte

Wiederholung, wovon der einzige mir zu Gesicht gekommene Abdruck von

meinem verehrten Freunde, dem Herrn Dr. Straeter in Aachen, in London

aufgefunden und mir überlassen wurde.[42] Sie hat kein Monogramm und ist

überhaupt keine genaue Copie, scheint vielmehr nach derselben

Dürer’schen Zeichnung von einem andern Formschneider gearbeitet zu sein.

Der Schnitt ist sehr scharf, und es wäre nicht unmöglich, daß dies der

erste Schnitt nach der Zeichnung wäre, welcher unsern Meister vielleicht

nicht befriedigt und deshalb den andern Holzschnitt veranlaßt hätte.

Daß der fragliche Abdruck schon bei Lebzeiten Dürer’s und zwar

anscheinend vor 1515 genommen ist, beweist dessen Papier mit dem

Wasserzeichen der großen hohen Krone, Nr. 21, welches bei den ältern

Holzschnitten dieser Periode, aber nicht später, vorkommt.

B. 129. Die Säule. 1517.

Herr Dr. Nagler hat auf pag. 203 seiner Monogrammisten eine Nachweisung

der in Deutschland vorhandenen vollständigen Exemplare dieses schönen

_in allen 4 Blättern von gleichem alten Druck_ höchst seltenen

Kunstwerks gegeben. Ausser den angeführten ist noch ein vollständiger

Abdruck in der Privat-Sammlung des verstorbenen Königs von Sachsen und

in der Sammlung des Museums zu Braunschweig auch einer, dem indeß ein

Blatt der Mittelstücke fehlt, auf der Festung zu Coburg. --

Bei den alten Drucken, welche nicht aufgelegt waren, habe ich im Papier

das Wasserzeichen des stehenden Hundes, Nr. 35, gefunden, bei dem

dritten Blatte von oben hat das Exemplar in Braunschweig einen sehr

sichtbaren Sprung des Holzstocks, daher die Abdrücke, auch der

Mittelstücke, aus verschiedenen Perioden herrühren werden. Einen Beweis

hiervon liefert noch der Abdruck in dem Königlichen Kupferstich-Cabinet

zu München, unter welchem mit beweglichen Lettern gedruckt steht:

Gedrückt durch Hans Guldenmund brieffmaler zu Nürnberg.

Dieses Exemplar ist daher entschieden erst nach Dürer’s Tode abgezogen,

das Papier desselben hat auch das spätere Wasserzeichen einer Lilie mit

15 Linien Entfernung der Drathstriche. Die oberen und unteren Blätter

dieses Werkes sind weniger selten und man findet sie zu sehr

verschiedenen Zeiten abgedruckt. Ich habe bei den spätem Abdrücken

derselben in den Papieren das Wasserzeichen der Schlange, Nr.

47, ein Römisches R in einem geschweiften Schilde, das Wappen von

Schrobenhausen, Nr. 15, den Reichsadler und das Wappen von Augsburg

gefunden.

B. 130. Die Philosophie.

Dieses seltene Blatt hat Heller unter die zweifelhaften unsers Meisters

versetzt. Es weicht freilich in der Behandlung, obgleich mit dem

Monogramm versehen, von den übrigen Holzschnitten Dürer’s ab, dagegen

hat es Aehnlichkeit mit den Holzschnitten zu den Comödien der Rhoswita,

welche von vielen Kennern, namentlich auch von C.F. v. Rumohr,[43] dem

Dürer-Werke zugezählt werden.

Man hat alte Abdrücke auf Papier mit dem Wasserzeichen der großen hohen

Krone, Nr. 21, auf deren Rückseite eine lateinische Dedication gedruckt

ist, welche folgende Ueberschrift hat:

DN. IMP: MAXIMILIANO AVGVSTO.

CONRADVS. PEVTINGER. AVGVSTANVS.

FOELICITATEM.

B. 131. Der Mann zu Pferde.

Die alten schönen Abdrücke dieses großen Holzschnittes haben das Papier

mit dem Wasserzeichen des großen Reichsapfels mit Strich und Stern, Nr.

24. Bei den guten spätern findet man das Wappen von Augsburg, Nr. 50, in

einem stark gerippten Papier mit Entfernung der Drathstriche von 14¼

Linien, auch wohl ein feines Papier mit gleicher Entfernung der

Drathlinien und dem Wasserzeichen eines langen Wappenschildes, Nr. 44.

B. 132. Der Tod und der Soldat. 1510.

Dieser als fliegendes Blatt herausgegebene Holzschnitt gehört zu den

seltenen. Man hat davon zweierlei Abdrücke, die ersten mit der

Ueberschrift und dem Gedicht, wie Heller solche pag. 686 bis 688

angiebt; haben im Papier das Wasserzeichen des kleineren Reichsapfels

mit Strich und Stern, Nr. 24^a, und 13¾ Linien Abstand zwischen den

Drathstrichen.

Die zweiten Abdrücke sind auf Papier mit dem Wasserzeichen der Urne, Nr.

25, und unterscheiden sich durch eine abweichende Schreibart sowohl bei

der Ueberschrift als bei dem Gedicht.

Die erstere heißt:

Kein ding hilfft für den zeitlichen Todt

Darumb dienent Gott frü und spott.

B. 133. Der Schulmeister. 1510.

Noch seltner als der vorhergehende ist dieser schöne wohl ohne Zweifel

von Dürer eigenhändig geschnittene und ebenfalls als fliegendes Blatt

herausgegebene Holzschnitt. Die Ueberschrift ist übrigens von Heller,

pag. 684, nicht ganz richtig angegeben, die zweite Zeile heißt:

Der pit got trum hye auff erden.

Die ersten Drücke haben Papier mit dem Ochsenkopf, Kreuz und Blume

darüber, Nr. 20, und 13¾ bis 14 Linien Abstand der Drathstriche.

B. 134. Das Urtheil des Paris.

Der kleine runde und außerordentlich seltne, wenn auch nicht sehr schöne

Holzschnitt, ist mir nie in einem solchen Zustande vorgekommen, daß ich

über die Beschaffenheit des Papiers desselben nähere Kennzeichen

anzugeben im Stande wäre. --

B. 135. Die Umarmung.

Nicht weniger selten ist dieses dem vorigen an Größe gleiche Blättchen,

das Papier ist dasselbe, auf welchem der kleine Hieronymus, B. 115,

vorkommt.

B. 136. Das Rhinoceros. 1515.

Die vortreffliche Original-Federzeichnung zu diesem schönen Holzschnitt,

mit einer drei- und dreiviertelzeiligen Unterschrift, von Dürer’s Hand,

befindet sich bekanntlich im Print-room des British Museum.

Von dem Holzschnitt giebt es nach den bisherigen Annahmen drei

Editionen, ich kenne indeß davon neun verschiedene Abdrucks-Gattungen,

welche entweder in der Ueberschrift mit beweglichen Lettern oder in der

Beschaffenheit des Holzstocks, auch in den Papieren der Abdrücke zum

Theil sehr wesentlich von einander abweichen.

1) Nach meinen Wahrnehmungen haben die ersten durch Reinheit und Schärfe

von allen übrigen ausgezeichneten Abdrücke eine Ueberschrift von 5

vollen Zeilen. An dem Holzstock ist, bis auf einen ganz kleinen

Aussprung des Einfassungsstriches links, 8 Linien von oben, keine

Beschädigung wahrzunehmen.

Diese Abdrücke kommen regelmäßig auf dem bei Dürer’s Lebzeiten

gebräuchlichen festen Papier mit dem Wasserzeichen des Ankers im

Kreise, Nr. 30, vor, welches eine Entfernung der Drathstriche von 13¾

Linien hat.

Die Ueberschrift fängt an:

»Nach Christus gepurt 1513 -- --«

und endet:

»Der Rhynocerus Schnell, fräydig vnd Listig sey.«

Es ist dieses die von Bartsch und Heller als die zweite bezeichnete

Edition, daß sie aber die frühere ist, geht, ausser der vollkommenen

Schärfe und Fehlerlosigkeit des Abdrucks, auch aus der offenbar älteren

Schreibart der Ueberschrift hervor, indem bei dieser unter andern steht:

_Kunig_, statt bei der von Heller angeführten ersten, _König_, _fast

fest_ statt _sehr_ fest _nydertrechtiger von paynen_ statt _niderichter

von baynen_, u.s.w.

Die von Bartsch erwähnte erste Edition mit 5½ zeiliger Ueberschrift,

welche anfängt

Nach Christus _Gepurt_ 1513 u.s.w.

findet sich nirgends und ich glaube annehmen zu dürfen, daß Bartsch die

von Heller genauer bezeichnete Abdrucks-Gattung mit 5½zeiliger

Ueberschrift gemeint und den Unterschied in der Schreibart von »nach

Christus gepurt« gegen »nach Christi Geburt« nicht beachtet hat.

2) Die von Heller, pag. 692, als erste beschriebene Ausgabe. Sie hat

eine Ueberschrift von 5½ Zeilen, welche anfängt:

»Nach Christi geburt etc.« und endet »Der Rhynocerus Schnell,

fräydig und Listig sey.«

3) Ein Abdruck, ebenfalls mit 5½zeiliger Ueberschrift, welche anfängt:

»Nach Christi geburt etc.« und endet »Der Rhinocerus Schnell,

fräydig und _auch_ Listig sey.«

4) Ein Abdruck mit 5¾zeiliger Ueberschrift, der vorigen gleich, nur daß

das Ende derselben heißt:

»Schnell _fraidig_ und auch Listig sey.«

5) Ein Abdruck mit 5¾zeiliger Ueberschrift, welche anfängt:

»Nach _Choistie_ geburt« und endet »Der Rhinocerus Schnell fraitig

und auch _Lustig_ sey.«

Es ist dieses derjenige Abdruck, welchen der verstorbene Schorn im

Kunstblatt vom Jahre 1830, pag. 104, als »vielleicht Ersten« bezeichnet,

indem derselbe irrthümlich angab: daß solcher 5 Zeilen Ueberschrift

habe, wovon jedoch die letzte nicht ganz vollständig sei, auch es

übersehen hatte, daß nicht _Christie_ geburt sondern _Choistie_ geburt

zu lesen ist.[44]

6) Ein Abdruck ohne alle Ueberschrift.

7) Die von Hendrick Hondius veranstaltete Ausgabe, mit einer

Holländischen Ueberschrift von 6½ Zeilen und seiner Adresse darunter.

8) Die Abdrücke in Clair Obscur mit farbigen Tonplatten.

9) Spätere Abdrücke ohne Ueberschrift.

Die Editionen 2 bis 5 haben bereits sämmtlich theils mehr theils

weniger die Spur eines Anfangs ganz feinen Sprunges des Holzstocks,

welcher an der linken Seite in einer Höhe von 27 Linien vom untern

Einfassungsstriche die Haare des Schweifes durchschneidet und bis in den

rechten Hinterschenkel hinein läuft.

Ausser dem bei der Abdrucksgattung 1 bemerkten kleinen Aussprunge der

linken Einfassungslinie, ist hier auch ein kleiner Aussprung derselben

in der Höhe von 18 Linien vom untern Rande.

Die mit 3 bezeichneten Abdrücke haben das Wasserzeichen Nr. 42 oder bei

einem weichen Papiere das ebenfalls spätere Wasserzeichen Nr. 44. Die

unter Nr. 5 aufgeführten ein Papier mit dem Wasserzeichen Nr. 57 und 13¾

Linien Entfernung der Drathstriche. Zwischen den Abdrücken 2 bis 5 ist

der Unterschied der Schärfe und Erhaltung der Platte nicht sehr

bedeutend und sie scheinen in einem nicht sehr langen Zeiträume nach

einander veranstaltet zu sein. Desto hervorstechender ist aber dieser

Unterschied bei den Nrn. 6 bis 9.

Bei Nr. 6 auf einem festen Papier mit 11 Linien Entfernung der

Drathstriche, geht der vorher bezeichnete Sprung der Holzplatte sehr

sichtbar durch beide Hinterbeine. Der Einfassungsstrich ist bis auf

einen neuen sichtbaren Aussprung rechts oben noch wohl erhalten.

Nr. 7 ist auf Holländischem Papier mit der großen Schellenkappe und 11¾

Linien Abstand der Drathstriche. Der Sprung ist durch alle vier Beine

sichtbar und der Einfassungsstrich hat eine größere Fehlstelle von 6

Linien Breite an der linken Seite, 22 Linien von oben. Hieran sind diese

in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts veranstalteten Abdrücke zu

erkennen, auch wenn, wie häufig, die Schrift abgeschnitten ist.

Bartsch hat sich[45] in seinem großen Eifer darzuthun: daß Albrecht

Dürer nicht selbst in Holz geschnitten habe, durch die Unterschrift

dieser Holländischen Edition verleiten lassen, es für wahrscheinlich zu

halten: daß Hondius die Platte dieses Rhinoceros geschnitten habe, eine

Vermuthung, welche bei einem so einsichtsvollen Kenner um so mehr

auffallen muß, als Hendrick Hondius bekanntlich über hundert Jahre

später als Dürer lebte und arbeitete.

Die Abdrücke mit farbigen Tonplatten, Nr. 8, -- welche sowohl in grüner

als brauner Farbe vorkommen und, als große von unserm Meister selbst

herrührende Seltenheiten, von den Liebhabern sehr gesucht und theuer

bezahlt werden, sind erweislich erst später als die Ausgabe durch

Hondius veranstaltet; denn der Sprung in dem Holzstock geht -- wenn er

nicht, wie manchmal, künstlich ausgebessert ist -- durch alle vier Beine

und auch durch die Schnauze des Thiers. Der Einfassungsstrich hat

größere Unterbrechungen, namentlich oben, und fehlt an der rechten

untern Ecke ganz, in der Breite von 12 und in der Höhe von 14 Linien;

das Papier hat eine Entfernung der Drathstriche von knapp 11 Linien.

Diese Clair Obscurs sind ohne Zweifel von dem Willem Janssen in

Amsterdam gedruckt, welcher ganz gleiche Abdrücke von Dürer’s Portrait

des Ulrich Varnbühler, B. 155, und von mehreren Holzschnitten des

Heinrich Goltzius veranstaltet hat.[46]

Die schwarzen Abdrücke, Nr. 9, haben dieselben bei der vorstehenden

Gattung bemerkten Fehlstellen des Holzstocks, aber ausserdem die Spuren

kleiner Wurmlöcher an dem untern Schilde des Halses und eines größeren

am linken Vorderbeine, ihr Papier hat einen Abstand der Drathstriche von

nur 10½ Linien.

Ob übrigens die von mir bei den Abdrucks-Gattungen 2 bis 5 angenommene

Priorität die völlig richtige ist, muß ich dahin gestellt sein lassen;

da es mir nicht möglich gewesen ist, Abdrücke dieser vier Gattungen zu

genauer Vergleichung neben einander zu haben. Die von mir beobachtete

Reihenfolge ist wesentlich auf den Abweichungen der Schreibart in den

Ueberschriften begründet und es ist daher immerhin möglich, daß ein von

mir später bemerkter Abdruck früher als ein vor ihm stehender genommen

ist. Die kleinen Beschädigungen durch den Sprung des Holzstocks sind

ausserdem nicht bei allen Abdrücken derselben Gattung ganz gleich, so

liegt mir von der häufiger vorkommenden Nr. 5, bei welcher man diesen

Sprung in der Regel besonders bemerkt, ein Abdruck vor, auf dem derselbe

kaum wahrzunehmen ist, wogegen sich in der Privatsammlung des

verstorbenen Königs von Sachsen in Dresden ein Abdruck von Nr. 1

befindet, bei welchem der Riß bereits sichtbar ist.[47]

B. 137. Die Belagerung einer Stadt. 1527.

In zwei Blättern.

Dieser nicht sehr häufige Holzschnitt bei Heller[48] wohl über Gebühr

gepriesen, von v. Rumohr[49] und Nagler[50] dagegen zu gering geschätzt,

ist zwar augenscheinlich nicht von Dürer’s Hand geschnitten, doch liegt

demselben ohne Zweifel eine Zeichnung desselben zum Grunde.

Will man auch nicht die Meinung einiger Sammler theilen, welche diese

Blätter als zu dem im Jahre 1527 gedruckten Werke Dürer’s

»Etliche underricht, zu befestigung der Stett, Schloß und flecken«

gehörig, bezeichnen, so stehen sie doch zu demselben in der genauesten

Beziehung, indem sie es anschaulich machen: wie eine nach den

Vorschriften jenes Unterrichts befestigte Stadt belagert und vertheidigt

werden kann.

Mit der auf dem 2. Blatte über dem Monogramm stehenden Jahrszahl 1527

stimmen die in den Papieren der ersten Abdrücke vorkommenden

Wasserzeichen der kleinen hohen Krone, Nr. 36, und des stehenden Hundes,

Nr. 35, überein, welche sich ebenfalls in den Papieren der zu dem

vorbezeichneten Werke gehörenden Holzschnitte befinden. -- Spätere

Abdrücke haben das Wasserzeichen einer hohen Hand mit Stern darüber,

oder des Reichsadlers, sind auch zum Theil nicht frei von Spuren des

Wurmfraßes in den Holzstöcken.

B. 138. Der Triumphbogen des Kaisers Maximilian.

Ueber dieses große Werk finden sich ausführliche Nachrichten bei

Bartsch, Heller und Nagler. Ich kann denselben nur hinzufügen: daß sich

ausser den von diesen angeführten Exemplaren, ein vortreffliches alt

illuminirtes und auf Leinwand gezogenes auf der Bibliothek in

Wolfenbüttel befindet, welches leider theilweise beschädigt ist[51] und

daß die Königliche Kupferstich-Sammlung in Stuttgart einen vollständigen

alten Abdruck in einzelnen Blättern besitzt, welcher in den durch das

Aufkleben der »Porten des Lobes« und der »Porten des Adels« bewirkten

Correkturen mit denjenigen beiden Exemplaren übereinstimmt, welche die

vortreffliche Königliche Kupferstich-Sammlung in Copenhagen zieren.[52]

Sowohl das Exemplar in Stuttgart als die in Copenhagen haben ein sehr

festes Papier mit dem Wasserzeichen des großen Reichsadlers mit Krone,

welches auf einen erst nach Dürer’s Tode stattgefundenen Abdruck

schließen läßt. In Copenhagen konnte ich die Drathrippen nicht

unterscheiden, in Stuttgart betrug die Entfernung derselben 16½ Linien,

übrigens muß das hier aufbewahrte Exemplar später gedruckt sein, wie die

Copenhagener, da einzelne Stöcke schon Sprünge zeigen, welche hier nicht

bemerkbar sind.

Nach meiner Ansicht dürfte es trotz der neueren umfassenden

Untersuchungen des Herrn Dr. H. Glax[53] doch sehr schwierig sein, mit

einiger Sicherheit die Priorität der verschiedenen alten Abdrücke zu

bestimmen.

Aeltere Abdrücke von einzelnen Holzstöcken dieses Werks, namentlich der

Schlachten, finden sich in verschiedenen Sammlungen, zuweilen sehr schön

auf Papier mit dem Wasserzeichen des Ochsenkopfes mit Kreuz und Blume,

oder dem Oval mit Kreuz, Nr. 34, jedoch etwas größer, sie sind übrigens

durch ihre Reinheit und Schärfe leicht von denen der spätesten von

Bartsch veranstalteten Ausgabe zu unterscheiden.

B. 139. Der Triumphwagen des Kaisers Maximilian.

Albrecht Dürer's Kupferstiche, Radirungen, Holzschnitte und Zeichnungen · 第 7 / 12 段