Es werden sich die Posaunen des Gerichts erheben.
Aus einer Wolke, die sich erdwärts neigt,
Ragen die schlanken, zuckenden Rohre --
Tausend sind es an der Zahl --.
Ihr Schall trifft lanzensteil, schwertschlank,
Die Gewänder der Bläser bauschen sich im Erzgebraus
Rund auf wie Schwanengefieder.
Über der Erde aufgeworfenes Hügelland
Ist wimmelnd hingebreitet alles Fleisch.
Ganze Völker, Sippen, Jahrtausende reihen sich hügelan,
Schultern von Frauen glänzen rhythmisch wie Wellenkämme im Meer.
Haar stammt auf. Blicke dämmern in violettener Nacht.
Und Schall der Posaunen nimmt sie auf stählernen Rücken,
Die Zonen der Luft sind angefüllt von sanfthinschwebenden Leibern.
Manche sind leicht, es trägt sie verschwimmendes Wolkenrot wie
Rosenblätter;
Andere hanteln an flatternden Tüchern sich hoch.
Mütter bergen die Kinder in schützendem Arm,
Nackthineilende Frauen decken mit schattenden Händen
Die Scham.
Augen sind, in denen die Welt wie berstender Sternhimmel
ineinanderstürzt,
Augen voll Schuld und traumvergessener Angst,
Greller, tagheller Wiederkehr verjährtester Tat.
Und keiner möchte
Der Erste sein vor dem Blitz aus der goldenen Wolke,
Männer mit Würdebärten drängen sich vor, weichen voll Zagens zurück.
Es stauen sich Völker, Mauern des Fleischs
Und Leiber sind angstvoll vermischt
Im Mantel der ungewissesten Qual.
Jenseits aber ist Stürzen in klaffende Tiefen,
Girlanden aus wirrvoll verschlungenen Körpern
Ranken aus helleren Tiefen ins Dunkel hinab.
Sünder haben die Hände vors schreiende Antlitz geschlagen,
Knie zerbersten, Rücken zerbrechen im schwindelnden Fall.
Loderndes Haar flammt züngelnd dem Feuer entgegen.
Sie stürzen mit Köpfen voraus.
Aus Mündern dünstet die bläuliche Wolke des Fluchs.