Wenn drunten dunkel die Posaunen brausen --

Wenn drunten dunkel die Posaunen brausen,

Als Sonnenstäubchen werde ich zum Lichtquell aufwärtsstreben.

Von feinen Händen fühl ich unter Schultern mich gefaßt,

Mich trägt ein Schwanenflügelpaar,

Der goldne Odem eines Engels überströmt mich warm.

Noch bin ich ganz von Schollenlast betäubt,

Noch kreisen Regenbogen hinter wehgeschlossnen Lidern

Glanzlichternd gleitet noch die grüne Schlange der Verwesung

Um meinen marmorn-abgekühlten Leib.

Ein Wiegenlied -- unendlich tief, verschlafen --

Von Äolsharfen weit aus Pappelwipfeln hergeflockt,

Träumt mir im Ohre nach.

Ich schwimme müd-gestreckt im Fluß der Sonne.

Da fällt mich, den sein Schutzgeist trug,

Ein Nachtgespenst, ein fledermausgeflügelt Untier an.

Der Krallen Zwölfzahl -- Monde sind's, die aneinanderklirren --

Stürzt sich gleich Sicheln in mein trübes Fleisch.

Die Nüstern qualmen stinkendes Gewölk,

Das Maul bespeit mich frech mit Eiter, Schleim und Galle;

Erschrocken sehe ich in grausem Hundsgesicht,

In Augen, die wie Licht im Wind verflackern,

Die schlankgestreckte Landschaft meiner Sünden, Frevel Süchte.

Um mich tobt der Zweikampf.

Manchmal sinke ich hinab, es stürzt mit geiler Wucht

Des Bösen lastendes Gewicht auf mich;

Dann steige ich empor, vom guten Geist emporgerafft,

Sein silbern Flügelpaar verebbt in müder Luft.

Die müde Luft erklingt von hellem Kampf.

Um die Erstandnen rast die Schlacht entzweiter Mächte.

In sich verbissne Knäuel schweben hin.

Stürzt jetzt die Last in enger Krallenhaft zur Erde.

Schwebt sie mit ihrem Engel siegend auf?

Ich bin der Kräfte Spiel im schalldurchbrausten Meer.

Gedichte(#52219) · 第 24 / 30 题