Erde, o Erde,
Wer hieß uns wandeln auf Blutäckern, auf Leichengefild,
Wer hat uns zum Dünger bestellt
Für Saatfrucht des Morgen, die eigenem Samen entsprießt?
Zackiger Flügelschlag des Drachen
Und sein Doppelstrahl aus goldenen Nüstern,
Purpurbeschlagener Rachen des Löwen und Tigersprung,
Schillernd herkriechende Schlangennähe und Ebers Zahn,
Brüllende Zorngiere gehörnter Ure, Auswurf verschmitzten Lamas
Und plattfüßig gewälzte Wucht der Bäre,
Und Stachel und Biß und Hieb und Hinterhalt,
Wurf, Stich, Überfall, Angriff -- Erde, o Erde:
So drohet die Geste, mit der du dich gegen uns Schollensöhne
erhobst,
So sengt, brennt, giftet das Kleid deiner Feindschaft,
So zündet der Glanz deines Harnischs, in Bilder der Angst zerträumt.
Heillosestes Bild, du bist es uns -- Mensch! -- --
Da schält uns Sonne aus Mitleidshüllen des Schlafs
Und zieht uns im Strahlglanz aufs Festland der üppigsten Schlacht.
Von Wunden löst sie das leichthin getrocknete Siegel
Und zahllos -- im Bogen gekreuzt --
Ergießt sich heiliger Springquell des Bluts.
Erde, o Erde,
Wo retten wir hin
Ärmliches Unsgehören des Schlafs?
O nähme Wipfel der Esche uns auf,
Daß Sterne fielen in heiter beruhigten Traum
O bettete See uns kühl, wo hoch die Glocken
Aus Türmen läuten im grünen und goldenen Strom,
O schliefen wir fort an Brüsten der seligsten Frau,
Von Kindheitsliedern unendlich gewiegt! --
Doch sollen wir träumens noch wissen,
Wie grimmig wir tags uns mähten
Zu Dünger -- zu Speise des Kots.
Aus Tiefen grellt auf
Funke gezückten Schwerts.
Schlachtlärm tost in der heulenden Schnecke des Ohrs
In Augen bricht nieder
Stützen von Leibern quer weg über Lanzen
Und Rücklingsbäumen von Pferden mit schmerzhaft geblecktem Gebiß.
Erde, o Erde!
Blut ist dein Trank,
Fleisch ist hehre Speise deinem Mund.
Dein Glanz, das Weltall durchdämmernd,
Ist Glanz der Schwerter, geschwungen von Menschenhand.
Dein Brausen auf blauer Sonnenbahn
Ist Donner der niebeendeten Schlacht.
Im Säulendrehn dein goldener Himmelsrauch
Ist Opfergruß des getränkten Altars.