Altartiefe sollst du mir enthüllen --

Herzschlag ist nirgends, doch Pochen der Maschine, doch

Stundenschlag.

Odem ist nirgends, doch Qualm der Fabrik, doch Giftgas.

Sklavenrücken auf Schweißspuren mürrisch geschleppter Last

Tragen den Fluch in Wüsten, ferne den Tempeln, hinaus.

Dein Urgrund, o Mensch, ist Saatacker voll Unkraut und Moorsumpf,

Ist Kammer voll Lava,

Ist Bergwerk gestauter Nacht,

Ist Tümpel des Drachen, ist Einöde der Schlange --

Und Herdes Dumpfheit entsendet im Rauch

Heillose Wechselgestalt des Seins.

Sein, das in Kerkern liegt, treibt alpdrückenden Traum aus Licht.

Völkerwanderungen, Untergänge, Sturz der Babeltürme, Fluten

Geschlagener Heere auf Straßen, die Bäche des Blutes entlang:

Dumpfer Widerstreit deiner Triebe gebiert die Phantome der Schlacht.

Maschinengespenster mit hurtigem Arm: es schuf sie die Angst.

Gier stiebt auf in den Mückenschwärmen der Pest.

Aus rotem Blut hat dein Traum die Fahnen des Aufruhrs gehißt.

Tempelwinkel der Seele aber, Altartiefe sollst du mir enthüllen,

Verlorenen Weihrauchduft und zerbrochenen Heiligenschein,

Vergessene Heimlichkeit, Kniebeugen der Sehnsucht, die Liebe,

Dein Göttliches, deine stille Morgenschönheit, deine Psalmmelodie,

Das Schneeskleid deiner Lammesgüte, den Blumenhauch, dein Herz!

Gedichte(#52219) · 第 20 / 30 题