Es werde Licht

Ich hatte diese Welt schon ganz in meinen Geist genommen

Und sah nach innen, wo im Sphärendrehn

Die düstern Bilder wechselten. -- Es war ein stetes Kommen

Von Nachtgestalten -- stetiges Vergehn.

Von Gram gebleicht, von Last gekrümmt und mit zerquerter Stirne

So hing ich über diesem tiefsten See.

Aus Spiegelquellen wuchs mein Wolkenhaupt wie Glanz der Firne.

Die Wirbel kreisten um ein Tausend-Weh.

Da kam der Tag. Mich rief ein Lied. Da war's, als hell im Frühen

Sich diese Welt in deine Augen schwang.

Da brach aus jedem Ding sein Kern des Lichts im Fächerblühen,

Aus allen Wipfeln brauste der Gesang.

So werd ich diese Nacht der Welt durch deinen Himmel tragen

Und Träume sind der Möven Silberflug.

Des bangen Tags Geschehen ist ein lautlos Ruderschlagen.

Doch Güte kniet in Lämmern, sich genug.

Gedichte(#52219) · 第 10 / 30 题