In den letzten fünfzehn Jahren ging der Altmeister fast jährlich
nach Bad Boll in Württemberg, zu den hoch bedeutenden evangelischen
Pfarrern Blumhardt, Vater und Sohn. Hier in der herrlichen Luft, in
so anregendem und ihn besonders interessierendem Verkehr mit diesen
beiden Männern und mit so manchem, der das Gleiche wie er suchte,
erfrischte und stärkte er sich immer für die lange Winterszeit, die ihm
besonders viel schlaflose Nächte brachte. In einem Briefe vom 18. Mai
1880 schreibt er aus Boll: „Vor acht Tagen sind wir hier angekommen
und haben seitdem die wundervollsten Frühlingstage durchlebt. Ich
bewohne ein Eckzimmer in schönster Lage, und vom ehrwürdigen Gipfel
des Hohenstaufen und des Rechberg, wie aus dem nahen Eichenwald weht
eine so erfrischende, balsamische Luft mir entgegen, daß man sie mit
Entzücken einatmet, dazu mittags und abends die Gesellschaft des
höchst geistvollen Christoph Blumhardt und einiger sehr interessanter
Persönlichkeiten -- Herz! was willst du mehr? Ich fühle mich hier
sehr glücklich und danke Gott dafür. Könnten nur alle die Lieben da
sein, die ich mir herwünschte, sie würden sich mit mir freuen!“
-- -- In einem Briefe vom 4. August 1882 schreibt er ebendaher:
„-- -- hier in Boll bin ich in einer Stimmung, die mich an Uhlands
Gedicht ‚Die verlorene Kirche‘ erinnert, welches Kietz mir vor einiger
Zeit zufällig vorlas und das ich im Schlußblatt zum ‚Täglichen Brot‘
(siehe Abb. 159) im Sinn hatte. Boll hat nach außen und innen +etwas+
davon! -- -- -- befinde ich mich doch so, daß ich ganz zufrieden bin,
und die mannigfaltigen geistigen Anregungen geben täglich reichen Stoff
zum Nachdenken und Besprechen.“ --
[Illustration: Abb. 153. +Johannisfest.+ Aus „Neuer Strauß fürs Haus“.
1864. (Zu Seite 85.)]
[Illustration: Abb. 154. +Erstes Ofenfeuer.+ Aus „Neuer Strauß fürs
Haus“. 1864. (Zu Seite 85.)]
[Illustration: Abb. 155. +Gruselige Geschichten.+