In dem Hause des damaligen preußischen Gesandten beim päpstlichen
Stuhle, Freiherrn von Bunsen, fand Richter eine freundliche und sehr
wohlwollende Aufnahme.
In dieser Zeit hatte Schnorr einen Teil seiner viel bewunderten und
großes Aufsehen machenden Landschaften gezeichnet. Es sind über hundert
Blätter geworden, die im Besitze seines Freundes Eduard Cichorius
aus Leipzig sind. Diese Zeichnungen beeinflußten Richter stark; sie
waren ihm ein Wegweiser, wie stilvolle Auffassung mit Naturwahrheit zu
verbinden sei.
Im Frühjahr 1825 ging Richter nach Neapel und Amalfi bis Pästum, später
mit Maydell bis zum Herbst nach Civitella, wo er viele Zeichnungen
und Studien sammelte. Wir bringen aus dieser Zeit nur eine figürliche
Zeichnung (Abb. 12).
Er fühlte sich krank, Brustschmerzen quälten ihn besorgniserregend,
er hatte viel mit Schmermut zu kämpfen. In der Biographie ist ein
Gedicht von ihm, „Sehnsucht“, abgedruckt, das einen tiefen Einblick
in seine Stimmung gewährt. Nach Rom ins Winterquartier zurückgekehrt,
ging er an die Ausführung eines größeren Ölbildes „Blick in das Tal
von Amalfi“, die Komposition dazu hatte er nach seinen in Amalfi im
Sommer gesammelten Studien in Civitella vorbereitet. Wir geben hier
eine Nachbildung des Gemäldes, das sich jetzt im Museum in Leipzig als
Geschenk von E. Cichorius befindet (Abb. 13).
[Illustration: Abb. 34. +Luther auf der Wartburg.+ 1840.
Aus Duller, Deutsche Geschichte.