»Das mußt du mir alles erzählen -- einmal -- nit jetzt.« Er warf
einen forschenden Blick nach dem Stand der Sonne. »Heut haben wir nit
viel Zeit. Ich muß einen Weg machen, den ich nit versäumen darf. Aber
allweil reicht's noch ein paar Vaterunser lang. Muß ich halt nachher
doppelt springen.« Er sah nicht, wie sie erblaßte. »Da drüben, komm,
wo der Baum liegt, können wir uns niedersetzen.« Die Wange an ihr
Haar schmiegend, führte er sie über den Weg hinüber. Als sie auf dem
Baumblock saßen, nahm er ihre Hände. »Wie geht's dem Vater und den
Brüdern?«
Alle Freude war zerdrückt in ihr. »Wie's einem halt gehen kann in
heutiger Zeit. Keiner hat mehr ein richtiges Lachen.«
Da sagte er froh und fest: »Die Zeit wird besser. Tu dich gedulden.«
Eine Sorge schien ihn zu befallen. »Mutter? Daß du bei mir bist, so?
Wirst du das nit ungut zahlen müssen?«