Eines Tages streifte ein Jäger durch die Steppe und sah einen flinken
Fuchs in schnellem Lauf die Ebene durcheilen. Da er in seinen Pelz
verliebt war, so trieb ihn seine Leidenschaft an, den Fuchs zu
verfolgen. Er kannte das Fuchsloch, grub darum einen Graben, deckte ihn
mit Reisig zu, legte darauf ein Aas und verbarg sich im Hinterhalt, um
abzuwarten, bis der Fuchs sich fangen würde. Zufällig kam der Fuchs aus
dem Loch und wurde durch den Geruch des Aases, er mochte wollen oder
nicht, an den Rand des Grabens gelockt. Als er das Aas auf dem Reisig
liegen sah, da erkannte er die List und sagte zu sich: „Der Duft dieses
Aases ist zwar sehr lieblich, aber das Leben ist auch etwas Schönes.
Ein Weiser mischt sich nicht in eine Sache, die Gefahr in sich
schließt, und ein Kluger läßt sich nicht in eine Angelegenheit ein, die
die Möglichkeit des Schadens in sich birgt. Wenn es auch möglich ist,
daß auf diesem Reisig ein Tier liegt, so ist es auch möglich, daß
darunter eine Falle oder ein Mensch verborgen ist. Jedenfalls ist
Vorsicht angebracht.“
Der Fuchs verzichtete in diesem Gedanken auf das Aas und wählte den
sicheren Weg. Währenddessen kam ein hungriger Panther, getrieben von
seiner Freßbegier, von einem hohen Berge herab. Der Geruch des Aases
lockte ihn in diese Grube.
Als der Jäger das Geräusch der Falle hörte und die Bewegung eines
Tieres merkte, glaubte er, es sei der Fuchs, und sprang gierig und ohne
Überlegung in die Grube. Der Leopard, der dachte, daß er ihn an dem
Genuß des Aases hindern wollte, sprang auf ihn zu und zerriß ihn in
lauter Stücke.
Der gierige Jäger wurde in der Schlinge des Todes gefangen, der
genügsame Fuchs entrann seinem Unheil dank seiner Genügsamkeit.