Der Alte sagt: „Bravo, mein Mädchen, jetzt bist du mein Mädchen.“

Schließlich gewöhnt das Mädchen dem Alten das Menschenfleisch ab, holt

von draußen ein Lamm und sie essen es zusammen.

Eines Tages sagt der Alte: „Mädchen, damit du dich nicht langweilst,

nimm diese vierzig Schlüssel, öffne die vierzig Zimmer und wandere

ordentlich drin herum. Aber das einundvierzigste darfst du nicht

öffnen.“ Nach diesen Ermahnungen geht er aus. Das Mädchen steht auf,

öffnet die vierzig Zimmer und sieht, daß darin Diamanten, Juwelen,

Rubinen und allerlei Dinge sind. Sie sieht sich diese an. Dann war sie

aber neugierig auf das Zimmer, von dem er gesagt hatte: „Öffne es

nicht“, und sagte: „Ich will auch das öffnen.“ Sie kommt an das Zimmer,

öffnet es, tritt ein und sieht an der Decke einen Jüngling an den

Haaren aufgehängt, schön wie der Mond am vierzehnten. Man konnte es

nicht aushalten ihn anzusehen. Solch eine Schönheit hatte nicht

ihresgleichen. Als das Mädchen ihn sieht, wird sie bewußtlos und fragt:

„Bist du ein Geist oder etwas derartiges?“ Der Jüngling sagte: „Ich bin

ein Mensch.“

„Wer hat dich hier aufgehängt?“

Der Jüngling: „Der Zauberer hier wollte mich töten, er besiegte mich

und hängte mich, um es kurz zu sagen, hier an meinen Haaren auf.“ Das

Mädchen erzählte auch genau ihre Abenteuer und sagte: „Mein Held, gibt

es ein Mittel, ihn zu töten?“

Der Jüngling sagte: „Meine Prinzessin. Wenn jetzt der Zauberer kommt,

geh und sage: ‚Komm, ich will dir den Kopf nachsehen‘, schneide ihm

dann leise einige Kopfhaare ab. Dann fällt er in Schlaf. Das dauert

vierzig Tage. Am einundvierzigsten steht er wieder auf. Das mußt du

tun, dann lassen wir ihn hier und entfliehen zusammen. Dann sollst du

mein und ich dein sein.“ So beschließen sie. Das Mädchen schließt leise

ab und kehrt in das Zimmer des Zauberers zurück. Nach einiger Zeit

kommt der Zauberer und sagt zum Mädchen: „Hast du die Zimmer

angesehen?“ Das Mädchen sagt: „Ja, ich habe sie mir angesehen und mich

daran erfreut.“ Dann sagte sie: „Komm, ich will dir den Kopf

nachsehen.“ Der Zauberer legte seinen Kopf in den Schoß des Mädchens

und sie schnitt ihm leise seine Haare ab und nahm sie mit. Der Zauberer

schläft ein. Sofort legt das Mädchen seinen Kopf von seinem Schoße auf

die Erde und geht zu dem Zimmer, wo der Jüngling ist, löst ihm die

Haare, läßt ihn herunter und sagt: „Jetzt bist du mein und ich dein.

Wir dürfen nun nicht verweilen. Wollen fliehen.“ Sie nehmen noch von

dort alles, was leicht an Last und schwer an Wert ist, machen sich auf

den Weg und nach einundvierzig Tagen kommen sie in die Stadt und gingen

in das Haus des Mädchens. Dort pflegten sie der Liebe.

Diese wollen wir nun lassen und uns zum Zauberer wenden. Als für ihn

der einundvierzigste Tag war, wachte er auf und sieht sich nach allen

vier Seiten um. Als er das Mädchen nicht sieht, geht er nach oben in

das Zimmer, wo der Jüngling aufgehängt war. Weder der Jüngling noch das

Mädchen ist vorhanden. Er sagt: „Ach, du gottloser Bummler, hast das

Mädchen mit dir genommen und bist entflohen!“

Er macht sich voller Wut auf den Weg. Nachdem er einen Weg von vierzig

Tagen an einem Tage gemacht hat, kommt er in die Stadt, verkleidet sich

als Armer und geht vor die Tür des Mädchens und sagt: „Ach, Mädchen,

nimm mich um Gottes willen auf.“ Das Mädchen hielt ihn für einen Armen

und nahm ihn auf. Der Jüngling war außerhalb eingeladen. Nach einer

Stunde kommt er und merkt die Geschichte, als er diesen Armen sieht.

Der Jüngling stellt sich, als ob er nichts merkte, und geht in sein

Zimmer. Als es Abend wird, essen sie und geben dem Armen auch etwas.

Kurz, wir wollen die Geschichte nicht in die Länge ziehen. In der Nacht

schläft das Mädchen ein. Dem Jüngling kommt kein Schlaf in die Augen.

Um vier oder fünf hat der Zauberer auf die in dem Viertel wohnenden

Leute Totenerde gestreut und zog rings einen Kreis. Er ging zu dem

Jüngling und stellte ihm zu Häupten eine große Flasche mit Totenerde.

Der Jüngling fiel auch in Schlaf, so wie ein Toter. Dann ergriff der

Zauberer das Mädchen und schlug sie so mit einem Stocke, daß ihr

Schreien zum Himmel drang. Da sie keinen Platz zum Entfliehen fand, so

drehte sie sich, wie das Himmelsgewölbe um den Jüngling. Der Zauberer

lief ihr ohne Verweilen nach. Dem Mädchen blieb keine Kraft mehr. In

diesem Spektakel spaltete sich die Wand und eine Stimme rief: „Mädchen,

was säumst du? Zu Häupten des Jünglings steht eine Flasche, zerbrich

sie, und der Jüngling steht auf.“ Als das Mädchen dies hörte, zerbrach

sie die Flasche mit dem Fuße. Sofort wacht der Jüngling auf und sieht,

daß das Mädchen von dem Schlagen ganz blau ist und zum Himmel schreit.

Er sagte: „Bei Gott“, faßt den verfluchten Zauberer, hebt ihn hoch und

wirft ihn auf die Erde. Dann stößt er ihm einen Pfahl durch den Nabel

und verbrennt ihn ordentlich.

Danach verheiratet er sich mit dem Mädchen, und sie erreichten ihr

Verlangen. Damit ist unsere Geschichte zu Ende und somit Schluß.

Türkische Märchen · 第 24 / 91 题