3. Ada-Kalei török népdalok, Budapest 1906.

4. Materialien zur Kenntnis des rumelischen Türkisch (mit deutscher

Übersetzung), Leipzig 1907.

Er hat auch einen Band: Türkische Volksmärchen aus Stambul. Leiden ohne

Jahr, in deutscher Sprache herausgegeben, die aber mehr eine freie

Bearbeitung als eine Übersetzung sind.

In der Türkei sind verhältnismäßig sehr wenige solcher Sammlungen

gedruckt worden. Abgesehen von einzelnen Erzählungen sind in den

früheren Jahren nur zwei Sammlungen erschienen. Erstens das Billur

kjöschk, so genannt nach dem Titel des ersten Märchens dieser Sammlung,

und zweitens Horos kardasch. Von diesen ist das letztere von Georg

Jacob übersetzt und in der Türkischen Bibliothek, Band V, Berlin 1906,

erschienen. Von dem ersteren, über das man Georg Jacob, Die türkische

Volksliteratur, Berlin 1901, S. 5 ff. vergleiche, war schon oft eine

deutsche Übersetzung gewünscht worden. Die in Amerika erschienene

englische Übersetzung: Told in the Gardens of Araby (untranslated till

now) by Izora Chandler and Mary Montgomery, Neuyork 1905, ist mir

unzugänglich geblieben. Ich habe daher die ganze Sammlung übersetzt. Es

sind die ersten 14 Märchen dieses Bandes. Inzwischen ist nun noch eine

Übersetzung von Theodor Menzel erschienen in Beiträge zur Märchenkunde

des Morgenlandes, herausgegeben von Georg Jacob und Theodor Menzel,

Band II, Hannover 1923.

In neuester Zeit hat man auch in der Türkei angefangen, sich mehr für

das Märchen zu interessieren. Davon gibt zunächst ein Band: Türk

Masallary (Türkische Märchen) von K. D. in Konstantinopel, Druckerei

Mahmud Bej 1329/1911, und die Veröffentlichungen des Türk Yurdu der

letzten Jahre Kunde.

Die Türk Masallary enthalten eine sehr hübsche Sammlung bekannter und

unbekannter Märchen, die recht geschickt erzählt sind. Sie sind zwar im

allgemeinen in einem einfachen Stil gehalten, aber sehr häufig finden

sich doch Wendungen, die dem Volke nicht verständlich sind. Sie wenden

sich mehr an den Durchschnittsgebildeten, dem sie diese Märchen in

etwas verfeinerter und veredelter Gestalt darbieten. Da der gebildete

Türke über diese Gattung Literatur im allgemeinen die Nase rümpft, so

ist dies Bestreben durchaus anzuerkennen, aber von ihrer schlichten

Einfachheit haben sie doch viel verloren. Von diesen Märchen ist bis

jetzt das erste von Beck in dem Korrespondenzblatt der

Nachrichtenstelle für den Orient Nr. 9, Berlin 1917, übersetzt. Der

türkische Text ist von ihm in der Sammlung: Der islamische Orient,

Heidelberg 1917, veröffentlicht. Ich habe in meiner Übersetzung eine

Probe in den Nummern 19 bis 21 gegeben.

Die Publikationen des Türk Yurdu wenden sich an die Jugend. Sie sind in

reinem Türkisch geschrieben. Leider sind neben echt türkischen auch

allerhand moderne europäische Stoffe übernommen. Ich habe aus dieser

Sammlung das Märchen: In der Jugend oder im Alter?, das von Ömer

Sēfüddīn verfaßt ist, übersetzt.

Neben diesen Märchen, die aus türkischen gedruckten Sammlungen

entnommen sind, habe ich dann die Märchen übersetzt, die ich in

Kleinasien aus dem Munde gänzlich ungebildeter Leute gesammelt und in

meinem Werke: Materialien zur Kenntnis des anatolischen Türkisch, Halle

1907, veröffentlicht habe. Es sind dies die Nummern 15 bis 19.

Stilistisch stehen sie natürlich am tiefsten, denn es sind eben keine

Erzähler von Beruf, die sie mir mitgeteilt haben. Aber gerade in ihrer

Unberührtheit von jeder Kunst der Darstellung geben sie ein Bild der

türkischen Märchen in ihrer primitivsten Form.

Von den Kunstmärchen stammen 22 bis 40 aus dem Tutiname oder

Papageienbuch, 41 bis 63 aus dem Humajunname und 64 bis 66 aus dem Qyrq

vezir. Wie schon vorher gesagt, sind dies Übersetzungen, die in letzter

Linie auf indische Vorbilder zurückgehen. Ich verweise hierfür auf den

bibliographischen Wegweiser in Georg Jacob, Beiträge zur Märchenkunde

des Morgenlandes, Band I, Hannover 1923, und auf Johannes Hertel, Das

Pañcatantra. Seine Geschichte und seine Verbreitung, Leipzig und Berlin

1914.

Vom Tutiname gibt es eine vollständige deutsche Übersetzung von Georg

Rosen (Tuti-nameh. Das Papageienbuch. Eine Sammlung orientalischer

Erzählungen. Nach der türkischen Bearbeitung zum ersten Male übersetzt

von Georg Rosen, Leipzig 1858). Aus dieser Übersetzung habe ich die

Verse und auch hier und da besonders glückliche Verdeutschungen des

Prosatextes beibehalten.

Die Qyrq vezir hat Walter Fr. Adolf Behrnauer (Die vierzig Veziere oder

weisen Meister, Leipzig 1851) übersetzt. Ich habe Nr. 64 bis 66 daraus

übernommen mit gelegentlichen Verbesserungen.

Von dem Humajunname existiert bis jetzt keine deutsche Übersetzung,

denn die von Suby Bey: Fabeln und Parabeln des Orients, Berlin 1903,

herausgegebene ist nur eine inhaltliche Wiedergabe einiger

ausgewählter Stücke. Ebendasselbe gilt von der französischen

Bearbeitung Gallands und Cordonnes und der aus ihr geflossenen

deutschen. Es sind alles selbständige Umarbeitungen des Inhaltes.

Allerdings ist nun eine wörtliche Übersetzung für ein nicht

orientalisch gebildetes Publikum eine Unmöglichkeit. Das Humajunname

ist nämlich in einem so gekünstelten, mit Koranstellen und Versen

geschmückten Stil geschrieben, der eine Menge Anmerkungen und

Erklärungen nötig machen und den Leser ermüden würde. Ich habe daher

das überflüssige Beiwerk ausgelassen und die Weitschweifigkeiten

gekürzt, aber sonst, soweit es anging, übersetzt.

So dürfte dieser Band einen guten Überblick über das türkische Märchen

in seinen verschiedenen Darstellungen geben. Verwandte Stoffe der

Volksliteratur, wie den Volksroman, das Karagöz usw., hielt ich nicht

für angebracht, in dieser Sammlung zu vereinigen. Es ist auch schon

mancherlei davon in deutschen Übersetzungen vorhanden. Ich nenne nur

die schöne Übersetzung des Köroglu von Szamatolski in der

wissenschaftlichen Beilage zum Jahresberichte der sechsten städtischen

Realschule zu Berlin, Ostern 1913, sowie die Karagözübersetzungen Georg

Jacobs und verweise für die letzteren auf seine Türkische

Literaturgeschichte in Einzeldarstellungen: Heft I, Das türkische

Schattentheater, Berlin 1900.

Bei der Übersetzung habe ich mich im Gegensatz zu Kúnos möglichst an

das Original gehalten, um dessen Einfachheit nicht zu zerstören. Nur

da, wo sich der türkische Satzbau nicht wiedergeben ließ, habe ich mir

Freiheiten erlaubt. Jedenfalls kann die Übersetzung, soweit das möglich

ist, eine wörtliche genannt werden. Die Weitschweifigkeiten, die

Wiederholung derselben Wörter und die Unebenheiten im Stile, z. B. im

Subjektswechsel, fallen dem Original zur Last.

Türkische Märchen · 第 3 / 91 题