Am nächsten Morgen führte Ljubow Onissimowna die Kälbchen in aller Frühe
in die Sonne und gab ihnen Milch und eingeweichte Brotrinden. Plötzlich
hörte sie draußen, hinter dem Zaune, »in der Freiheit« viele Menschen
rennen und laut sprechen.
-- Was sie sprachen, -- erzählte sie, -- hörte ich nicht, aber ihre
Worte schnitten mich wie Messer ins Herz. Der Mistführer Philipp kam
gerade in den Hof gefahren, und ich fragte ihn:
»Filjuschka, Väterchen, hast du nicht gehört, worüber die Leute draußen
sprechen?«
Und er antwortet:
»Sie gehen in die Kanonier-Vorstadt, wo in dieser Nacht der Gastwirt
einen schlafenden Offizier erstochen hat. Er hat ihm die Kehle
durchschnitten und fünfhundert Rubel von ihm geraubt. Man hat ihn schon
ergriffen, er war ganz blutig und hatte noch das ganze Geld bei sich.«
Und wie er mir das sagt, falle ich wie tot zu Boden ...
So war es auch: der Wirt hatte meinen Arkadij Iljitsch erstochen ... und
man beerdigte ihn hier, in diesem selben Grabe, auf dem wir jetzt sitzen
... Er liegt jetzt unter uns, in dieser Erde ... Darum führe ich ja euch
immer hierher spazieren ... Ich habe gar keine Lust, dorthin zu schauen
(sie zeigte mit der Hand auf die morschen Ruinen des Grafenhauses),
möchte nur hier in seiner Nähe sitzen und ... einen Tropfen zu seinem
Gedächtnis trinken ...