Aber Ssewastjan antwortet: »Nein, das kann ich nicht.«

»Warum denn nicht?«

»Weil ich mich in dieser Kunst noch nie versucht habe, und dann auch

weil ich meine Kunst nicht erniedrigen will, um nicht den Unwillen der

Väter auf mich zu ziehen.«

»Was ist das für ein Unsinn!«

»Das ist durchaus kein Unsinn,« antwortet er. »Wir haben aus

gottesfürchtiger Zeit eine Bestimmung, die auch in einem

Patriarchenbrief bestätigt wird: Wenn einer zu einem so heiligen Werk

wie die Ikonenmalerei berufen ist, so ist es einem geziemend lebenden

Ikonenmaler geboten, nichts denn heilige Darstellungen zu malen.«

Jakow Jakowlewitsch sagt darauf:

»Und wenn ich dir fünfhundert Rubel dafür gebe?«

»Und wenn Sie mir fünfhunderttausend bieten würden, es wäre ganz gleich,

Sie würden sie behalten.«

Das Gesicht des Engländers strahlte, aber er sagte im Scherz zu seiner

Frau: »Wie gefällt dir das, daß er es für eine Erniedrigung hält, dein

Gesicht zu malen?«

Aber auf englisch fügte er hinzu: »Oh, ein guter Charakter«. Und dann

sagte er:

»Nun seht zu, Brüder, jetzt bringen wir die Sache zum Abschluß. Wie ich

sehe, habt ihr für alles Regeln: also nehmt euch jetzt in acht, um

nichts zu versäumen oder zu vergessen, was irgendwie stören könnte.«

Wir antworteten, daß wir nichts derartiges voraussähen.

»Nun, dann gebt acht,« sagt er, »ich beginne.« Und dann fährt er zum

Erzbischof mit der Bitte, er möge ihm erlauben, um seinen Eifer zu

beweisen, die Beschläge des versiegelten Engels vergolden und den Rahmen

neu malen zu lassen. Der Erzbischof will weder zusagen, noch ihn

abweisen, aber Jakow Jakowlewitsch gibt nicht nach und erreicht es

endlich. Wir warteten indes schon, wie Pulver aufs Feuer.

Der versiegelte Engel, und andere Geschichten · 第 25 / 79 题