»Warum denn nicht?«
»Weil ich mich in dieser Kunst noch nie versucht habe, und dann auch
weil ich meine Kunst nicht erniedrigen will, um nicht den Unwillen der
Väter auf mich zu ziehen.«
»Was ist das für ein Unsinn!«
»Das ist durchaus kein Unsinn,« antwortet er. »Wir haben aus
gottesfürchtiger Zeit eine Bestimmung, die auch in einem
Patriarchenbrief bestätigt wird: Wenn einer zu einem so heiligen Werk
wie die Ikonenmalerei berufen ist, so ist es einem geziemend lebenden
Ikonenmaler geboten, nichts denn heilige Darstellungen zu malen.«
Jakow Jakowlewitsch sagt darauf:
»Und wenn ich dir fünfhundert Rubel dafür gebe?«
»Und wenn Sie mir fünfhunderttausend bieten würden, es wäre ganz gleich,
Sie würden sie behalten.«
Das Gesicht des Engländers strahlte, aber er sagte im Scherz zu seiner
Frau: »Wie gefällt dir das, daß er es für eine Erniedrigung hält, dein
Gesicht zu malen?«
Aber auf englisch fügte er hinzu: »Oh, ein guter Charakter«. Und dann
sagte er:
»Nun seht zu, Brüder, jetzt bringen wir die Sache zum Abschluß. Wie ich
sehe, habt ihr für alles Regeln: also nehmt euch jetzt in acht, um
nichts zu versäumen oder zu vergessen, was irgendwie stören könnte.«
Wir antworteten, daß wir nichts derartiges voraussähen.
»Nun, dann gebt acht,« sagt er, »ich beginne.« Und dann fährt er zum
Erzbischof mit der Bitte, er möge ihm erlauben, um seinen Eifer zu
beweisen, die Beschläge des versiegelten Engels vergolden und den Rahmen
neu malen zu lassen. Der Erzbischof will weder zusagen, noch ihn
abweisen, aber Jakow Jakowlewitsch gibt nicht nach und erreicht es
endlich. Wir warteten indes schon, wie Pulver aufs Feuer.