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Um vier Uhr morgens waren die letzten Damen gegangen. Nun rotteten sich
die Leutnants im Billardzimmer um die Siphons zusammen.
Teufel auch ... die Nacht war doch mal angebrochen ... die vorletzte
Nacht in der Garnison ...
Morgen nur Instruktionsstunden und Appell ... Appell ...
Stiefelappell ... Gewehrappell ... Appell mit eisernen Portionen
und Appell mit Fußbekleidung ... Appell mit Sachen, die auf Kammer
abgegeben werden mußten ... Stubenrevision ... und zuletzt Appell im
Manöveranzug.
Das schaffte man auch mit unausgeruhten Knochen ... mit einem noch so
wüsten Brummschädel.
Erhitzt vom Tanz goß man einen Schoppen nach dem andern in die glühende
Kehle. Bald waren die Leutnants Klocke und von Finette wie die
Staubsäulen betrunken. Energischer Zuspruch älterer Kameraden mußte sie
zum Heimschwanken bewegen. --
Die Tanzlust war noch nicht gestillt. Da die Regimentsmusik
verschwunden war, setzte sich der kleine Carstanjen ans Klavier und
hieb eine wilde Walzermelodie in die Tasten hinein ...
All die unruhvollen jungen Männerherzen, in denen die Erregungen des
Festes nachzitterten, lechzten unbewußt nach einem letzten äußersten
Austoben ... Einer umfaßte den andern ... und bis zum Umfallen wurde
gewalzt.
Verschlafen lungerten die Ordonnanzen in den Ecken herum und starrten
mit blöden, verwunderten Augen auf das wilde Treiben ihrer jungen
Herren ...
Schließlich wurden sie hinausgeschickt.
Und auf den hohen gotischen Stühlen, die sonst feierlich die
Regimentstafel umstanden, wurde nun ein toller Ritt ausgeführt ...
dann nach dem krähenden Kommando des kleinen Carstanjen ein großes
Schwadronsexerzieren ...
Ein jeder hatte sich dazu bewaffnet ... Eine große Trophäe von alten
Ritterschwertern, Hellebarden und Morgensternen, welche die Wand des
Rauchzimmers zierte, war zu diesem Zweck geplündert worden ...
Ein abenteuerliches Bild, die jungen Herren mit aufgeknöpften
Waffenröcken ... rittlings auf den hochlehnigen Stühlen ... ausgerüstet
mit phantastischem Gewaffen aus alter Ritterzeit ...
»Eskadron -- Galopp --!«
Keiner aber glühte höher ... keiner johlte lauter ... keiner schwang
die Waffe wilder als Martin Flamberg.