Klagenfurt

gibt es so viele und gute Wirthshäuser, daß man einer Erholung in jedem

derselben gewiß seyn kann.

[14] Es dürfte auffallen, wie im Gebirgslande, das sonst so hoch

gepriesene Kristallgetränk hier als matt und trübe getadelt werde. Es

ist aber dennoch so, die Gebirge sind zu weit, der Lauf der wenigen

Bäche zu träge, die Beete zu schlammig und der Sonne zu viel

ausgesetzt; nur die Stadt erfreut sich einiger ordentlicher

Wasserleitungen.

Da die Stadt durch breite Gässen eine große Ausdehnung, aber kaum 10,000

Einwohner hat, so ist die Menschenleere auffallend; die meistens zwei

Stock hohen Häuser mit ihren Schindeldächern biethen keine

Merkwürdigkeiten dar; eben so wenig erfreuen die 1809 von den Franzosen

gesprengten Stadtmauern, zwischen denen nur einzelne Kohlbeete grünen.

Klagenfurt war nie eine Festung; dennoch mußte sogar das durch kleine

Wohnungen itzt verunstaltete Thor des Fürstenplatzes, von dem verewigten

Naturfreunde und Erzbischofe Fürst _Salm_ um eine beträchtliche Summe

denen feindlichen Maulwürfen abgekauft werden. Nebst dem mit einem

marmornen Obeliske, der Residenz gegenüber, gezierten Fürstenplatz,

besteht noch der Florian-, Benediktiner-, alte und neue Platz; dieser

ist der größte von allen, besitzt in der Mitte ein Bassin mit einem

riesigen Lindwurme, der aber von Unkunst und Verwitterung entstellt,

eigentlich gar Niemanden ähnelt; nebenan ist die aufgestellte Büste der

Kaiserin Maria Theresia, von Blei, ebenfalls ohne besondere Vorzüge.

Da man keine guten Steine zur Pflasterung herbeischaffen konnte, so war

man klug genug, dieselben größtentheils ganz zu entbehren.

Der Charakter der Einwohner erweckt den Wunsch des Fremden, wenn auch

nicht der Stadt, doch der Bewohner sich länger zu freuen. Mitten durch

die Stadt fließt das Bächelchen Glan, es ist zu unbeträchtlich, um einen

anderen Nutzen, als den der Reinigung zu bezwecken.

Die Uebersicht ausgenommen, welche sich vom Stadtpfarrthurme darbiethet,

ist sonst Klagenfurt nichts weniger als interessant; in der Mitte einer

weiten Fläche braucht man Stunden, um sich im waldigen Grün, oder mit

klassischen Resten der Vorzeit, die verschwenderisch die Runde füllen,

zu ergetzen. Die einzigen nahen Spaziergänge sind an den Ufern des nicht

preiswürdigen Sees, der noch überdieß für Klagenfurt in

Sanitäts-Hinsicht schädlich ist, weil besonders im Herbste die über dem

grossen Gewässer sich sammelnden Dünste, öfter bis Mittag die Stadt

verfinstern und die Luft verderben; die zweite Promenade nach dem eine

halbe Stunde entlegenen Parke zu

Skizzen einer Fußreise durch Oesterreich, Steiermark, Kärnthen, Salzburg, Berchtesgaden, Tirol und Baiern nach Wien,(#77458) · 第 16 / 47 题