»Das hab doch ich nicht angestellt.« Lachend zog sie ihn ins rote
Zimmer. Auch die Ampel war rot. Und das unberührte rote Himmelbett war
geöffnet.
Plötzlich lag sie wie eine müde Katze zusammengerollt auf der Ottomane.
Ihre Kniekehlen ruhten im Ellbogengelenk. »Das macht der immer.«
»Was?«
»Mit meiner Brust . . . Und danach verlangt er immer etwas ganz
Unglaubliches von mir . . . Meinetwegen.«
Der Dichter sah in die Ecke. -- Und da will ich Geld von ihr verlangen.
»Es gibt Sachen, die unmöglich sind.«
»Gott, nein.«
»Was! Hab ich etwas gesagt?«
Sie lag noch immer reglos.
Der Dichter kannte ihre Geschichte. Vor einigen Monaten hatte er sie
total betrunken auf der Straße gefunden. Sie war von ihren Eltern
fortgejagt worden, weil ein Reichstagsabgeordneter sie verführt und sie
sich geweigert hatte, ihn als den Vater ihres Kindes zu nennen. Der
Dichter wußte, daß der Abgeordnete weiter in ihrem Elternhause
verkehrte.
»Das Instrument wickelt er dann immer in ein Beinkleid seiner Schwester
. . . Und mir legt er zwanzig Mark auf den Tisch.«
»Wer?«
»Der Abgeordnete.«
»Der . . . kommt noch zu Ihnen?«
»Warum nicht?!«
Und dabei rührt sie sich nicht, dachte der Dichter entsetzt. »Aber
wirklich, nicht aus Neugierde. Wie alt waren Sie . . . damals?«
»Ich? Sechzehn.«