„_Je vous donne ma parole d’honneur, que vous êtes cernés par cent mille
hommes! Je me trouve ici avec cent mille hommes, messieurs!_“
Und dabei hatte der Gauner nicht mehr als tausend Mann und sechs Kanonen!
Es wäre ein leichtes gewesen, sie zum Teufel zu jagen, wenn man auch nur
den Gedanken eines Widerstandes zu hegen gewagt, und wenn nicht Massenbach
so liederlich rekognosziert hätte.
Wen der Himmel aber verderben will, den schlägt er mit Blindheit. Und so
sah der Fürst Hohenlohe im Geiste nichts als diese fürchterlichen
Truppenmassen von allen Seiten dräuen, sah desgleichen das Herz seines
geliebten Massenbach immer tiefer in die Hosen sinken und hörte kaum noch
hin, als von der Marwitz ihn bat, doch von dieser tiefgelegenen Wiese auf
die Chaussee heraufreiten und selbst Umschau halten zu wollen, oder noch
besser, ihn mit einer Patrouille auszusenden, ehe er seinen Entschluß
fasse.
Massenbach hatte rapportiert! Massenbach hatte all das auch gesehen! – Das
genügte!
Das war der Kehrreim vom Lied – das Gesetz, gegen das es keinen Einspruch
gab!
Und vollends, damit nichts am Grotesken fehlte: als in der Ferne, auf dem
Wege von Stettin, einer von den eignen Pulverwagen aufflog und eine
kugelförmige Wolke hochging, die in der Luft eine Weile hängenblieb, als
dann alles verblüfft hinschaute, und man sich gegenseitig fragte, was das
wohl sein könne, da fiel man zum Überfluß noch auf den Bluff eines der
lächelnden Herren Franzosen herein, der mit frecher Stirn ganz ruhig
erklärte: „Das ist das Signal von Marschall Soult, daß er Sie von Stettin
abgeschnitten hat! Sie sind umzingelt, Messieurs!“
Der Chef der Artillerie, Oberst Hüser, kam dann noch mit der wenig
erfreulichen Nachricht hinzu: es fehle den Soldaten an Taschenmunition,
und er selbst hätte nur noch fünf Schuß pro Kanone übrig. Und da war es
aus.
Da willigte Fürst Hohenlohe ein und kapitulierte mit zehntausend Mann und
dreißig Kanonen vor Murats tausend Leuten und vor seinen sechs
fürchterlichen Rohren! Alles, weil der Herr Generalquartiermeister Oberst
von Massenbach eine Milz hatte und diese ihn am getreulichen
Rekognoszieren behinderte! Und auch, weil der Artilleriechef nichts davon
wußte oder wissen wollte, daß einzelne seiner Batterien noch über mehr als
tausend Schuß verfügten!
Inzwischen balgten sich Blücher und seine Leute sechs Meilen davon nach
Herzenslust mit Bernadotte herum. Bei Lychen wurden sie handgemein.
Blüchers „Rote“ hieben brav drein, die anderen Truppen taten auch ihr
Bestes, schlugen den Franzmann gehörig aufs Haupt, bekamen wieder Mut und
Selbstbewußtsein und _sangen_ wieder zum ersten Male, seitdem der Rückzug
angefangen hatte.
Da brachte man ein paar Deserteure von der Hohenloheschen Armee ein, die
der Kapitulation entflohen waren, weil sie keine Lust hatten, unnütz eine
Reise nach Frankreich zu machen. Und von ihnen erhielt man Kunde von dem
Ereignisse. Das wirkte wie ein Donnerschlag. Laute Rufe des höchsten Zorns
wurden bei den Offizieren hörbar, und Blücher fluchte und tobte, wie nur
er es konnte!
In der Siegesstimmung, in der er war, wollte er gleich dreinhauen, zum
Angriff vorgehen, sich nach Stettin durchschlagen und, wenn’s sein mußte,
bis zum letzten Mann kämpfen, um wenigstens so die von Hohenlohe und
Massenbach geschändete preußische Waffenehre wiederherzustellen!
Er ließ Scharnhorst rufen und beratschlagte die Lage mit ihm. Scharnhorst,
auch jetzt ruhig und besonnen wie immer, verstand es gut, die
Draufgängernatur Blüchers zu bändigen, und fand auch gleich heraus, was zu
tun wäre, um dem Ganzen am besten zu nützen. Und da sein Plan immerhin
einiges von einem Husarenstücklein an sich hatte, so war Blücher nicht
schwer zu überzeugen und willigte sofort ein.
Was Knesebeck beim Kriegsrat in Quedlinburg mit der ganzen Armee tun
wollte und nicht durfte, das unternahm jetzt Scharnhorst mit dem
Blücherschen Korps.
Statt also nach der Oder durchzubrechen, wollte er lieber umkehren, auf
die Elbe zurückgehen, Magdeburg gewinnen oder Hamburg, wenn’s nicht anders
ging. – Die Hauptsache dabei war, die Franzosen von der Oder abzuziehen,
damit der König Zeit bekäme, sein Heer zu sammeln und die Festungen zu
verproviantieren.
Während der Beratung hatte sich aber die Kunde von der Kapitulation unter
den Regimentern verbreitet. Und da es überall einige unsichere Kantonisten
gibt, so gab’s auch hier verschiedentlich Aufregung, und Rufe wurden laut,
es sei am besten, wenn hier gleichfalls kapituliert würde, damit die ewige
Hetze endlich einmal ein Ende nähme!
Als aber die Leute das muntere, hoffnungsvolle Gesicht Blüchers sahen, wie
er mit Scharnhorst herauskam, und schmunzelnd versicherte: er wolle ihnen
bald wieder Gelegenheit zu manch gutem Husarenstücklein geben, da faßten
sie sich wieder ein Herz.
„Wo ich etwas zu sagen habe, da soll kein preußischer Soldat Schande
haben! Das glauben Sie _mich_!“
So schloß er seine Ansprache.
Die kleine Neigung zur Meuterei war sofort verflogen. Man zog in
westlicher Richtung ab, vereinigte sich bald mit dem jetzt von Winning
befehligten Korps des Herzogs von Weimar und hatte die Genugtuung, die
drei französischen Korps Lannes, Bernadotte und Soult von der Oder ab und
auf sich zu ziehen. Aber auch die Mühseligkeit, von ihnen scharf verfolgt
zu werden.
*
Massige Kirchen mit erzgrünen Dächern –
ragende Türme mit Zinnen und Zacken –
ringsum in leuchtendem Rot ein Meer
von Ziegeldächern und Treppengiebeln,
von breiten Strömen sanft umschlungen
und tiefen Gräben mit stillen Gewässern. –
Kein dräuender Schlund auf Wällen und Mauern,
kein Wächter im Turm, kein wehrhafter Streiter. –
Auf hohen Wällen rauschen die Bäume,
geheimnisvoll raunt es von alten Stürmen,
von Streit und Orlog in fernen Zeiten,
ehe alles im Dornröschenschlaf versank,
die Tat verträumte und weltfremd wurde.
Da naht ein Ritter – mit rauher Faust
er reißt im Gestrüpp eine Gasse.
Krachend saust aufs verschlossene Tor
der Knauf seines Schwertes, bricht Schloß und Riegel,
die Schläge dröhnen, die Bohlen bersten,
das Tor springt auf; – – –
schrill schmettert sein Streitruf hinein in die Stadt,
verscheucht den Schlaf;
aus rosigem, sonnigem Traum erwachend,
blickt alles froh dem Leben entgegen.
Da stürmt der Tod durchs Tor hinein,
durch alle Gassen in alle Häuser,
mit Mord und Notzucht, plündernd, sengend;
in Rauch und Flammen und Strömen von Blut
sinkt alles hin.
Sitte, Brauch und Gesetze der Väter
und heimische Wahrzeichen weichen den Welschen.
Statt Ordnung und Recht
Erpressung, Gewalt, Guillotine!
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Im Rathause zu Lübeck, im Audienzsaal des Senats zu ebener Erde, hinter
den in Hufeisenform gestellten grüngedeckten Tischen, saßen vollzählig
versammelt, auf langen Sofas, die Mitglieder eines Hohen Senats, in
altspanischer schwarzsamtener Hoftracht mit breiten Halskrausen, die die
markigen Köpfe wie auf Präsentiertellern darboten.
Hinter der Balustrade, mitten im Saal, die ragende Gestalt Blüchers, den
langen Reitermantel über die Schulter zurückgeschlagen, das graue Haar
sich wirr türmend über der hohen Stirn. Wie ein alter, von stürmischem
Flug zerzauster Adler, wie ein Recke der Vorzeit, so mutete er an. Hoheit
strahlte seine ungebeugte Gestalt aus. Ehrfurcht flößte sie jedem ein,
auch den gestrengen Herren auf den Ratsbänken, die versammelt waren, um
wider ihn die Rechte einer Freien Reichs- und Hansestadt zu wahren.
„Lübeck hoch in Ehren!“ sagte Blücher und erhob grüßend die Hand. „Dem
Haupt der Hansa – der altberühmten Reichsstadt meinen ehrerbietigsten
Gruß! Es tut mir leid, als ungebetener Gast vor einem Hohen Senat
erscheinen zu müssen, und ich bedauere sehr, daß das Stadttor von uns mit
Gewalt geöffnet werden mußte. Aber herein mußten wir. – Not kennt kein
Gebot. Wir wurden von der Elbe ab- und hierhergedrängt. So gezwungen,
einige Tage hier zu bleiben, um meine Truppen ruhen zu lassen und mit dem
Nötigsten zu versehen, sichere ich einem Hohen Senat und der Bürgerschaft
Lübecks die strengste Manneszucht zu und Schutz für Leben und Eigentum
jedes einzelnen.
Einen Hohen Senat aber bitte ich um Gottes willen zur Verpflegung und
Ausrüstung meiner Truppen, um Lieferung von fünftausend Dukaten,
achtzigtausend Broten, viertausend Pfund Fleisch, dreißigtausend Flaschen
Wein und Branntwein und Schuhe und Futter für fünftausend Pferde!“
Die Senatoren blickten sich ernst an.
Der präsidierende Bürgermeister, Dr. Plessing, nahm dann das Wort und
erinnerte in gemessener und wohlgesetzter Rede an die allseits anerkannte
Neutralität Lübecks, die durch seine Besetzung von der preußischen Armee
jetzt auf das gröblichste verletzt worden war, wogegen er, _in optima
forma_, den entschiedensten Protest hiermit einlegen wollte. Er bedaure
aufs tiefste die tapfere preußische Armee und gäbe die Notlage zu, wolle
sich auch nicht der Darstellung derselben durch ihren berühmten General
verschließen, könne aber dessenungeachtet keinesfalls eine Verpflichtung
zur Lieferung seitens der Freien Reichsstadt Lübeck anerkennen und
erklärte, indem er sie doch nach Möglichkeit in Aussicht stellte, daß man
nur der Gewalt weiche.
Blücher erhob bei den Worten sein Haupt.
„In welcher Form die Labung gegeben wird, ist mir gleich, wenn ich nur die
Gewißheit habe, ohne zum Äußersten schreiten zu müssen, meine Leute hier
erquicken zu können. Eins möchte ich aber doch Eurer Magnifizenz zu Gemüte
führen: wenn das Nachbarhaus brennt, da hilft’s mir nicht, mich vor _mein_
Haus hinzustellen und dem Feuer zuzurufen: ‚Dies Haus ist neutral! Da hast
du nichts zu suchen, da darfst du beileibe nicht zünden!‘ – Das Feuer
brennt, wo der Wind es hintreibt, und den fliegenden Funken kümmert kein
Menschengebot. Ist der Krieg entfesselt, so zieht er seine Bahn. Wenn
Fieber den Körper schüttelt, da nützt es nicht, der Krankheit zu sagen:
‚Die rechte Hand laß mir in Ruhe, den Kopf auch – sie sind neutral –, da
darfst du nicht toben!’ Nein – _da fiebert eben alles mit_, ob’s will oder
nicht! Das ist _höhere Gewalt_, meine Herren! _Die Gewalt_ war’s, die mich
zwang, Ihre Neutralität zu verletzen, und allein _die_ Gewalt wird es wohl
sein, der Sie, meine Herren, hier weichen müssen. So möchte ich es
jedenfalls verstanden haben! Denn ich tue hier nichts denn meine Pflicht
gegen König und Vaterland, wenn ich versuche, seine Armee zu retten und
seinen Feinden möglichst lange unbequem zu werden! Und nun mit Gott!“
Er grüßte und ging.
Im Gasthaus Zum Goldenen Engel, dem Rathause gegenüber, war das
Hauptquartier aufgeschlagen.
Dort saßen Scharnhorst und der Hauptmann von Müffling mit Gehilfen in
emsigster Arbeit, die Verteidigung der Stadt zu ordnen.
Die Mauern standen ja noch, waren jedoch verfallen, die Wälle mit hohen
Bäumen bestanden, Artillerie war nicht vorhanden. Lübeck war also eine
offene Stadt, aber leicht zu verteidigen, weil von zwei Seiten von Wasser
umgeben, über das nur durch die vier Tore Zugang war.
Gegen drei von ihnen, gegen das Burgtor, das Hüxtertor und das Mühlentor,
zog jetzt der Feind heran. Durch das Holstentor ging Blüchers
Rückzugsstraße, auf der er schon Kavallerie und Troß nach Ratkau
vorangeschickt hatte, während die Trave, bis in die Gegend von
Israelsdorf, durch hinter dem Fluß aufgestellte Regimenter gesichert war,
und die Armee so hier vor Überflügelung geschützt wurde.
Am Burgtor kommandierte der Herzog von Braunschweig-Oels.
Sowohl Blücher wie Scharnhorst hatten bei ihrer Besichtigung dort viel zu
erinnern gefunden. Die Truppen vor dem Tor und auch die Artillerie waren
unzweckmäßig aufgestellt. Sie suchten, so gut es ging, die schlimmsten
Mißstände abzustellen, ermahnten den Herzog, sein Fußvolk beizeiten
zurückzuziehen, damit der Feind nicht gleichzeitig mit ihm durchs Tor
eindrängen könnte, und kehrten ins Hauptquartier zurück.
Dort fanden sie den Leutnant von Eisenhart, der soeben aus Münster mit der
geretteten westfälischen Landeskasse eingetroffen war, um sie über See
weiter in Sicherheit zu bringen. Bei der Geldknappheit Blüchers war er
höchst willkommen, da er ihm so über die schlimmste Not hinweghalf. Nach
Abgabe einiger Fässer mit harten Talern wurde Eisenhart sogleich mit
seiner Geldfuhre nach dem Holstentor vorausgeschickt, um für alle Fälle
rasch damit entschlüpfen zu können, falls der Feind doch unerwartet in die
Stadt eindringen sollte.
Scharnhorst fing an verschiedene eilige Angelegenheiten mit Blücher zu
besprechen. Da trat plötzlich ein untersetzter, dürrer Offizier mit
grämlichem Gesicht, den Arm in der Binde, auf krummen Beinen durch die Tür
herein – ging auf Blücher zu und fing zu dessen Verblüffung an, ihn in
kurzem, knarrigem Ton zu schurigeln.
„Ich hätte mir von Ihnen eine bessere Führung erwartet, General!“ sagte
er. „Allerdings, Ihre Attacke bei Auerstedt war nicht berühmt! Und ich war
vom Großherzog von Weimar, meinem vorigen Chef, nicht gerade verwöhnt,
obwohl er für einen Prinzen ganz annehmbar funktionierte. Aber _Sie_
lassen uns laufen und laufen ohne Ende! Unsere Leute werden marode;
Tausende über Tausende sind uns bei den Gewaltmärschen der letzten drei
Tage verlorengegangen. – Von meinen Jägern allein, von denen jeder Mann
unersetzlich ist, vermisse ich über vierhundert!“
„Alle Wetter!“ sagte Blücher, bei Erwähnung der Jäger aufhorchend, „da
sind Sie wohl der Oberst Yorck?“ und kam auf ihn zu, und betrachtete ihn
mit unverhohlener Neugier, aber auch mit Wohlgefallen. Den Obersten hatte
er, bei seiner Vereinigung mit dem Korps Weimar, unter seinen Befehl
bekommen. Er schätzte ihn ungemein wegen seiner Tapferkeit und der
geschickten Führung seiner Jäger, hatte ihm gleich den Befehl über die
Nachhut überlassen und war deshalb bis jetzt nicht in persönliche
Berührung mit ihm gekommen.
„Ich freue mich, Sie endlich einmal zu sehen, Herr Oberst!“ sagte Blücher
und reichte ihm die Hand.
„Nun, wenn Sie nicht immer so schnell weitergezogen wären, General, so
hätte das früher sein können!“ antwortete Yorck, ohne die ausgestreckte
Hand zu bemerken.
„Der Oberst von Yorck meldet sich zur Stelle“, sagte Blücher belustigt und
blickte Scharnhorst augenzwinkernd an.
„Ich merke es!“ antwortete dieser.
„Ich hätte das früher besorgt,“ sagte Yorck noch kratzbürstiger, „hätten
Sie es nur nicht so eilig gehabt. So kann ich also erst heute meine
Meinung vorbringen. Und die ist die: eine verlorene Schlacht wäre weniger
mörderisch gewesen als diese Lauferei vor dem Feind. Sie hätten die
Schlacht in unserer Position bei Gadebusch ruhig annehmen sollen. Da hatte
ich meine Jäger noch alle beisammen, und Sie Ihre Leute auch, General.
Munition hatten wir genug, und die Leute waren frischer. Da brauchten wir
uns nicht von unserem Wege abdrängen lassen wie jetzt. Der Marsch auf
Lübeck war ein Fehler. Hier müssen wir uns doch schlagen, aber lange nicht
in so günstiger Verfassung wie dort. Sie haben sich eben von Ihren vielen
gelehrten Offizieren“ – er zeigte verächtlich auf Scharnhorst und Müffling
– „gründlich nasführen lassen! Das meine Meinung!“ –
Gesagt, die Hand an die Krempe seines Huts gelegt, kehrtgemacht und
abmarschiert.
Blücher lachte.
„Zum Küssen ist er! So’n bissiger alter Dachs! Und recht hat er auch!
Hundertmal juckte es mich auch unterwegs danach, gehörig dreinzuhauen! Und
wären Sie Massenbach gewesen und nicht Scharnhorst, ich hätte mich den
Teufel um Ihren Einspruch gekümmert! Sie haben aber immer so gute Gründe,
Sie verfluchter Kerl, Sie! Und die schlechte Gewohnheit, immer recht zu
kriegen! Da haben Sie nun den Salat!“
Weiter kam er nicht, da wurde er durch heftiges Schießen unterbrochen.
„Man schießt am Burgtor! Kommen Sie, Müffling, schauen wir nach.“
Der Hauptmann von Müffling stand auf, bereit, Blücher gleich zu folgen.
Scharnhorst aber erhob energisch Einspruch.
An allen Toren würde heute gleichmäßig geschossen, das hätte nichts zu
sagen! Wichtiger wäre jetzt die Befehlsausgabe! Blücher würde unbedingt im
Hauptquartier benötigt!
Da kam das Schießen immer näher; man ritt im Galopp draußen auf der
Straße. Französische Kommandorufe wurden laut.