Tram – tararam, tram, tram –

Die Trommler schlugen drein, die Trompeten schallten, im Lustgarten schoß

man kaiserlichen Salut, die Glocken bimmelten aus sämtlichen Kirchen,

französische Fahnen flatterten überall leicht, graziös und kokett

bestrickend von allen Schlössern und Staatsgebäuden und besonders reich

vom Brandenburger Tor, durch das der Einzug genommen werden sollte. Der

sterbende Oktober gab noch seinen schönsten Altweibersommertag her, um dem

Fest die richtige Weihe zu geben. Französische Grenadiere säumten die

Straßen ein. Bis weit hinaus auf die Charlottenburger Chaussee sah man die

schnauzbärtigen Kerle mit ihren doppelten Bandelieren, in schnurgeraden

Linien über der Brust gekreuzt, Gewehr präsentieren und sich martialisch

brüsten.

Und dahinter drängte sich alles, was in einer Stadt wie Berlin kreucht und

fleucht, reckte sich die Hälse lang, stieß sich die Rippen ein, zertrat

sich die Füße, fluchte, lachte, johlte und schrie vor Aufregung, jenes

apokalyptische Ungeheuer, das die ganze alte Welt in Trümmer geworfen

hatte, endlich einmal mit Augen zu sehen.

Tram – tararam, tram, tram!

Das heilige Donnerwetter. Ein Blücherroman · 第 9 / 21 题