Die Erneuerung dieser verblaßten Goldschrift ist dringend nötig. –

Von Syhre erwirbt am 19. Mai 1904 der Privatmann Robert Gentzen in

Berlin das Gut. Von ihm kauft es am 17. Februar 1908 der Kaufmann

Hermann Hunger in Breslau. In diesen Jahren werden zahlreiche

Flurstücke »abgeschrieben«, das heißt veräußert.

Am 17. Dezember 1909 ordnet das Amtsgericht Pirna die

Zwangsversteigerung an, bei der am 18. Oktober 1910 Ludwig

Wilhelm Friedrich Gentzen in Friedenau bei Berlin durch Zuschlag

das Gut erhält. Am 30. März 1912 wird jedoch über sein Vermögen

das Konkursverfahren eröffnet und am 19. März 1913 erneut die

Zwangsversteigerung des ehemals Schäferschen Bauerngutes angeordnet.

Dabei erhält am 16. August genannten Jahres der Fleischermeister Karl

Schulz in Berlin den Zuschlag. Er läßt das Gut durch den Großgraupaer

Gemeindevorstand Höhne verwalten, an den wohl die Landwirtschaft

verpachtet war. Von Fleischermeister Schulz, Berlin, wollte der junge

Wagner-Verein in Graupa gern das Lohengrinhaus erwerben. Doch die

Forderungen waren zu hoch, die Mittel zu gering. Es sollte noch tüchtig

gespart werden. Da kam der Weltkrieg mit seiner Geldentwertung.

Von Schulz endlich erwirbt am 26. September 1917 Oberlehrer

Dr.-Ing. Karl Ernst Johannes _Thieme_ in Altkloster das Anwesen.

Er besitzt es noch heute. Die Unterbringung eines Teiles der von

Fräulein Thieme gegründeten _Landhaushaltungsschule_ mit Seminar für

Haushaltungsbeamtinnen und -lehrerinnen machte leider verschiedene

bauliche Veränderungen des damals in einem sehr schlechten Zustand

befindlichen Wohnhauses nötig, wobei man aber wohl etwas mehr Pietät

hätte erwarten können. Sehr bedauerlich war, daß dabei auch der

»_Verein zur Erhaltung des Lohengrinhauses in Großgraupa_« unter der

verdienstvollen Führung von Prof. _Gaßmeyer_ sein in den beiden vom

Meister 1846 bewohnten Räumen eingerichtetes _Richard-Wagner-Museum_

in dem alten Schäfergut nicht belassen durfte. Es wurde ihm von

dem neuen Besitzer gekündigt. Ein Teil der Sammlung kam nach

Leipzig, der damaligen Wirkungsstätte Professor Gaßmeyers. Der Rest

des Wagner-Museums fand in der Privatwohnung des genannten Herrn

(Kleingraupa, Borsbergstraße 22 ~B~) ein vorläufiges Heim.

Das Wohngebäude des Lohengringutes enthält jetzt Privatwohnungen,

da die genannte Haushaltungsschule nach Arwedshof bei Bad Lausick

verlegt worden ist. _In den beiden baulich veränderten Wagnerzimmern

erinnert heute nicht das Geringste mehr an den einstigen Aufenthalt des

Meisters._

Landesverein Sächsischer Heimatschutz — Mitteilungen Band XVII, Heft 3–4 · 第 41 / 68 题