30 vollen und gangbaren Steuer-Schocken,

9 Groschen 3 Pf. auf 1 einfachen Quatember, und an Herrschaftlichen

Zinnßen und Diensten

2 Gülden 8 Groschen zu Ostern }

5 „ zu Walpurgis } alljährlich gefällig

2 „ 8 Groschen zu Michaelis }

12 „ 3 Pf. zu Weynachten }

2 Mezen 2 Mesgen Weizen }

1 Scheffel 1 Viertel 2 Mezen Korn } zu Michaelis gefällig,

1 „ 2 „ Hafer }

15 Acker-Tagen,

2 Schock Laubholz einzuführen,

1 Sensen-Tag,

1 Rechen-Tag,

1 Wollabnahme-Tag,

auch überall nichts davon ausgeschloßen, sondern wie er und

vorige Verkäuffer dieses alles beseßen, genuzet und gebrauchet

oder besizen, nuzen und gebrauchen können,

erb- und eigentümlich an seinen einzigen Sohn

_Johann Gottlob Schäfer_

um

_400 Gülden_ …«

[Illustration: Abb. 6. =Das Lohengrinhaus in Großgraupa=]

Der Käufer besaß vier Schwestern: Anna Rosina, Eren Rosina, Anna Maria,

Anna Sophia, deren Versorgung und Ausstattung in dem Kaufvertrage

rückgeregelt wurde. – Zu dem Bauerngut gehörte damals u. a. ein

Weinberg. Auf ihm hatten die Besitzer gute Obstbäume angepflanzt und

zwar Kirschbäume. –

[Illustration: Abb. 7. =Das Gehöft, zu dem das Lohengrinhaus in

Großgraupa gehört=]

Von 1804 an findet sich Johann Gottlob Schäfer – er führt die Namen

seines im genannten Jahre verstorbenen Vaters – als Besitzer des

Halbhufengutes Nummer 12. 1809 verkauft er an seinen sechzehnjährigen

Sohn Carl Gottfried Schäfer um vierhundert Taler ein zum Gut gehöriges

Stück Feld von zwölf Metzen Aussaat Größe, an der Großgraupaer Allee

und am Pratzschwitzer Wege gelegen, mit einem darauf zu erbauenden

Hause von vierundzwanzig Ellen Länge und zehn Ellen Breite. Dieser

Verkauf wird auf dem »Kgl. Sächsischen Gerichte der Schatullen-Güther

zu Schönfeld, Jeßen, Graupa und Pratzschwitz« vor dem Gerichtsverwalter

Dr. August Ferdinand Hauschild abgeschlossen (Gerichtsbuch der Gemeinde

zu Groß Graupa, 1819).

[Illustration: Abb. 8. =Heute nicht mehr bestehendes Erinnerungszimmer

an Richard Wagner im Lohengrinhaus=]

Das _Kriegsjahr 1813_ bringt Großgraupa wie den benachbarten Orten

viel Not. Französische Truppen plündern das Dorf und dabei auch das

Schäfersche Gut. Damals ist noch Johann Gottlob Schäfer Eigentümer.

Seine Frau stirbt und hinterläßt ihm sieben Kinder. Da verkauft er

1817 das Halbhufengut um achthundert Taler an seinen Sohn Johann

Gottlob. Für die Bestätigung und Eintragung dieses Besitzwechsels

sind fünf Prozent der Kaufsumme, also 40 Taler, als Lehngeld an die

Gerichtsherrschaft zu entrichten. – Das Gehöft und die Fluren liegen zu

jener Zeit zwischen den Anwesen Johann Gottlob Jäckels und Christian

Ludewigs. An Vieh sind 1817 unter anderem zwei Zugochsen und fünf

Milchkühe vorhanden. –

Der alte Johann Gottlob Schäfer stirbt einige Jahre nach der Übergabe

als Auszügler. Sein Sohn, die gleichen Namen führend, bewirtschaftet

das Gut Nummer 12 bis 1857 (Grundbücher des Amtsgerichts Pirna). Er ist

noch verpflichtet, auf dem Schönfelder Hofe, dem Schatullengut, Dienste

mit einer Sense und einem Rechen zu tun, also zwei Arbeitskräfte der

Herrschaft auf Verlangen zu stellen.

_Bei Johann Gottlob Schäfer verlebt nun Richard Wagner den Sommer des

Jahres 1846_, worüber im nächsten Abschnitt einiges erzählt werden

soll. Im genannten Jahre ist wohl das Bauernhaus von Grund auf neu

gebaut worden, worauf ja die Inschrift über der Haustür hinweist:

~Nr. 12. J. G. S. 1846.~

Am 26. März 1837 folgt Karl August Schäfer als Besitzer des Anwesens.

Von ihm erwirbt es am 8. Februar 1874 Auguste Wilhelmine verwitwete

Schäfer geborene Mildner aus dem Nachlaß ihres Mannes, _die letzte

Schäferbäuerin_, die auf dem Gute schaltet und waltet. Sie verheiratet

sich dann mit ihrem jüngeren Schwager, dem Bruder ihres verstorbenen

Mannes. Noch bis Ende des Jahres 1899 verbleibt das Besitztum bei

dem alten Geschlechte. Am 31. Dezember aber geht das Bauerngut für

dauernd in fremde Hände über. Und nun beginnt ein fortwährender

_Besitzwechsel_, der ein wenig erfreuliches Bild zeigt. Die Grundbücher

des Amtsgerichts Pirna berichten hierüber:

Am 31. Dezember 1899 erwirbt Carl August Edmund _Syhre_, Kaufmann

und Pianofortefabrikant in Dresden, Moritzstraße, das Schäfersche

Bauerngut für 65000 Mark. – (Die alten Schäfers lassen sich 1900 ein

neues Wohnhaus bauen. Während der Bauzeit wohnen sie mit in dem Gute

ihres Sohnes Oskar, können sich jedoch des neuen Besitzes nicht lange

erfreuen, da sie bald darauf sterben. Ihr Heim erwirbt später der

Geheime Postrat Thieme. Nach dessen Tode wird sein Sohn Besitzer, dem

jetzt auch das Lohengrinhaus gehört.)

Der oben genannte Syhre hat das Verdienst, 1903 an der linken

Einfahrtssäule des historischen Schäfergutes die noch heute vorhandene,

allerdings kaum mehr lesbare _Inschrift_ zu Ehren des Meisters

angebracht zu haben. Sie lautet:

~RICHARD WAGNER,

1846.

Du hobst der Väter alte Sagen

aus dem versunknen Schacht empor.

Nun wird, wo Künstlerherzen schlagen,

die ganze Welt – ein Wagnerchor.

1903.~

Landesverein Sächsischer Heimatschutz — Mitteilungen Band XVII, Heft 3–4 · 第 40 / 68 题