III. Arbeit.

Die kulturellen Forderungen auf dem Gebiet des Friedhofes werden im

Laufe der Entwicklung auch zu einem wirtschaftlichen Gesundungsprozeß

für alle am Friedhof beteiligten Gewerbe führen. Es wird sich das

Gefühl stärken, daß wir unsere Toten nur mit wertvoller menschlicher

Arbeit ehren können. Auch bei der einfachsten Ehrung wird das möglich

sein, wenn sich in der Beschränkung der Meister zeigt. Soll edles

Material in der Gestaltung nicht zu teuer werden, so muß in erster

Linie von der klaren »werkgerechten« Form und edler Bearbeitung

ausgegangen werden. Die Bereicherung auch der einfachsten Form bildet

beim Grabmal die schöne und gut angeordnete Schrift, gegebenenfalls in

Verbindung mit einem Symbol.

Es ist in unserer Zeit müßig, zwischen mechanischer und handwerklicher

Herstellung zu streiten. Beide Arbeitstechniken können Gutes und

Schönes zustande bringen, sie werden in vielen Fällen auch aufeinander

angewiesen sein. Es gibt Aufgaben, die heute das Handwerk allein

wirtschaftlich nicht mehr lösen kann, und es gibt Aufgaben, die nur

das Handwerk lösen kann. Beide Arbeitsmethoden müssen einen ehrlichen

Frieden miteinander schließen, der in der Güte der Arbeit wurzelt und

jedem das Seine läßt.

Mit einem sicheren Gefühl für den hohen Wert dieser Belange ist gerade

von Seiten einsichtiger Grabmalhersteller innerhalb der Beratungen

des Reichsausschusses der Vorschlag der Qualitätsmarke mit dem

Zulassungszeichen gemacht und angenommen worden. (Siehe Richtlinien

des Reichsausschusses für Friedhof und Denkmal.) Es wird Aufgabe aller

Instanzen sein, diesem wichtigen Entschluß jede Förderung angedeihen zu

lassen.

_K. Groß._

Fußnote:

[2] Wir entnehmen diese Zeilen dem köstlichen Werke »Hirzel:

Grab und Friedhof der Gegenwart«, geheftet 6 Mark, gebunden

7,50 Mark. Verlag Georg D. W. Callwey, München.

Landesverein Sächsischer Heimatschutz — Mitteilungen Band XVII, Heft 3–4 · 第 29 / 68 题