Die kulturellen Forderungen auf dem Gebiet des Friedhofes werden im
Laufe der Entwicklung auch zu einem wirtschaftlichen Gesundungsprozeß
für alle am Friedhof beteiligten Gewerbe führen. Es wird sich das
Gefühl stärken, daß wir unsere Toten nur mit wertvoller menschlicher
Arbeit ehren können. Auch bei der einfachsten Ehrung wird das möglich
sein, wenn sich in der Beschränkung der Meister zeigt. Soll edles
Material in der Gestaltung nicht zu teuer werden, so muß in erster
Linie von der klaren »werkgerechten« Form und edler Bearbeitung
ausgegangen werden. Die Bereicherung auch der einfachsten Form bildet
beim Grabmal die schöne und gut angeordnete Schrift, gegebenenfalls in
Verbindung mit einem Symbol.
Es ist in unserer Zeit müßig, zwischen mechanischer und handwerklicher
Herstellung zu streiten. Beide Arbeitstechniken können Gutes und
Schönes zustande bringen, sie werden in vielen Fällen auch aufeinander
angewiesen sein. Es gibt Aufgaben, die heute das Handwerk allein
wirtschaftlich nicht mehr lösen kann, und es gibt Aufgaben, die nur
das Handwerk lösen kann. Beide Arbeitsmethoden müssen einen ehrlichen
Frieden miteinander schließen, der in der Güte der Arbeit wurzelt und
jedem das Seine läßt.
Mit einem sicheren Gefühl für den hohen Wert dieser Belange ist gerade
von Seiten einsichtiger Grabmalhersteller innerhalb der Beratungen
des Reichsausschusses der Vorschlag der Qualitätsmarke mit dem
Zulassungszeichen gemacht und angenommen worden. (Siehe Richtlinien
des Reichsausschusses für Friedhof und Denkmal.) Es wird Aufgabe aller
Instanzen sein, diesem wichtigen Entschluß jede Förderung angedeihen zu
lassen.
_K. Groß._
Fußnote:
[2] Wir entnehmen diese Zeilen dem köstlichen Werke »Hirzel:
Grab und Friedhof der Gegenwart«, geheftet 6 Mark, gebunden
7,50 Mark. Verlag Georg D. W. Callwey, München.