3. Auftritt.

Mux (allein).

Mux (tiefaufatmend): Nun ist’s geschehn; all mein Vermögen ruht

In dieser Grube, niemand kann es nützen;

So schließe ich die Rechnung ruhig ab,

Kein einzig Liebeswerk muß ich verzeichnen.

Noch eine Stunde, dann hab’ ich vollendet —

Wie das wohl sein mag, nimmermehr zu sein?

Seit dreißig Jahren weiß ich nun den Tag,

An dem ich sterben muß; nie fiel’s mir ein,

Dem Worte nachzudenken — was ist Sterben?

Was ist der Tod? Ein Ruh’n nach Erdenmüh?

Ich bin nicht müde; wie vor dreißig Jahren.

Kreist schnell mein Blut und ist mein Arm noch stark

Und ich soll ruh’n? Ei nun, was will ich denn?

Die andern, die in meinen Jahren stehen,

Sie klagen bitter, daß der Herr der Welt

Zu aller Mühsal, die das Leben bringt,

Des Alters Schwäche hat hinzugefügt,

Daß sie die Früchte ihres Jugendfleißes

Nicht pflücken können aus Gebrechlichkeit.

Ich soll von hinnen gehn mit allen Kräften

Und will es nicht, weil ich zu wenig müd.

Es ist doch schwer, es allen recht zu machen,

Ein jeder wünscht sich and’res als er hat;

Ich möchte nichts als nur das eine wissen:

Was ist das Glück? Wer hat es recht erfaßt?

Ich hab’ gelebt, hab’ vieles wohl genossen,

Ich war an Gütern wie an Ehren reich,

Doch war mir oft, als wär’s das rechte nicht.

Was ich erwählt von dieses Lebens Gütern.

Ob mir die Zukunft darauf Antwort gibt,

Ob man im Jenseits drüben etwas weiß,

Von jenem Leben, das man hier geführt?

Was soll das Grübeln jetzt? In einer Stunde

Bin ich vereint mit vielen Millionen,

Die vor mir lebten, vor mir so gedacht,

Wie ich nun denk’, und denen niemand auch

Die Antwort gab, die sie ergrübeln wollten.

Mein Licht lösch’ ich nun aus, es ist so irdisch —

Zuckt doch am Himmel ein ganz andres Licht.

(Nach einer Pause): Die Zeit verrinnt — warum er nur so zögert,

Der Höllengeist? Ich freue mich auf ihn,

Auf sein erbost Gesicht; wie wird’s ihn ärgern,

Daß ich ihm doch entschlüpf’! ....

(Das Licht einer Laterne nähert sich.)

Was ist das dort?

Wer mag so spät da noch des Weges kommen?

(Er verbirgt sich hinter einem Baume. Lisbeth, sehr dürftig gekleidet

und krank aussehend, kommt mit ihrem ebenso dürftig gekleideten

Knaben.)

Der Teufelsschlosser · 第 47 / 53 题