Mux (allein).
Mux (wehmütig): Lebt wohl, ihr guten Alten! Euer Sang
Ist ja das einz’ge, was von diesen Mauern
Mir tröstlich widerklingt — sonst hab’ ich nichts.
Allein — verlassen! Könnt’ ich, wie ihr glaubt,
Die Tochter einmal in die Arme schließen,
Mir wäre wohl. Doch still, ich werde weich —
Der Mux, der lebenslange hart gewesen,
Er bleib’ sich bis zur letzten Stunde gleich.
Ihr seht mich nimmer, liebe, alte Freunde,
Denn diesen Weg muß ich allein nun gehn.
(Er schließt einen Schrank auf, nimmt einen Sack Geld heraus, dann
hängt er einen Mantel um, setzt die Mütze auf und nimmt die Laterne
in die Hand. Er leuchtet damit an allen Wänden hinauf.)
So geh ich denn — leb’ wohl, du altes Haus!
In deinen Mauern hab’ ich viel erlebt,
Doch nichts, was mir dich eben teuer macht.
Der Hütte mit dem vielgeflickten Dach,
Wo ich als Kind gewohnt, gedenk’ ich gern,
Trotzdem ich Not und Elend dort ertragen;
Es ist ein seltsam, unbegreiflich Ding.
Was schmückte mir die elterliche Hütte?
War es der Kindheit Zauber, war’s die Liebe,
Die damals mich umgab? — O, Dämon du,
Ich zahlte reichlich, was du mir gegeben,
Da von der Liebe ich mich losgesagt.
(Er seufzt tief auf.)
Die Zeit ist um, ich will nicht länger zögern,
Sonst glaubt der Feind, ich fürchte mich vor ihm.
(Er nimmt den Sack an sich, hüllt sich fester in den Mantel und verläßt
die Stube mit der Laterne.)
~Verwandlung.~
(Der Ausgang des Heidenhaines; es ist Nacht; Windstöße und
Wetterleuchten. Vom nahen Stephansdom schlägt die Uhr zwölf. Mux
schaufelt ein Loch zu, das er unter einem Baume gegraben; die Laterne
steht neben ihm.)